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EMKNI - 17.03.2004   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Tagung des Männerforums zu „Christen in der Arbeitswelt“

In Interlaken fand am letzten Sonntag ein Forum zum Thema „Christen in der Arbeitwelt“ statt. Zu dieser Tagung hatte das Männerforum der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) Schweiz-Frankreich eingeladen. An der Tagung wurden ethische Fragen rund um die Arbeitswelt thematisiert. 25 Männer überlegten gemeinsam, wie sie sich als Christen in der Arbeitswelt einbringen.

Max Sommerhalder, leitender Mitarbeiter einer Firma mit 110 Angestellten, erzählte vom Wandel in der Unternehmenskultur in den letzten Jahren. Während früher Unternehmer mit dem eigenen Geld eine Firma führten, tut dies heute oft ein Management. Dieses steht unter hohem Erfolgsdruck. Ueli Bolleter, der in der Geschäftsleitung von Sulzer tätig war, äusserte sich zum Thema Globalisierung. Die weltweite Vernetzung hat teilweise gravierende Auswirkungen, besonders dann, wenn politische Rahmenbedingungen fehlen. Auf der anderen Seite kann aber gerade die Globalisierung einen Ausgleich zwischen ärmeren und reicheren Ländern bringen. Spürbar wird dies auch in der Schweiz, wenn Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden.

Walter Senn ist Unternehmer und bezeichnet seine politische Haltung als wertekonservativ. Philipp Hadorn, Gewerkschafter, hat sich entschieden, als Christ bewusst linke Politik zu machen. Zusammen diskutierten sie über ihre verschiedenen Konsequenzen ihres Glaubens. Es zeigt sich, dass dahinter unterschiedlichen Haltungen, auch verschiedene Bilder von Gott stehen können. Überraschend ist, wie stark die Sozialen Grundsätze der EMK zu wirtschaftlichen Fragen Positionen aufnehmen, die von linken Parteien vertreten werden.

Wie lassen sich der Glaube und die Führung von einem Geschäft glaubwürdig miteinander verbinden? Auf diese Frage ging Erich Zbären aus der Lenk ein. Er führt sein Unternehmen bewusst auf christlicher Basis. Er lernte, in schwierigen Momenten aus dem Vertrauen zu Jesus Christus zu handeln und entschied sich, als Christ sein Geschäft konsequent mit legalen Entscheidungen zu führen. Offen blieb die Frage, wie weit ein solcher Ansatz dazu verleitet, „Gott auch zum Geld verdienen einzuspannen“. Es stellt sich die Frage: Kann ein gutes Einkommen als Segen gedeutet werden?

Am Rande der Tagung fand die Generalversammlung des Männerforums statt. Dem abtretenden Präsidenten, Pfarrer Robert Budry, wurde für seine Arbeit gedankt. Seinem letzten Antrag, den Verein Männerforum aufzulösen und in eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Pfarrer Stefan Moll zu überführen, wurde einstimmig zugestimmt. Die Delegierten der Jährlichen Konferenz der EMK Schweiz-Frankreich werden im Juni über dieses Vorgehen entscheiden.


Quelle: Stefan Moll / EMKNI

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