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EMKNI - 23.07.2004   Zurück zur Übersicht

USA: Opfer des 11. Septembers werden weiterhin von der EMK unterstützt

Sozialarbeiterin Jenny Crystal Ip (rechts) wird von einer Klientin umarmt, Foto: John C. Goodwin, UMNSGestern wurde der Schlussbericht der unabhänigen Kommission zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001 veröffentlicht. Unter den Folgen der Anschläge leiden immer noch viele Menschen. Hilfe in ihrer Not finden sie auch bei der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK):

Ein Mann, dessen Bruder eine Frühschicht für ihn am Morgen des 11. September 2001 im Restaurant „Windows on the World“ des World Trade Centers übernahm, bleibt deprimiert und voller Schuldgefühle zurück. Ein Fahrer, der für einen Limousinendienst arbeitete, der zu 70% von Geschäftsleuten aus dem World Trade Center genutzt wurde, verliert sein Zuhause, seine Arbeit und seine Ehe geht in die Brüche. Eine Mutter mit Kindern weiss nicht, wie es weitergehen soll, weil ihr Mann wegen des „Patriot Act“ inhaftiert ist. Das sind drei Beispiele von Menschen, die unter den Folgen des Terrorangriffs vom 11. September zu leiden haben und Hilfe bei der EMK gesucht und erhalten haben.

Die Hilfe kommt von UMCOR (United Methodist Commitee on Relief), dem weltweiten methodistischen Hilfswerk, in Zusammenarbeit mit den Hilfsprogrammen der Jährlichen Konferenzen von Greater New Jersey, New York und Virginia. Mehr als 20 Millionen US-Dollar haben Kirchenglieder nach den Terroranschlägen gespendet, um diese Programme zu unterstützten. Das Bedürfnis war von Anfang an offensichtlich, so Pfarrer Christopher Miller von der Jährlichen Konferenz von Greater New Jersey, der verantwortlich für das Hilfsprogramm HEART (Healing, Encouragement and Advocacy in Response to Tragedy) ist. „Wir wurden überwältigt von der grossen Anzahl Klienten, die zu uns kamen durch die Mund-zu-Mund-Propaganda, so dass wir nie nach aussen treten mussten, um Klienten zu suchen,“ sagte Pfarrer Miller.
Pfarrer Charles „Chick“ Straut, der das Hilfsprogramm der Jährlichen Konferenz von New York leitet, bemerkte, dass nur wenige Menschen, die ein Minimalgehalt bezogen, Hilfe von der Regierung bekamen. Die Arbeit der Jährlichen Konferenz, in Verbindung mit UMCOR, bezog sich auf „Menschen, die die Medien nicht einmal als Opfer bezeichneten.“

Im letzten Monat wurden 1'800 Menschen durch das Hilfsprogramm von UMCOR in New York unterstützt. In mehreren Büros sind dazu Sozialarbeiter tätig. Häufig geht es bei der Hilfe um ökonomische Angelegenheiten, aber es kann auch die mentale Gesundheit betreffen. Sozialarbeiterin Jenny Crystal Ip von UMCOR sagte, dass viele ihrer Klienten im Stadtteil Chinatown in der Kleiderindustrie arbeiten, die viele Aufträge nach dem 11. September verloren haben. Weil in der Kleiderindustrie pro Stück bezahlt wird, verdienen Angestellte weniger als 10 US-Dollar pro Tag. „Sogar wenn sie einen neuen Job erhalten, haben sie keine Vollzeitbeschäftigung.“ Vanessa Encarnacion, eine andere Sozialarbeiterin von UMCOR, hat mit vielen lateinamerikanischen Klienten zu tun, wobei einige keine Ausbildung und gültige Papiere haben. Obwohl in diesem Jahr wieder mehr ihrer Klienten eine teilzeitliche Arbeit gefunden haben, sind die meisten unterbeschäftigt. „Ich hatte einen Klienten, der zehn Jahre im World Trade Center arbeitete. Er dachte nie, dass er seine Arbeit verlieren könnte.“

In der Jährliche Konferenz von New York haben, gemäss Pfarrer Straut, zwischen 50 und 55 Kirchen mehr als 80 Projekte nach dem 11. September durchgeführt.

Durch das Hilfsprogramm HEART, so Pfarrer Miller, werden 313 Klienten betreut. Seit drei Jahren läuft HEART nun und es wird vermutlich, je nach Bedarf und Hilfsmöglichkeiten, noch zwei weitere Jahre weiterlaufen, um Klienten mit chronischen Problemen bei ihrer Rekonvaleszenz zu helfen.


Quelle: EMKNI / United Methodist News Service

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