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EMKNI - 02.11.2004   Zurück zur Übersicht

Polen / International: Offizieller Dialog auf Weltebene zwischen der Römisch-katholischen Kirche und dem Weltrat Methodistischer Kirchen

Krakau, Ort der jüngsten Gespräche zwischen römisch-katholischer Kirche und dem Weltrat Methodistischer KirchenZwischen dem 22. - 29. Oktober 2004 hat sich die offizielle gemeinsame Dialogkommission zu einer weiteren Gesprächsrunde in Krakau, Polen getroffen. Die Aufgabe dieser 8. Dialogrunde seit 1967 ist es, herauszuarbeiten wie die je eine Gruppe in der je anderen Kirche erblickt wird. Leitwort ist der paulinische Satz aus dem 1. Korintherbrief: "Wir danken Gott für die Gnade, die euch in Christus gegeben ist." Die gegenseitige Wahrnehmung zwischen dem 18. bis 20. Jahrhundert hat sich grundlegend verändert. Die Bereiche, in denen Übereinstimmung erzielt werden konnte, sind gewachsen. Die Tatsache, dass sich beide Kirchen zwar als getrennt vorgefunden haben, aber keine gemeinsame Vergangenheit schmerzhafter Trennung haben, hat das Gespräch erleichtert.
Für das Schlussdokument sind vier große Kapitel vorgesehen:
1. Gemeinsame Darstellung der Vergangenheit
2. Unser gemeinsames Verständnis von Kirche
3. Vertiefung und Ausweitung unserer Anerkennung einer gemeinsamen Identität.
4. Verleiblichung des Glaubens, den wir teilen. Verleiblichung des Geheimnisses.

Die Gruppe war bemüht, die seit der Reformation bestehende Polarisierung von Wort und Sakrament zu überwinden. Diese Polarisierung hat weitgehend das 2. Jahrtausend der christlichen Welt bestimmt.
1986 hat die Dialogkommission eine Zielvorgabe formuliert, die in den Überlegungen aller weiteren Dialoge immer wieder auftaucht und aus verschiedenen Blickwinkeln bedacht und diskutiert wird. Im Bericht von Nairobi (1986) heißt es: "Als Methodisten und römische Katholiken erkennen wir, dass die Trennungen im Widerspruch zu der Einheit stehen, die Christus für seine Kirche will. Im Gehorsam gegen Ihn, der diese Einheit herbeiführen wird, sind wir einer Vision verpflichtet, die volle Gemeinschaft als das Ziel einschließt, volle Gemeinschaft im Glauben, in der Mission und in sakramentalem Leben."

Der Dialog läuft seit 1967. Die jeweiligen Gemeinsamen Kommissionen haben folgende Berichte erarbeitet und ihren Kirchen übergeben:
1971 Denverbericht (Heiligung, Abendmahl, Autorität, Amt, die Kirche in der gegenwärtigen Welt, christliche Familie)
1976 Dublinbericht "Wachsen im Verständnis" (Gemeinsames Zeugnis heute, Evangelisation, Vorlaufende Gnade, Bekehrung, Spiritualität, Abendmahl, Mischehen)
1981 Honolulubericht "Auf den Weg zu einer Stellungnahme über den Heiligen Geist." (Lehre und Person des Heiligen Geistes, Heiliger Geist, Autorität, moralische Entscheidungen, Ehe)
1986 Nairobibericht "Auf dem Weg zu einer Stellungnahme über die Kirche" (Zeichen und Sakrament, Kirche und Sakrament, das Wort und die Kirche, die lokale Gemeinde, Wesen und Struktur der Kirche, Rolle der Leitung in der Kirche)
1991 Singapurbericht "Die apostolische Tradition" (Apostolische Lehre, Übermittlung und Aneignung, Apostolische Tradition: Amt und Ämter in der apostolischen Tradition)
1996 Rio de Janeiro Bericht "Das Wort des Lebens. Eine Stellungnahme zu Offenbarung und Glauben" (Offenbarung und Glaube, Lehre, Mission und sakramentales Leben)
2001 Brighton Bericht "Die Wahrheit in Liebe sagen: Lehrautorität bei Katholiken und Methodisten"

Das abschließende Gespräch ist für Oktober 2005 vorgesehen. Die Gemeinsame Dialogkommission wird sich im Stift Klosterneuburg (Österreich) treffen.

Römisch-katholische Mitglieder der Dialogkommission sind:

Bischof Michael Putney, Townsville, Australien (Co-Vorsitzender)
Bischof Michael Evans, Norwich, England
Schwester Lorelei Fuchs, SA, New York, USA
Rev. Dr. Paul McPartlan, London, England
Rev. Prof. George Tavard, Brighton, USA
Kardinal Peter Turkson, Cape Coats, Ghana
Erzbischof James Weisgerber, Winnipeg, Kanada
Rev. Donald Bohlen, Vatikan (Sekretär)

Die methodistischen Teilnehmer:

Rev. Prof. Geoffrey Wainwright, Duke University, USA (Co-Vorsitzender)
Rev. Dr. David Chapman, Horsham, England
Rev. Prof. James Haire, Canberra, Australien
Bischof Scott J. Jones, Wichita, Kansas, USA
Frau Gillian Kingston, Birr, Irland
Rev. Prof. Helmut Nausner, Wien, Österreich
Bischof Zablon Nthamburi, Nairobi, Kenia, Afrika
Rev. Dr. George H. Freeman, Lake Junaluska, USA (Sekretär)


Quelle: Helmut Nausner

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