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EMKNI - 28.05.2004   Zurück zur Übersicht

Makedonien: Verbesserung der medizinischen Versorgung für die Roma von Medjitlija

«Es gibt noch Wunder!» So fasst Mihail Cekov, Pfarrer der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Makedonien, die Entwicklung bezüglich der medizinischen Versorgung der in Suto Orizari lebenden Roma zusammen: UNHCR, das Flüchtlingshilfswerk der UNO, hat zwei Ärzte angestellt, welche nun die Roma mit grosser Höflichkeit untersuchen und behandeln — und welche den Kranken die notwendigen Medikamente kostenlos abgeben. Im Moment haben sich also zumindest einige dunkle Wolken verzogen, und der kompetente und umfassende Einsatz der EMK-Ärztin Dr. Lidija Ristevska ist nicht mehr notwendig (siehe auch EMKNI-Meldung vom 21.04.2004). Ein Grund zur Dankbarkeit.

Für die EMK in Makedonien aber kein Grund, die Situation nicht mehr im Auge zu behalten. Die Aufenthaltsgenehmigung der Roma ist um weitere sechs Monate verlängert worden. Sie dürfen deshalb — und werden wohl auch — bis im November 2004 in Makedonien bleiben. Unverändert schwierig ist allerdings die Versorgung mit Hygieneartikeln und Lebensmitteln. Weil die Roma neben der finanziellen Hilfe, die etwa 6 Euro pro Person und Monat beträgt und kaum zum Überleben reicht, nicht auf weitere regelmässige Hilfe z.B. des UNHCR zählen können, ist die Hygiene auf einem niedrigen Niveau. Die Romas haben deshalb die EMK um Hygienepakete gebeten. Ob, wann und wie diesem Wunsch entsprochen werden kann, ist im Moment noch Gegenstand von Abklärungen.

Zu einem Problem entwickelt sich wieder — und immer mehr — die räumliche Situation in Suto Orizari. Zum einen ist das Flüchtlingslager in Katlanovo geschlossen worden, weshalb von dort rund 500 Roma ins ohnehin schon überfüllte Suto Orizari gereist sind, um sich dort Privatunterkünfte zu suchen. Zum anderen gehören viele der vermieteten Räume anderen Roma, die im Ausland arbeiten und in diesen Tagen und Wochen in nicht kleiner Zahl nach Makedonien kommen, um ihren Sommerurlaub hier zu verbringen. Dafür brauchen sie aber ihre Wohnungen, weshalb sie die temporären Bewohner entweder auf die Strasse schicken oder von ihnen den doppelten Mietpreis verlangen, um darauf den Sommer irgendwo anders zu verbringen. Diese Entwicklung wird mit Sorge beobachtet; am Horizont drohen Unruhen. Dass das Flüchtlingslager in Katlanovo geschlossen worden ist, hat auch direkte Auswirkungen auf die schulische Situation der Kinder der aus Katlanovo abgereisten Familien. Diese haben ihre Schulen verlassen müssen und müssen nun in Suto Orizari erst wieder eine neue Lösung finden. — Neben der allgemeinen Unterstützung der Roma-Kinder in Suto Orizari, die eine Schule besuchen wollen (Schulmaterial, Kleider, Schuhe), plant die EMK, eine junge Roma-Frau mit einem Stipendium zu unterstützen. Diese junge Frau besucht eine Höhere Schule (medizinische Ausbildung), ist dort Klassenbeste, müsste aber aus finanziellen Gründen die Schule eigentlich verlassen. Die Verantwortlichen der EMK versuchen, mit allen beteiligten Parteien im Gespräch zu bleiben und so dazu beizutragen, den Roma in Suto Orizari wirklich zu helfen.


Quelle: Urs Schweizer

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