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EMKNI - 21.10.2004   Zurück zur Übersicht

Serbien-Montenegro/Makedonien: Jährliche Konferenz tagte in Strumica

Vom 13. - 17. Oktober 2004 fand die Tagung der Jährlichen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) von Serbien-Montenegro und Makedonien in Strumica, Makedonien, unter dem Thema „Lasst uns wahrhaftig sein in der Liebe“ (Epheser 4, 15 aus der Bibel) statt. Dazu ein Bericht:

Serbien-Montenegro
Zum ersten Mal legte die im Januar 2004 eingesetzte Superintendentin, Ana Palik-Kuncak, ihren Bericht vor. Einen breiten Raum haben die Fragen um das neue Gesetz über Glaubensfragen und die christlichen Organisationen eingenommen. Im Entwurf des neuen Gesetzes sind alle historischen Kirchen namentlich erwähnt, mit Ausnahme der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK).
Die EMK hat viel Unterstützung durch die Konferenz Europäischer Kirchen und die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) erhalten. Auch bei der OSZE in Belgrad ist das Anliegen deponiert. So hoffen und beten die Menschen der EMK für eine Lösung, welche sie nicht als “Sekte“ diskriminiert.
Die Dokumentationen über die enteigneten kirchlichen Liegenschaften sind nun bereit. Die EMK hat sieben Objekte in Serbien und Montenegro für die sie, wenn nicht eine Rückgabe, so doch eine Entschädigung erwartet. Der Bedarf an Mitteln für die sehr notwendige Renovierung der Liegenschaften ist sehr gross. So könnte eine finanzielle Entschädigung für enteignetes Gut in dieser Hinsicht helfen. Die grosse Kirche und Wiege des Methodismus in der Region, das Gebäude in Vrbas, konnte nicht fertig renoviert werden, weil die Teuerung und die Vertragspartner die Arbeit blockierten.

Republik Makedonien
Der Superintendent von Makedonien, Wilhelm Nausner, dient nun schon im achten Jahr. In seinem Bericht erwähnte er noch einmal den Schock, welchen der tragische Tod des makedonischen Präsidenten Boris Trajkovski ausgelöst hatte. Das Staatsbegräbnis fand am 5. März 2004 statt. Die Liturgie und Predigt am Grab wurde von Bischof Heinrich Bolleter gehalten.
Die EMK in Makedonien hat mit Boris Trajkovski nicht nur den Präsidenten des Kirchenvorstandes sondern auch einen treuen und bewährten Laien verloren. In Kocani, wo er öfter als Laie predigte, konnte für die Gemeinde ein Haus erworben werden. Dieses wurde zur Erinnerung an Boris Trajkovski diesen Sommer eröffnet. Die Gemeinde in Monospitovo meldet eine neue Aussenstation. In Skopje findet neu vierzehntäglich ein englischsprachiger Gottesdienst statt.

Eine erfreuliche Sache ist das laufende Studienprogramm für Laienmitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Makedonien. Im November wird die dritte Studientagung abgehalten. Dozent Dr. Lothar Schieck und Professor Helmut Nausner werden wiederum die Zuhörer in Struga begeistern.

Gleichzeitig mit der Tagung der Jährlichen Konferenz fand in Ohrid (Makedonien) ein Treffen auf Einladung des Staatspräsidenten Branko Crvenkovski statt. Er versammelte die Leitungen der Kirchen und Religionsgemeinschaften, um mit ihnen über den Weg nach Europa zu sprechen, aber auch um mit ihnen die Rückgabe von verstaatlichtem Kirchenbesitz, die Entwicklung der Religionsgesetzgebung in Makedonien sowie Fragen der Finanzen und der Steuerabgaben zu besprechen. Diese Gesprächsrunde soll fortgesetzt werden.

Mission in Kroatien
Aus Pula (Kroatien) wurde eine neue Gemeindegründung gemeldet. Neben Petar und Heidi Zunic wirkt jetzt Sebastian Dalynjak (als freiwilliger Mitarbeiter) in unserer kroatischen Mission. In Pula wurde ein Raum angemietet. Die Gemeinde ist noch eine „sehr schwache Pflanze“. Sebastian Dalynjak arbeitet für die Vormundschaftsbehörde. Er betreut Drogensüchtige, welche in die Gesellschaft re-integriert werden sollen. Er hat Archäologie und Französisch studiert. Nebenbei hat er ein Fernstudium in Theologie absolviert und interessiert sich für Kirchengeschichte.

Gemeinsame Erfahrungen
In den Ländern im Balkan lässt sich ein Klimawechsel feststellen: Vor sechs oder sieben Jahren gab es noch Hoffnung und Optimismus. Die Menschen waren überzeugt, dass die Zukunft besser sein wird. Sie hatten Pläne und Erwartungen. Heute hat Resignation den Optimismus abgelöst. “Es ist kühler geworden...“, schreibt der Superintendent. Die internationalen Hilfsorganisationen ziehen sich aus dem Balkan zurück. Das macht das Los der vielen Arbeits- und Heimatlosen noch schwieriger.

Im personellen Bereich geht die Kirche noch immer durch Engpässe. Es gibt zu wenig gut ausgebildete Pastoren. In Makedonien hat die EMK nur drei ordinierte, aktive Älteste und in Serbien-Montenegro sind es vier. Das erschwert die Aufsicht über die Bezirke und die Begleitung der Gemeinden sowie der Laien-Mitarbeiter immens. Da die finanziellen Beiträge der Mitglieder auch im vergangenen Jahr zurück gegangen sind (ihre wirtschaftliche Lage hat sich seit der Wende nicht verbessert, sondern verschlechtert) sind Anstellung und Ausbildung von neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nur möglich mit der Hilfe der methodistischen Familie im Ausland.
Erfreulich ist dennoch, dass ein jungen Mann als Diakon ordiniert werden konnte und dass ein neuer Student zum Studium in Graz/Waiern empfohlen wird.

Noch ein Jubiläum
Nicht nur die Zentralkonferenz der EMK von Mittel- und Südeuropa feiert das 50-jährige Jubiläum. Vor 50 Jahren wurde auch die Laienschulung mit biblischen Kursen im damaligen Jugoslawien (Novi Sad) begonnen. Ein vierjähriger Kurs führte zur Lizenz als Laienprediger. Die Mehrzahl der Prediger der älteren Generation ist auf diesem Weg mit einem anschliessenden Aufbaustudium in den Dienst gekommen. Die von Umbrüchen geprägte Entwicklung hat dahin geführt, dass diese Kurse nicht mehr mit der gleichen Hingabe und Qualität weitergeführt werden konnten. Typisch für die Offenheit der Evangelisch-methodistischen Kirche damals und heute ist, dass beim Start der Laienschulung der Sekretär der Serbisch-orthodoxen Synode die Kirchengeschichte unterrichtete.

Die nächste Jährliche Konferenz der EMK soll in Kisac (Serbien-Montenegro) vom 26. - 30. Oktober 2005 stattfinden.


Quelle: Sekretariat von Bischof Heinrich Bolleter

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