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EMKNI - 16.12.2004   Zurück zur Übersicht

Schweiz: 1000 Frauen für den Friedensnobelpreis 2005

Ziel: 1000 Frauen für den Friedensnobelpreis 2005 nominieren. Gruppenfoto von am Prozess beteiligten Frauen.Initiiert von der National- und Europarätin Ruth-Gaby Vermot-Mangold und durchgeführt unter dem Patronat der UNESCO Schweiz und unterstützt von UNIFEM, UNDP und Aussenministerin Micheline Calmy-Rey werden 1000 Frauen für den Friedensnobelpreis 2005 vorgeschlagen.

Vom 13. bis 17. Oktober fand ein drittes Treffen der Koordinatorinnen statt. Aus 1800 Vorschlägen wurden in intensiven Diskussionen 1000 mutige, beispielhafte, integere Friedensstifterinnen ausgewählt. Auch wurden die Arbeiten im Zusammenhang mit der Sichtbarmachung und Verbreitung der 1000 Frauenbiographien organisiert. Dazu gehört die weltweite Koordination von tausend Porträts. Diese müssen in den nächsten Monaten recherchiert, geschrieben, allenfalls übersetzt und redigiert werden. Denn die 1000 Friedensstifterinnen werden unabhängig vom Erfolg, in Oslo präsent sein: In einer Ausstellung und einem Buch werden ihre Strategien und Netzwerke sichtbar gemacht ­ rechtzeitig zur Verleihung des Friedensnobelpreises im Dezember 2005.
Die Namen der selektionierten Frauen werden voraussichtlich im Juni des kommenden Jahres veröffentlicht. Doch sind es mehrheitlich Frauen der Basis, die vorgeschlagen werden. 45% arbeiten an der Basis, sind sogenannte Grassroots-Frauen. 43% der ausgewählten Frauen sind auf der sogenannten Track 2 Ebene tätig, arbeiten in nationalen Institutionen und Universitäten und 12% sind in Parlamenten, Regierungen oder Internationalen Organisationen tätig.

Das umfangreiche Material dokumentiert in einzigartiger Weise, was Frauen weltweit für den Frieden und die menschliche Sicherheit alles leisten. Es ist Ausgangspunkt für die nächsten Projektziele: Die weltweite Sichtbarmachung der beeindruckenden Lebensberichte dieser Frauen, die sich gegen Gewalt, Krieg, Ungerechtigkeit, Verstümmelung, Armut und Ausgrenzung auflehnen und ankämpfen; die Nomination für den Friedensnobelpreis 2005 und das zugänglich Machen einer wertvollen und einzigartigen Datenbasis für Organisationen, Universitäten, Kirchen und Regierungen wie auch für die internationale Gruppe von Wissenschaftlerinnen. Sie analysieren Methoden und Strategien der Frauen und werten die Resultate aus, die im Sinne der Nachhaltigkeit international verbreitet werden sollen.
Von einer der Tausend Frauen heisst es: "Tochter, ich versteckte mich schon mit dir unter unserem Bett ­ und nun soll ich mich auch mit deiner Tochter unter demselben Bett verstecken ­ hört das denn nie auf?" Wachgerüttelt reagierte die Tochter: Sie, die Vergewaltigungen und willkürliche Verhaftungen immer wieder erlebt hat, rief in ihrem Dorf im Grenzgebiet zwischen Kenia und Somalia Menschen zusammen und überlegte mit ihnen, wie sie gemeinsam Frieden herbeiführen könnten. Heute gilt ihre Region als Modell für erfolgreiche Konfliktbearbeitung.
Dass Nominationen aus praktisch allen Ländern der Welt eingegangen sind, dazu haben die weltweit 20 Koordinatorinnen, die jede für eine Region zuständig sind, einen wesentlichen Beitrag geleistet.
Unter den Nominationen aus der ganzen Welt sind auch zahlreiche Nominationen aus Westeuropa eingegangen, darunter 20 aus der Schweiz. Für Westeuropa sind 65 und für die Schweiz zwei Nominationen nach dem formalen Zuteilungsraster nominiert. Weitere Schweizerinnen sind in der Kategorie "international" ausgewählt worden. Die Mehrheit der vorgeschlagenen europäischen Frauen ist ausserhalb Europas tätig. Maren Haartje, die zuständige Koordinatorin für Westeuropa, betont jedoch, dass "es auch viele Frauen gibt, die in ihren Heimatländern in Europa Beeindruckendes leisten". Dazu gehören Frauen, die sich entlang der EU-Aussengrenze gegen sexuelle Ausbeutung und Zwangsprostitution von Kindern und Schwangeren auf dem Strassenstrich einsetzen.
Die beiden wichtigsten Meilensteine des Projekts im kommenden Jahr werden die Eingabe der Nomination in Oslo bis Ende Januar 2005 sein und das Sichtbarmachen der 1000 Friedensfrauen gegen Ende des Jahres.
Mehr Information bekommt man unter http://www.1000peacewomen.org.


Quelle: 1000peacewomen.org

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