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EMKNI - 01.03.2004   Zurück zur Übersicht

Grossbritannien: Auf der Suche nach dem elften Gebot

Seit über dreitausend Jahren gibt es die biblischen Zehn Gebote. Mit einem SMS-Wettbewerb wollen nun britische Methodisten ein elftes Gebot finden. Dazu nehmen sie Kontakt mit Menschen unter 40 Jahren auf, die sich in den Pubs, den traditionellen britischen Bars, aufhalten.

Bei diesem Wettbewerb werden 250'000 Untersetzer, die unter die Gläser gelegt werden, in 250 Pubs verteilt, die vorwiegend von Studenten und Menschen unter 40 Jahren besucht werden. Die Untersetzer sind mit sechs verschiedenen Sujets bedruckt sowie mit Vorschlägen für ein elftes Gebot wie zum Beispiel: „Stoppt den Krieg“, „Esst mehr Donuts“ oder „Bitte nicht stören“. Zudem werden seit dem Februar eine halben Million Postkarten in 260 Kinos, in 370 Universitäten und Colleges und in 850 Kaffeehäusern verteilt.

Der Wettbewerb wird von der Methodistenkirche von England zusammen mit den Betreibern der Homepage www.shipoffools.com durchgeführt. Das Ziel des Wettbewerbs ist es, dass sich die angesprochenen Menschen einige Minuten Zeit nehmen, um über ein elftes Gebot nachzudenken. Mehr als 500 Menschen haben bereits ihre Vorschläge eingereicht.

Der Wettbewerb soll auch dazu führen, einen Dialog zwischen der Kirche und Erwachsenen zu starten, die zwischen 20 und 40 Jahre alt sind. Wie andere Kirchen, hat auch die Methodistenkirche festgestellt, dass aus dieser Altersgruppe nur wenige den traditionellen Gottesdienst besuchen. Der Wettbewerb ist die erste einer ganzen Reihe von Initiativen, die den Verantwortlichen in der Methodistenkirche helfen soll, die Kultur der Menschen unter 40 Jahren besser zu verstehen und zu erfahren, was diese über Gott denken. Pfarrer Jonathan Kerry von der Methodistenkirche, der den Wettbewerb mitentwickelt hat, sagt dazu: „Die Kirche hat sich schuldig gemacht, den Leuten zu erzählen, was sie zu denken haben und es fehlte ihr dabei einen Sinn für Humor. So haben wir uns gedacht, dass es an der Zeit sei, zuzuhören und dabei auch Spass zu haben. Wir können auch deswegen kritisiert werden, weil wir den Kontakt zu den Menschen unter 40 Jahren verloren haben. Wir hoffen, dass dies ein Weg sein kann, einiges über sie herauszufinden, was ihnen wichtig ist.“ Und er meint weiter: „Wir hoffen, dass Menschen diese Getränkeuntersetzer und Postkarten sammeln, mit Freunden darüber diskutieren und uns ihre Ideen mit dieser schnellen und populären Art des SMS mitteilen werden.“

Simon Jenkins, Verantwortlicher der Homepage www.shipoffools.com, sagt dazu: „Das Aufregende an diesem Wettbewerb ist, dass die Zehn Gebote aus den langweiligen Gebäuden hinaus auf die Strasse transportiert werden, wo sie hingehören.“

Nach dem Einsendeschluss am 31. März 2004 werden die fünf besten vorgeschlagenen Gebote je ein Mobiltelephon mit integrierter Kamera gewinnen. Die Organisatoren des Wettbewerbs hoffen, danach ein Buch mit den besten Vorschlägen herauszubringen. Damit soll es der Kirche ermöglicht werden, diese Vorschläge mit den Menschen zu teilen und sie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, so Pfarrer Jonathan Kerry.


Quelle: Methodistenkirche von England / EMKNI

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