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EMKNI - 08.01.2004   Zurück zur Übersicht

Russland: Koreanische Gemeinde kämpft um ihr Kirchengebäude

Eine koreanische Gemeinde in Moskau, die Kwam Lim UMC, fürchtet, dass sie ihr Kirchengebäude verliert, nachdem das Justizministerium eine Änderung der Besitzverhältnisse zugelassen hat.

So stürmten am 9. Dezember zwanzig Sicherheitsleute des neuen Besitzers das Gebäude und die Polizei griff bei dieser Aktion nicht ein. Die Sicherheitsleute brachten das Gebäude unter ihre Kontrolle und die Gemeinde konnte am 14. Dezember nur deshalb einen Gottesdienst feiern, weil sie die Sicherheitsleute überreden konnten, dass einige Gemeindemitglieder im Gebäude bleiben durften. Diese wurden aber am 23. Dezember gezwungen, das Gebäude zu verlassen. Die Gemeinde feierte daraufhin ihren Weihnachtsgottesdienst draussen mit Kerzen. Am 29. Dezember wurde dann den Gemeindemitgliedern den Zugang zum Gebäude durch die Polizei gewährt. Unterdessen ist beiden Parteien den Zutritt zum Gebäude verboten worden.

Die Kwan Lim UMC wurde im Jahr 1991 gegründet und registriert und im Jahr 1999 erneut registriert durch das Justizministerium von Moskau. Die methodistische Gemeinde baute im Norden Moskaus im Jahr 1995 mit finanzieller Hilfe von Methodisten aus Südkorea eine eigene Kirche. Ihr gehören, laut Setlana Kim von der koreanischen Gemeinde, 180 Glieder an. Gottesdienste werden in russischer und koreanischer Sprache abgehalten.

Die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) in Russland steht unter der Leitung von Bischof Dr. Rüdiger Minor und ist bei der Bundesregierung als religiöse Organisation registriert. Zu dieser Angelegenheit sagte Bischof Minor: „Es sieht so aus, als sei es eine der „üblichen“ Geschäftsstreitereien mit einem religiösen Unterton. Stimmung gegen diese „koreanische Sekte“ und andere Verunglimpfungen werden gemacht. Und, nach meinem Urteil, kann diese ganze Angelegenheit nur geschehen, weil eine gewisse, wenigstens stille, Unterstützung durch die Verwaltung und die Strukturen geschieht.“

Laut Aleksandr Buksman, Leiter der örtlichen Registrierungsabteilung für religiöse Organisationen, seien die Eigentumsdokumente gemäss dem Religionsgesetz des Landes geändert worden. Er sagte, die Änderungen im Dokument und die Bestätigung der neuen Leitung seien an einem Kirchentreffen im April 2002 geschehen. Offizielle Vertreter der Kirche sagen aber, dass ein solches Treffen nicht stattgefunden habe. Svetlana Kim, die das Originaldokument unterschrieb, sagte, dass sich eine solche Gruppe „nicht in der Kirche traf, um die Leitung der Kirche zu wechseln und sie haben auch keine Beziehung zu uns.“ Auch habe niemand vom Justizministerium mit ihnen Kontakt aufgenommen. Gemäss „The Moscow Times“ haben die neuen Besitzer das Gebäude an eine Firma namens „Khant“ verkauft, die die Sicherheitsleute schickten. Kim sage, dies sei nicht das erste Mal, dass religiöse Gemeinschaften mit Problemen betreffend dem Eigentum von Gebäuden konfrontiert werden, obwohl solche Probleme eher in der Geschäftswelt vorkommen.

Die Kirche beschuldigt nun das Justizministerium von Moskau, Dokumente mit einem falschen Titel einer Firma namens „Kwan Lim“ akzeptiert zu haben. Dadurch seien die Eigentumsrechte zuerst an diese falsche Firma übertragen worden, die das Gebäude dann, ohne Wissen der Kirche, an eine Firma verkauft habe. Der Verkaufspreis für das Gebäude betrug nur einen Bruchteil des Marktwerts. Eine erste Anhörung der koreanischen Gemeinde gegen das Justizministerium soll in Kürze stattfinden.


Quelle: Newscope / EMKNI

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