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EMKNI - 10.06.2004   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Aus der geschlossenen Sitzung der Laien an der Tagung der Jährlichen Konferenz

Oben: Daniel Sommer. Unten: Daniel Sommer interview Hanspeter Reber und Ueli FreyAn der Tagung der Jährlichen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) Schweiz-Frankreich in Thun fand am Donnerstag morgen je die geschlossene Sitzung der Laien sowie der Pfarrerinnen und Pfarrer der EMK statt.

Die Sitzung der Laien wurde von Konferenzlaienführer Daniel Sommer geleitet. Zuerst informierte Esther Steiger von der Kommission für Wahlvorschläge über die bevorstehende Wahl der Delegierten und Ersatzdelegierten für die Zentralkonferenz 2005 sowie der Ersatzdelegierten für die Kommission für Wahlvorschläge. Die Wahlen werden morgen an der Tagung stattfinden.

Danach griff Daniel Sommer die von der Kommission für das Predigtamt der EMK erarbeitete „Rahmenordnung zum Verständnis und zur Handhabung von Dienstzuweisungen in der Jährlichen Konferenz Schweiz (Frankreich)“ auf, die seit Anfang dieses Jahres in Kraft ist. Darin geht es um das Dienstzuweisungssystem der EMK, denn Pfarrerinnen und Pfarrer werden durch das Kabinett (Bischof und DistriktsvorsteherIn) nach einer gewissen Zeit in einen anderen EMK-Bezirk versetzt. Die neue Rahmenordnung bringt im Wesentlichen zwei Vorteile: das Vorgehen und die Verantwortungen zur Entscheidungsfindung von Dienstzuweisungen wird nun transparent aufgezeigt und die EMK-Gemeinden werden am Prozess der Entscheidungsfindung stark mitbeteiligt. Das System der Dienstzuweisung der EMK bleibt aber grundsätzlich gleich. Beispielsweise liegt die Kompetenz über die Entscheidung von Dienstzuweisungen weiterhin beim Kabinett. Dennoch gibt es einige Punkte, die neu oder anders sind:
- Erstmals gibt es mit dieser Rahmenordnung eine schriftliche Grundlage, an der sich auch die EMK-Gemeinden orientieren können.
- Es findet vor der definitiven Entscheidung des Kabinetts für eine Dienstzuweisung ein Gespräch zwischen der EMK-Gemeinde und dem/der möglichen Pfarrer/in statt.
- Ein neuer Ausschuss der EMK, der „Ausschuss für das Zusammenwirken Pfarrer/in-Gemeinde“ begleitet den Prozess bis zur Entscheidung einer Dienstzuweisung und generell die Zusammenarbeit zwischen Pfarrer/in und Gemeinde.
- Eine Reihe von verschiedenen Fragebögen helfen bei der Selbstanalyse sowohl auf Gemeinde- wie auch auf Seite der Pfarrperson und ein Stärke/Schwäche-Profil zu erarbeiten.

Hanspeter Reber vom EMK-Bezirk Winterthur und Pfarrer Ueli Frei vom EMK-Bezirk Region Schaffhausen erzählten von ihren Erfahrungen bei dieser Selbstanalyse. Ueli Frei meinte, dass es die Menschen auf seinem Bezirk schätzen würden, in diese Verantwortung miteingebunden zu sein. Dieser Ansicht ist auch Hanspeter Reber. Er sagte, dass es eine gute Erfahrung für den Bezirk sei, an diesem Prozess beteiligt zu sein. „Es ist gut, dass der Bezirk seine Anliegen formulieren kann,“ findet auch Ueli Frei.
Im Plenum wurde von Laien dieser Prozess mehrheitlich positiv beurteilt, es wurde aber darauf hingewiesen, dass beispielsweise die Fragebögen nicht alle Erwartungen erfüllen können oder die Fragestellungen zu kompliziert seien. Daniel Sommer erinnerte an die geistliche Dimension dieses Prozesses und zitierte dazu folgenden Abschnitt aus dem Bericht der Distriktsvorsteher an die Jährliche Konferenz: „Der Heilige Geist wirkt in der Regel nicht unter Ausschaltung, sondern unter gezielter Benutzung menschlicher Fähigkeiten und Gaben. Eine spirituelle Grundhaltung rechnet mit der Wirklichkeit Gottes im Alltag der Welt.“

Als nächster Punkt wurde an der Sitzung der Laien über eine mögliche Neugestaltung der Tagung der Jährlichen Konferenz diskutiert, die ab dem Jahr 2005 eingeführt werden könnte. So schlägt das Kabinett im Berichtsheft der Jährlichen Konferenz als Idee vor, eine eintägige „Hauptversammlung“ als „Verein EMK in der Schweiz“ durchzuführen, in der vor allem die statuarischen Aufgaben, wie zum Beispiel die Abnahme des Berichts des Vereinsvorstandes oder der Jahresrechnung sowie die Länder spezifischen Anliegen behandelt werden sollen. Zusätzlich soll dann eine zeitlich verkürzte Tagung der Jährlichen Konferenz stattfinden, zum Beispiel vom Freitag bis am Sonntag, in der die theologische Arbeit am „Auftrag der Kirche“ und die konkrete Gestaltung der Mission im Vordergrund stehen soll. Eine allfällige Umsetzung dieser Idee ist nicht unproblematisch. So gibt das Kabinett bei ihrer Idee zu bedenken, dass es eine Herausforderung sei, dabei die beiden Bereiche „Geld und Geist“ zu unterscheiden, ohne sie zu trennen. Daniel Sommer stellte an der Laiensitzung die Fragen, was die Laien grundsätzlich von einer solchen Trennung in zwei Veranstaltungen halten, d.h. welche Vorteile und Nachteile würde dies mit sich bringen und was würde bevorzugt? In Kleingruppen wurde an der Sitzung während einiger Zeit darüber diskutiert. Bei den Laien, die sich anschliessend als Sprecherinnen und Sprecher der Gruppen zu Wort meldeten, hielt sich das Votum für oder gegen eine Trennung etwa die Waage. Gewünscht wurden von einigen Laien aber mehr geistliche Impulse sowie eine bessere Strukturierung an der Tagung. Das Thema wird beim Bericht der Distriktsvorsteher am Samstag noch einmal aufgegriffen.

Daniel Sommer erinnerte daran, dass er im nächsten Jahr das Amt als Konferenzlaienführer abgeben wird. Momentan ist der Laienführer/innen-Konvent auf der Suche nach einer geeigneten Nachfolgerin oder einem geeigneten Nachfolger. Ziel ist es, an der nächsten Tagung der Jährlichen Konferenz zwei Kandidaten vorzuschlagen.
Sommer thematisierte auch kirche+welt, die Zeitschrift der EMK Schweiz-Frankreich, die unter einer Abnahme der Abonnementszahlen zu leiden hat, und fragte nach dem Eindruck, den die Laien von der Kirchenzeitschrift hätten. Im Plenum wurden unterschiedliche Voten, positive wie kritische dazu geäussert. Spürbar wurde bei den Voten, wie unterschiedlich der Inhalt von Beiträgen beurteilt wird. Ein Laie machte auf dieses Dilemma aufmerksam und machte der Redaktion Mut, in ihrer Arbeit fortzufahren. Daniel Sommer wies auf die Möglichkeit von Geschenkabonnementen für kirche+welt bei Mitgliederaufnahmen in den EMK-Bezirken hin.
Sommer sucht auch Interessierte, die für eine begrenzte Zeit bereit sind, zusammen mit Christine Bickel, Beauftragte für Beratung und Bilder in der EMK, am Thema der Freiwilligenarbeit weiter zu arbeiten. Interessierte, die mehr über eine solche Mitarbeit wissen möchten, sollen sich bei ihm melden.

Hans-Peter Müller lud für das nächste Europäische Laienseminar des European Methodist Council ein, das vom 12. bis 17. September 2004 am Cliff College in Mittelengland zum Thema Ökumene stattfinden wird. Fünf Teilnehmer/innen aus der Schweiz und Frankreich können daran teilnehmen. Interessierte können sich bei Hans-Peter Müller melden.

Herbert Gut von der Arbeitsgruppe „Spiritualität und geistliche Begleitung“ der EMK informierte darüber, dass sich die Gruppe neu strukturieren wird, d.h. es gibt weiterhin Angebote für Gemeinden, aber eine neue Arbeitsgruppe wird in diesem Jahr Impulse für eine ganzheiltliche Spiritualität in der EMK vermitteln. Interessierte für eine Mitarbeit in der Arbeitsgruppe können sich mit ihm, Christine Bickel oder Susanne Düblin in Verbindung setzen.


Quelle: Andy Schindler-Walch, EMKNI

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