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EMKNI - 14.01.2004   Zurück zur Übersicht

USA: Methodisten boykottieren Firma

Der weltweite Rat für Kirche und Gesellschaft (General Board of Church and Society GBCS) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) hat einen Boykott gegen die Firma Mt. Olive Pickle Company im US-Bundesstaat North Carolina gutgeheissen. Mt. Olive Pickle ist der grösste Verkäufer von Essiggurken im Südosten der Vereinigten Staaten.

Mit einer Abstimmung am 8. Januar 2004 bestätigte das Exekutivkomitee des Rats, aufgrund einer Empfehlung der Direktoren des GBCS vom letzten Herbst, am Boykott teilzunehmen (siehe auch EMKNI-Meldung vom 18.09.2003), der auch vom Nationalen Rat der Kirchen und weiteren Kirchen und Organisationen unterstützt wird.

Im letzten September hatten sich die Direktoren des GBCS mit der Empfehlung eines Boykotts gegen die Firma Mt. Olive Pickle Company auseinandergesetzt. Der Boykott zielt darauf ab, dass die Arbeitsbedingungen der Menschen auf den Bauernhöfen verbessert werden, die Verträge mit dieser Firma haben und Gurken anpflanzen und ernten. Bei der Abstimmung wurde die Empfehlung eines Boykotts, falls bis zum Beginn des Jahres 2004 keine Fortschritte erzielt worden seien, mit 18 zu 17 Stimmen äusserst knapp angenommen. So wurde vorgängig bei der Diskussion unter anderem die Frage aufgeworfen, ob ein Boykott ein effizientes Mittel sei. Ein Mitglied zitierte damals eine betroffene Frau eines Bauernhofs, die fand, dass die Kirche die Arbeiter mit mehr Kleidung und Nahrung unterstützen, aber den Arbeitern dabei die Chance lassen sollte, ihre Familien zu ernähren

Bischof S. Clifton Ives, Präsident des GBCS, sagte, dass das Exekutivkomitee erkannt habe, dass keine wirklichen Fortschritte in diesem Konflikt seit der Empfehlung im letzten Herbst gemacht worden seien, so dass ein Boykott nun die Folge davon sei. Das Exekutivkomitee bekräftige weiter sein Anliegen, dass Fortschritte in diesem Arbeitskampf gemacht werden müssen und fragte eine Gruppe an, die diesen Prozess weiter beobachten und einen Bericht bis zum 1. Juli 2004 abgeben soll, sobald sich die Bedingungen für die Menschen auf den Bauernhöfen verbessert haben. Pikant an der ganzen Geschichte ist, dass der Präsident der Mt. Olive Pickle Company ein Methodist ist.

In ihrer Erklärung vom 8. Januar 2004 hat der weltweite Rat für Kirche und Gesellschaft verschiedene Forderungen aufgelistet, die von der Firma erfüllt werden sollen, so unter anderem Minimalnormen betreffend Lebens- und Arbeitsbedingungen und Bestimmungen für den Schutz der Arbeiter.


Quelle: United Methodist News Service / EMKNI

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