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EMKNI - 23.06.2004   Zurück zur Übersicht

USA: Tomatenpflücker geben Check über 110'000 Dollar zurück

In den Vereinigen Staaten wird die Restaurantkette „Taco Bell“ von einer Reihe von Organisationen und Kirchen boykottiert. Dem Konzern wird vorgeworfen, die Arbeiter für die Lieferung von Tomaten auszunutzen. So haben die Tomatenpflücker zum Beispiel seit 20 Jahren keine Lohnerhöhung erhalten. Die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) hat an ihrer Generalkonferenz am 1. Mai 2004 beschlossen, sich dem Boykott anzuschliessen.

Nun haben die Tomatenpflücker einen Check über den Betrag von 110'000 Dollar dem Unternehmen „Yum! Brands“, der Partnerfirma von „Taco Bell“, zurückgegeben, mit der Begründung, dies sei ein Public Relations-Trick. Der Betrag auf dem Check entspräche „äquivalent einem Penny für jedes Pfund Tomaten, das Taco Bell im Jahr 2003 ernten liess,“ hatte das Unternehmen in einem Schreiben verlauten lassen.

Die 110'000 Dollar sind nur ein Tropfen auf dem heissen Stein, so eine Sprecherin der Tomatenpflücker. „Die Arbeiter bitten nicht um eine Auszahlung,“ sagte die Sprecherin Julia Perkins. Den Arbeitern gehe es um soziale Arbeitsbedingungen. So gibt es für sie zum Beispiel keine Krankenversicherung. Auch Pfarrer Clifton Kirkpatrick von der Presbyterianischen Kirche in den Vereinigten Staaten, ist der Ansicht, dass das Geld von "Yum! Brands” nicht ausreichend genug sei. „Unsere Brüder und Schwestern, die Tomaten pflücken, leiden weiter”, so Kirkpatrick und er sagte weiter: „Wir sind so dankbar für unsere religiösen Verbündeten, die helfen, dass sich die Situation der Arbeiter vom Dunkel ins Licht wandelt.“

Die Kirchen haben mit Flyers über den Boykott informiert, Kampagnen mit Schreiben an „Taco Bell“ lanciert und ihre Jugendgruppen aufgefordert, bei ihren Treffen kein Essen mehr von „Taco Bell“ zu bestellen.

Der Streit zwischen „Taco Bell“ und den Tomatenpflückern dauert seit drei Jahren an und hat in den Vereinigten Staaten die Aufmerksamkeit vieler erregt. So hat sich zum Beispiel der frühere US-Präsident und Friedensnobelpreisträger Jimmy Carter auf die Seite der Tomatenpflücker gestellt.


Quelle: EMKNI / United Methodist News Service

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