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EMKNI - 11.06.2004   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Referat und Gespräche zum vierten Teil des Distriktsvorsteherberichts an der Tagung der Jährlichen Konferenz

Hanna und Walter Wilhelm-ZinserDer Freitag morgen war an der Tagung der Jährlichen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) Schweiz-Frankreich, wie in den vergangenen Jahren, einem thematischen Schwerpunkt gewidmet. Grundlage dazu bildete in diesem Jahr der vierte Teil des Berichts der Distriktsvorsteher zum Thema „Einheit in der Vielfalt“ mit einem Exkurs zu den Fragen: Was sind unsere „essentials“ (Grundüberzeugungen), was unsere „opinions“ (Meinungen)?

Der Bericht setzt bei der Feststellung der Breite und Vielfalt in der Kirche an. „In unserer Kirche haben die einzelnen Glieder, Gemeinden, Pfarrer/innen und Laienpersonen unterschiedliche Farben, die sich nicht nur aneinander reiben, sondern sich manchmal nicht verstehen.“ So wird im Bericht auf die Phänomene der postmodernen Gesellschaft eingegangen (Patch-Work-Identität, Interessengemeinschaft, Unübersichtlichkeit, Gleichgültigkeit). Diese Phänomene beeinflussen die Menschen auch in der Kirche, gleichzeitig definieren sie aber das Aufgabenfeld der Menschen in der Kirche.

Eine erste Gesprächsrunde unter den Delegierten im Plenum fühlte den „Puls“ der Jährlichen Konferenz im Blick auf die angeschnittenen Fragen. Einige Votanten drückten ihre Dankbarkeit für den Bericht aus. Er spreche wesentliche Fragen der Weltwirklichkeit an. Christen hätten die Chance, gegenläufige Akzente zu setzen, Polarisierungen zu durchbrechen und zu Geschwisterlichkeit zu finden, statt in Rechthaberei zu verfallen. Andere Stimmen erinnerten an die Gefahr und Grenzen der Vielfalt. Beim Leben mit Christus sei nicht alles möglich und gültig, es führe zu klarer Stellungnahme. Eine Votantin bemerkte, dass der Begriff „Einheit“ eine schwierige Seite habe. Das Anliegen der „Liebe“ gehe weiter und beschreibe besser das eigentliche Anliegen.

In den Gesprächsgruppen an den Tischen der Delegierten ging es im weiteren Verlauf des Morgens, unterstützt durch die Impulse eines dazwischengeschobenen Referates der Distriktvorsteher Hanna und Walter Wilhelm (das Referat und der Bericht der Distriktsvorsteher finden sich auch im Internet unter http://jk.umc-europe.org im Verzeichnis „Unterlagen“), um die grundlegenden Überzeugungen, auf sich die Menschen in der Kirche beziehen („essentials“). Was sind die„essentials“ und was sind die „opinions“, die Meinungen, die man nebeneinander stehen lassen kann? Die Resultate der Gruppengespräche wurden auf Blätter notiert. Diese werden vom Ausschuss für theologische Fragen der EMK gesammelt, mit einem Kommentar versehen, und an der nächsten Tagung der Jährlichen Konferenz vorgestellt.

Zwei Voten aus dem abschliessenden Plenumsgespräch: „Essentials“ geben die Freiheit, „opinions“ zu diskutieren, darum zu streiten.Unterscheidung zwischen „essentials“ und „opinions“ ist in der Praxis nicht möglich, sie hängen immer miteinander zusammen.

Die Diskussion zeigte, dass es vor allem bei aktuellen ethischen Fragen für die einen um diskutierbare Meinungen geht, für die anderen um Grundüberzeugungen, in denen man als Kirche unbedingt Stellung nehmen muss.


Quelle: Theo Rickenbacher, EMKNI

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