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EMKNI - 19.05.2004   Zurück zur Übersicht

Welt: Ökumenischer Rat der Kirchen kann bei Friedensprozessen helfen

Dr. Samuel Kobia                                                                   Bild: ÖRKDr. Samuel Kobia, der Generalsekretär des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK), glaubt daran, dass der ÖRK den Vereinten Nationen helfen kann, Frieden in Konfliktregionen zu bringen. Der Methodistenpfarrer Kobia traf Kofi Annan, Generalsekretär der Vereinten Nationen, am 17. Mai 2004 in New York, um mit ihm über die Konflikte im Sudan, Irak und dem Nahen Osten zu reden. „Ich möchte, dass wir schauen, wie man Politik und Moral vereinen kann und wie wir einander in unserer Arbeit ergänzen können,“ erklärte Kobia vorgängig an einer Pressekonferenz am 14. Mai 2004 im kirchlichen Zentrum der Vereinten Nationen.

Der Ökumenische Rat der Kirchen steht in der Mitte seines Jahrzehnts der Dekade zur Überwindung der Gewalt, bei der die Kirchen, ökumenische Organisationen und alle Menschen guten Willens aufgerufen werden, eine Kultur des Friedens zu schaffen. Die Evangelisch-methodische Kirche (EMK) ist ein aktives Mitglied des ÖRK.

Jedes Jahr wird anlässlich der Dekade der Fokus auf eine geographische Region gelegt. Im Jahr 2002 war es der Nahe Osten, wo sich der ÖRK mit einem ökumenischen Programm in Israel und den Palästinensergebieten engagierte. „Jedes Jahr haben wir nicht mehr als 20 bis 24 Menschen aus der ganzen Welt, die nach Israel und Palästina gehen, um dort bei diesen Menschen zu sein,“ sagte Kobia.

Im Jahr 2003 lag der Fokus auf dem Sudan, wo Kobia seit dem Jahr 1991 an Friedensgesprächen teilnimmt. Als er sich im letzten Oktober mit den Hauptunterhändlern aus dem Sudan traf, um über Frieden zu reden, waren die Gespräche für ihn Grund zum Optimismus. „Ich hatte gehofft, dass bis Ende Jahr eine Friedensvereinbarung unterschrieben wird,“ sagte er. Leider geschah dies nicht. Seit 20 Jahren besteht im Sudan ein Konflikt zwischen der islamistischen Regierung im Norden und der nicht-muslimischen Bevölkerung im ölreichen Süden des Landes. Als sich eine Annäherung der beide Seiten anbahnte, brach im Jahr 2003 der Konflikt im Westen aus. Durch Krieg und Hunger haben bis jetzt etwa zwei Millionen Menschen im Sudan ihr Leben verloren und fünf Millionen Menschen wurden in den letzten fünf Jahren vertrieben. "Alle Indikatoren zeigen auf, dass sich hier ein Völkermord anbahnt," sagte Kobia. "Wir haben Berichte von unserem Informanten über Massaker.“ Am 7. Mai 2004 hat die Generalkonferenz der EMK in Pittsburgh eine Resolution verabschiedet, in der sie ihre tiefe Sorge über die humanitäre Krise im Sudan zum Ausdruck brachte. United Methodist Committee on Relief (UMCOR), das weltweite Hilfswerk der EMK, hat einen Notfonds für die Flüchtlinge aus dem Sudan eingerichtet, die in das Nachbarland Tschad geflüchtet sind und sich in einer schwierigen Situation befinden.

In diesem Jahr liegt der Fokus des ÖRK auf den Vereinigten Staaten. Und zwar wegen des historischen Kampfs der Nation mit Gewalt und der gewaltlosen Bewegungen, die eine enorme globale Rolle spielten und einen Einfluss auf das Verhalten der Kirchen hatten und soziale Veränderungen förderten. Das ÖRK ist mit speziellen Anlässen und interreligiösen Kontakten daran, ein Verständnis der Situation und der Veränderungen zu schaffen, mit denen die amerikanischen Kirchen, die sich für Frieden und Gerechtigkeit engagieren, konfrontiert werden. „Ich werde mehr und mehr involviert, was Kirchen und Gemeinschaften in den Vereinigten Staaten tun, um Gewalt zu überwinden,“ sagte Kobia. So setzt er sich, analog wie Martin Luther King jr., für die Entwicklung eines gewaltlosen Ansatzes ein.

Ein Interview, geführt im April 2004 mit Dr. Samuel Kobia, anlässlich seiner ersten 100 Tage im Amt, findet sich auf der Homepage des ÖRK.


Quelle: EMKNI / United Methodist News Service

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