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EMKNI - 01.07.2004   Zurück zur Übersicht

Welt: Bischofsrat veröffentlicht Arbeitspapier zum Thema Sicherheit in der Welt

„Die neue ‚nationale Sicherheitsstrategie’ der Vereinigten Staaten stellt nicht nur für die USA, sondern für die ganze Weltgemeinschaft eine Herausforderung dar. Der Bischofsrat der Evangelisch-methodistischen Kirche hat deshalb eine Arbeitsgruppe beauftragt, sich umfassend mit der Frage nach Sicherheit in unserer Welt zu befassen.“ Dies steht am Anfang eines 21-seitiges Arbeitspapiers unter dem Titel "Auf der Suche nach Sicherheit", das Bischof Dr. Walter Klaiber in Verbindung mit einer Arbeitsgruppe des Bischofsrates erarbeitet hat. Das Dokument ist vom Bischofsrat jetzt frei gegeben worden, mit der Empfehlung an alle Bischöfe der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK), es in den Jährlichen Konferenzen der EMK zu thematisieren und darüber zu diskutieren.

Das Arbeitspapier gliedert sich in folgende Teile: Zuerst wird die heutige Weltsituation aufgezeigt mit einigen Beispielen, wo Menschen auf der Welt bedroht sind und ihre Sicherheit gefährdet ist. „Die Sehnsucht nach Sicherheit ist ein Empfinden, das alle Menschen miteinander teilen. Das, was die Menschen in Amerika am 11. September durchgemacht haben, erleben andere Menschen rund um den Erdball – oft seit vielen Jahren und mache von ihnen Tag für Tag,“ so der Bischofsrat. In einem zweien Teil werden Sicherheit und Geborgenheit aus der biblischen Perspektive beleuchtet und in zehn Punkten aufgezeigt. Der dritte Teil stellt Überlegungen an, wie die biblische Perspektive in die gegenwärtige Situation passt und geht den Fragen nach, wie man mit der heutigen Suche nach Sicherheit, dem Umgang mit Angst, der Freiheit und dem Vertrauen umgehen soll.

Bei der Auseinandersetzung mit diesen Fragen schlägt der Bischofsrat in seinem Papier auch kritische Töne zum weltpolitischen Verhalten der USA an: „Wir müssen uns fragen, ob die sogenannten Präventivschläge („preemptive actions“), die von der Nationalen Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten befürwortet werden, etwas anderes sind als eine angstbesetzte Überreaktion auf eine mögliche Bedrohung. „Präventives Handeln“ (preemption) im Sinne eines Präventivkrieges steht im Widerspruch zu den traditionellen ethischen Normen. Krieg – wenn er überhaupt moralisch zu rechtfertigen ist – sollte der „letzte Ausweg“ sein. Die Gefahr, eine vermutete Bedrohung falsch einzuschätzen, ist ausserordentlich gross.“

Zum Schluss werden im Arbeitspapier hilfreiche Impulse für einen verantwortlichen Lebensstil, das Streben nach Gerechtigkeit und das Geschenk der Versöhnung vermittelt.

Der Bischofsrat lädt, wie er schreibt, die Menschen in der EMK dazu ein,
„- dieses Papier sorgfältig zu studieren und seine Fragen und Auswirkungen miteinander zu diskutieren;
- nach Wegen Ausschau zu halten, die uns zu einer Sicherheit führen, die auf Vertrauen, Gerechtigkeit und Versöhnung beruht;
- für diejenigen zu beten, die am meisten am Fehlen von Sicherheit leiden, aber auch für die, die dafür verantwortlich sind, im politischen Bereich Massnahmen zu ergreifen, die ein Leben in Geborgenheit sichern und fördern;
- uns mitzuteilen, was ihrer Meinung nach die Kirche als ganze tun sollte, um Menschen in ihrer Suche nach Sicherheit zu helfen."

Das Arbeitspapier kann in deutscher Sprache als pdf-Datei im Internet heruntergeladen und ausgedruckt werden.


Quelle: EMKNI / Bischofsrat

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