Alte Version dieser Seite EMKNI en français
-
EMKNI - 05.08.2004   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Bischof Bolleter äussert sich zur Diskussion um das Abendmahl

Bischof Heinrich BolleterIn der heute erscheinenden Ausgabe von kirche+welt, der Zeitschrift der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) Schweiz-Frankreich, äussert sich Heinrich Bolleter, Bischof der EMK von Mittel- und Südeuropa, zur Diskussion um die Vorschriften der römisch-katholischen Kirche bezüglich des Abendmahls wie folgt:

„Gemäss einer Instruktion aus Rom “Redemptionis sacramentum“ werden die “Interzelebration“ (gemeinsame liturgische Feier des Abendmahls und der Eucharistie durch katholische und evangelische Geistliche) oder die “Interkommunion“ (das gemeinsame Abendmahl) als “liturgische Missbräuche“ bezeichnet.

Kürzlich hat die Schweizer Bischofskonferenz angekündigt, gegen diese “schlimmen Missbräuche“ vorzugehen. Grundsätzlich enthalten die Verlautbarungen nichts Neues. Was sich verändert hat, ist der Ton. Katholische Priester, die gemeinsam mit Protestanten das Abendmahl feiern, müssen mit einer Suspendierung rechnen. Dies sagte Kurt Koch, Bischof des Bistums Basels, zu den jüngsten Beschlüssen der Schweizer Bischofskonferenz. Das bis anhin stille Dulden von “Grenzüberschreitungen“ soll nun zu Sanktionen führen, welche vor allem die katholischen Priester in Pflicht nehmen. Angesichts des Priestermangels ein grosses Opfer für die Kirchen vor Ort.

Erneut stehen wir vor der Tatsache, dass Lehrfragen über Kirche, Amt und Sakramente die Konfessionen trennen. Im Gegensatz dazu erlebt die Ökumene an der Basis gemeinsame gottesdienstliche Feiern als grosse Ermutigung. Wie gehen wir mit diesem Dilemma um? Lehrfragen können nicht durch Grenzüberschreitungen in der Praxis geklärt werden. Und das Zusammengehören und Zusammenwachsen an der Basis soll nicht durch diese Lehrfragen behindert werden. Ich schlage vor, aufzuhören die alten Wunden zu lecken. Es wäre besser, im Bereich der Ökumene an der Basis neue zeichenhafte Handlungen einzuführen. Wo bleibt die Innovation des Heiligen Geistes, der uns befreien will, damit wir nicht beständig in dieselben Fallen der Frustration treten? Ein Beispiel für Innovation: Der Künstler und Grenzgänger zwischen den Konfessionen, Josua Boesch, hat einmal angedeutet, dass wir vom “Abendmahl“ zum “Morgenmahl“ weitergehen sollen. In Johannes 21 wird berichtet, dass der auferstandene Christus mit den Jüngern am See ein Morgenmahl feierte, am offenen Feuer, mit Brot und Fisch. So können wir, um uns zu begegnen, unsere beladenen Kirchenboote verlassen und mit dem Auferstandenen am neuen Ufer das Morgenmahl feiern. Er lädt uns ein: Kommt und haltet das Mahl! (Joh. 21, 12).“


Quelle: Bischof Heinrich Bolleter / kirche+welt

-----------
Veröffentlichung nur mit Quellenangabe "EMK News" gestattet!
Bitte senden Sie Ihre Bemerkung an die folgende Mailadresse:
"emknews-redaktion at umc-europe punkt org"