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EMKNI - 16.11.2004   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Homosexualität und Männergewalt Thema des EMK-Männerforums

Dr. Jörg Barthel, Alttestamentler am Theologischen Seminar in Reutlingen wird am Männerforum vom 12.-13. März 2005 in Adelboden über Prinzipien bei der Auslegung der Bibel und über einschlägige Bibeltexte zur Homosexualität referieren.Das Männerforum der Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) hat in neuer Zusammensetzung die Arbeit aufgenommen. „Homosexualität“ und „Männer und Gewalt“ sind die Schwerpunktthemen.
Die Frage der Homosexualität wird äusserst kontrovers diskutiert. Meist sind die Meinungen schon gemacht und es ist sehr schwierig, einander zuzuhören, wenn darüber gesprochen wird. Offenbar ist das Thema so aufwühlend, dass es über dieser Frage sogar zu einer Kirchenspaltung kommen könnte. Kein Grund, die Frage der Bewertung von Homosexualität aus Sicht der Bibel zu verschweigen. Im Gegenteil: es ist für die Kirche wichtig geworden, dass über diese Frage gesprochen wird und die eigene Meinung überprüft wird.
Aus diesem Grund findet zum Thema Homosexualität vom 12.-13. März 2005 das Männerforum in Adelboden statt. Dr. Jörg Barthel vom Theologischen Seminar in Reutlingen wird über Prinzipien bei der Auslegung der Bibel und über einschlägige Bibeltexte referieren. Auch homosexuelle Christen werden an dieser Tagung zur Sprache kommen. Was macht Männern angst, wenn sie schwulen Männern begegnen? Wie sind Bibelstellen zu interpretieren, die homosexuelle Handlungen verurteilen? Welche Argumente sind ausschlaggebend für die Bildung einer eigenen Meinung? Am Wochenende in Adelboden bleibt auch Raum für Gebet. Ein Worship-Team aus der Region wird am Samstag und Sonntag in die Anbetung führen. Während des Abendbanketts im Hotel Alpina Adelboden wird Martin Zangerl am Klavier Jazz, Blues und Rock spielen.
Mehr zur Haltung der EMK beim Thema "Homosexualität" findet man unter http://kug.umc-europe.org/dokumente/homosexualitaet/.

Mit der Männergewalt wird sich das Männerforum über einen längeren Zeitraum beschäftigen. Das Thema „Mann und Gewalt“ ist dringend. Jede dritte Frau wird mindestens einmal im Leben Opfer von Gewalt durch einen Mann. Rund 20 – 25% aller Frauen sind Opfer sexualisierter Gewalt. Meist sind es Mädchen oder Jugendliche, die sexuell ausgebeutet werden, in aller Regel kommen die Täter aus dem persönlichen Umfeld der Opfer. Täter findet man in allen sozialen Schichten. Statistiken zeigen, dass gerade auch angesehene, respektierte und auch in der Kirche geachtete Männer zu Tätern werden. In der Kirche muss davon ausgegangen werden, dass häusliche und sexualisierte Gewalt eben so häufig vorkommt wie anderswo.
Männer, die Gewalt ausüben, schämen sich dafür. Sie wollen vermeiden, dass andere es erfahren. Darum ist es für sie so schwierig, über sich und ihre Gewalt zu sprechen. Gewaltbereite Männer habe oft sehr hohe Ansprüche an sich selber. Sie wollen gute Familienväter sein. Sie sind keine Monster, auch wenn ihre Taten für die Opfer schrecklich sind. Hinter ihrer Gewalt steht oft eigene Ohnmacht. Nicht der Täter ist böse, sondern seine Taten. Darüber muss gesprochen werden.
Das Männerforum der Schweiz wird sich in den kommenden Monaten vertieft mit dieser Frage auseinandersetzen. Ziel ist es, wirksame Hilfen anzubieten. Ziel ist auch, eine Sprache zu finden, welche das Thema enttabuisiert. Allein die Tatsache, dass über Gewalt durch Männer gesprochen werden darf und gesprochen wird, wird dazu beitragen, Gewalttaten zu verhindern.


Quelle: Stefan Moll

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