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EMKNI - 17.06.2004   Zurück zur Übersicht

Schweiz: 40'000 Besucherinnen und Besucher am Christustag.04 in Basel

Um 16.30 Uhr ist letzten Sonntag die evangelische Grossveranstaltung Christustag.04 im Basler Fussballstadion planmässig zu Ende gegangen. Die Veranstalter, vier evangelische Verbände der Schweiz, zeigten sich mit dem Aufmarsch und dem Verlauf der Veranstaltung sehr zufrieden.

Schätzungsweise 45’000 Christinnen und Christen reisten am Sonntag zum Christustag.04 nach Basel. Das Stadion, zu dem 31’000 Personen eingelassen werden durften, war schon kurz nach 10 Uhr voll. Das Vorbereitungskomitee hatte aber vorgesorgt und die Sporthalle St. Jakob nebenan ausgerüstet, in der weitere 9’000 Besucher Platz fanden. Viele Menschen waren enttäuscht wieder abgereist, weil sie im Stadion kein Einlass erhalten hatten. Mit einem so grossen Interesse war seitens der Veranstalter nicht gerechnet worden. Es war einer der härtesten Momente für OK-Chef Paul Beyeler, als er die Tore des Stadions für weitere Besucher schliessen lassen musste. Manche der von weit Angereisten hatten jenseits der Gitterstäbe fast Tränen in den Augen, als sie erfuhren, dass das Stadion voll war und keine Chance für Einlass mehr bestand.

Christen sollen wieder Trendsetter werden

Der Christustag war ein riesiger und ausgedehnter Festgottesdienst. Technisch lief alles programmgemäss ab. Von Unfällen und gewaltsamen Zwischenfällen blieb die Veranstaltung verschont. Der Basler Kirchenratspräsident Georg Vischer rief der Menge die Worte von Jesus Christus aus der biblischen Bergpredigt zu: „Ihr seid das Licht der Welt!“ Christen müssten nicht erst Licht werden, sie seien es schon, weil die Liebe Gottes sie erleuchte. Der Hauptreferent des Vormittags, Pastor Karl Albietz von der Freien evangelischen Gemeinde Wetzikon, glaubt, dass „Gott unserem Land nochmals eine Chance gibt“. Zunächst müssten wir Christen uns eingestehen, dass wir in den 2000 Jahren unserer Geschichte versagt hätten, sonst sähe unsere Welt anders aus. Christen beschäftigten sich zu stark mit sich selber. Sie müssten aber gerade heute neu in die Offensive gehen und das Evangelium in Wort und Tat in die Gesellschaft hineintragen. Denn viele Menschen suchten grundsätzlich nach Orientierung und Lebenssinn, sagte Albietz. Gott habe aber das Interesse an unserem Land und ihren Menschen nicht verloren. Christus sei der einzige Weg zum Vater. Dies gelte es neu zu bezeugen und zu leben. „Christen können in diesem Sinne wie-der zu Trendsettern werden, die man ernst nimmt und mit denen man gerne zusammenarbeitet“, so Karl Albietz.

Fahnen als Gebetsmotivation

Die 2’786 Kommunalfahnen der Dörfer und Städte des Landes wurden ins Stadion getragen und bildeten durch Auslassung ein Schweizerkreuz unter grossem Jubel des Publikums. Es war ein eindrückliches Bild, das die Christustagsbesucher wohl kaum mehr vergessen werden. Darauf trugen 117 ausländische Fahnenträgerinnen und –träger, die in der Schweiz leben, ihre Nationalflaggen hinein und begaben sich in die Mitte des Kreuzes. Dies motivierte die Teilnehmenden auf den Rängen, für die Menschen in unserem Land zu beten. Zum Gebet und zum Engagement für ihr Dorf oder ihre Stadt hatten sich auch die Personen verpflichtet, die die Fahnen trugen.

Miteinander der Generationen

Die ehemalige Fussballerin und heutige Pastorin Susanne Kuttruff aus Zürich sagte, die Kraft für ein offensives Leben als Christ erhalte man nur durch eine persönliche Beziehung mit Jesus Christus. Die Fernsehmoderatorin und Sängerin Jeannette Macci-Meier sang ein selbst geschriebenes, sehr persönliches Glaubenslied. Von ihren Krisen und deren Überwindung aus dem Glauben an Gott erzählten der ehemalige ZSC-Stürmer Mark Ouimet und die erste Militärpilotin der Schweiz, Pascale Schneider. Mit einfachen und klaren Worten schaffte es der junge Pastor Matthias Kuhn aus dem Berner Oberland, die gegen Abend langsam müde gewordenen Teilnehmer nochmals mitzureissen: Kuhn rief zum unabdingbar nötigen Miteinander der Generationen auf. Er selber werde in der kirchlichen Arbeit nie mehr etwas Wichtiges ohne die Begleitung älterer Menschen unternehmen, sagte Kuhn, der im Berner Oberland eine Hauskirchenbewegung leitet.

Alle kamen mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Die Besucherinnen und Besucher des Christustages reisten fast nur mit dem Zug und mit Autobussen an. „Die Parkplätze sind praktische leer. Laut der Polizei gab es dies noch nie“, sagte Paul Beyeler am Mittag bei einer Pressekonferenz. Die SBB hatten für den Christustag.04 rund 30'000 Personen zu transportieren und waren an der Belastungsgrenze. Es war das erste Mal, dass die Organisatoren so konsequent auf den öffentlichen Verkehr gesetzt hatten – mit grossem Erfolg.

EMK sandte Delegation

Bei der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) Schweiz-Frankreich fand an diesem Tag der jährlich wiederkehrende Konferenzsonntag, dieses Mal in Thun, statt. Eine hochrangige Delegation der EMK reiste aber als Zeichen der Verbundenheit zum Christustag.04 nach Basel.

Identität der Christustage

Christustage verstehen sich als ein öffentliches Zeugnis von Christen aus evangelischen Freikirchen, reformierten Landeskirchen und christlichen Organisationen für ihren Glauben an Jesus Christus. Sie wollen zum Ausdruck bringen, dass Evangelische trotz ihrer Vielfalt gemeinsame Anliegen haben. Der Grossanlass soll die Besucherinnen und Besucher ermutigen, sich den Problemen der Menschen in ihrer Umgebung anzunehmen und sich für das Gemeinwohl der Gesellschaft einzusetzen.

Der Christustag wird von vier evangelischen Dachverbänden getragen: Vom Verband evangelischer Freikirchen und Gemeinden (VFG), der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA), der Fédération Romande des Eglises et Oeuvres Evangéliques (FREOE) sowie dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund (SEK).

Weitere Informationen und viele Bilder zum Christustag finden sich im Internet unter http://www.christustag.ch


Quelle: Medienmitteilung Christustag (fh.) / EMKNI

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