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EMKNI - 10.11.2004   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Eucharistische Gastfreundschaft, aber nicht Inter- und Konzelebration

Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) begrüsst die praktizierte eucharistische Gastfreundschaft und empfiehlt, sie weiterhin zu pflegen. Er rät indessen aus ökumenischer Rücksicht von Inter- und Konzelebration ab.Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) hat an einer Medienkonferenz am 9. November in Bern zum Abendmahl in evangelischer Perspektive Stellung genommen. Er begrüsst die praktizierte eucharistische Gastfreundschaft und empfiehlt, sie weiterhin zu pflegen. Er rät indessen aus ökumenischer Rücksicht von Inter- und Konzelebration ab und ermutigt, die ökumenische Zusammenarbeit zu vertiefen. Im weiteren empfiehlt er, dass auf evangelischer Seite der Abendmahlspraxis vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt wird.
In seiner ausführlichen Stellungnahme begrüsst der Rat SEK die praktizierte eucharistische Gastfreundschaft (offene Einladung zum Abendmahl) und ermutigt, sie weiterhin zu pflegen und in Anspruch zu nehmen, wo sie angeboten wird. In den evangelischen Kirchen sind grundsätzlich alle zum Abendmahl eingeladen, die sich zu Jesus Christus bekennen, unabhängig von ihrer konfessionellen Zugehörigkeit. Das Abendmahl ist ein Gemeinschaftsmahl, zu dem Christus selbst einlädt. Die Einladung wird deshalb offen ausgesprochen. Aus vielen Bereichen ist die eucharistische Gastfreundschaft nicht mehr wegzudenken, etwa aus Gottesdiensten in Spitälern und Heimen oder bei konfessionsgemischten Familien.
Der Rat SEK betont jedoch, dass die Feier des Abendmahls nicht den Eindruck entstehen lassen dürfe, die unterschiedlichen Auffassungen seien überwunden, welche zur Trennung der Kirchen geführt haben. Mit der eucharistischen Gastfreundschaft ist das Ziel noch nicht erreicht. Der Rat SEK empfiehlt aus diesem Grund und aus ökumenischer Rücksichtnahme, von Inter- und Konzelebration (gemeinsame Leitung der Abendmahlsfeier durch konfessionsverschiedene Amtsträgerinnen und -träger) im gegenwärtigen Zeitpunkt abzusehen.
Für den Rat SEK gilt es, den in der ökumenischen Zusammenarbeit bereits erreichten Stand anzuerkennen und weiter auszubauen. Er ruft dazu auf, vermehrt gemeinsame Gottesdienste zu feiern und auch von den altkirchlichen Tagzeitenliturgien inspirierte Andachten und Meditationen als ökumenische Chance zu nutzen. Weiter können ökumenische Gottesdienste zum Taufgedächtnis gefeiert sowie gemeinsame Gemeindemahlzeiten durchgeführt werden.
Der Rat SEK empfiehlt auf evangelischer Seite der Abendmahlspraxis in verschiedener Hinsicht vermehrt Aufmerksamkeit zu schenken: Konkret werden die liturgische Disziplin sowie die Häufigkeit des Abendmahls angesprochen. Im ökumenischen Horizont ist auch den Fragen Beachtung zu schenken, was mit den übrig bleibenden Abendmahlselementen nach dem Gottesdienst geschieht und wie die Leitung des Abendmahls wahrgenommen wird.
Die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) ist Mitglied im SEK.
Das Dokument "Das Abendmahl in evangelischer Perspektive, Überlegungen und Empfehlungen des Rates" und weitere Hinweise zum Thema sind auf der Webseite des SEK unter
http://www.sek-feps.ch/index2.php?idcatside=186&sid=72fa651ca65473a3155e8a78f6aac0c9
abrufbar.


Quelle: Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund (SEK)

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