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EMKNI - 07.09.2004   Zurück zur Übersicht

Zehn Dinge, wofür man John Wesley hassen könnte

Steve Tomkins Autor einer neuen Biographie John Wesleys, versteht es auf unterhaltsame Weise historische Personen zeitnah zu beschreiben. Mit den "Zehn Dingen, wofür man John Wesley hassen könnte" drucken wir hier ein Muster von Tomkins' können ab.
Zu einem späteren Zeitpunkt werden wir auch noch den zweiten Teil, die "Zehn Dinge, wofür John Wesley dich hassen könnte", hier abdrucken.
Der Originaltext auf Englisch findet sich unter http://shipoffools.com/Features/1003/wesley.html.

Zehn Dinge, wofür man John Wesley hassen könnte

1. Despotismus – Sogar Wesleys eigene Prediger nannten in "Papst John". Er regierte über seine Nachfolger wie ein grosser Despot, und sein geliebter Bruder Charles dachte daran, ihn "zu entmachten". John erwartete von jeder methodistischen Gesellschaft, dass sie seinen Anweisungen folgten wie ein McDonalds-Lizenznehmer. Das Amt war ihm wichtiger als das Privatleben des Mitglieds. Schnell entliess er jemanden wegen Faulheit oder fehlender Begeisterung.

2. Aberglaube – Stürmischer Regen hielt er für Gottes Strafe über ihm – oder für den Angriff des Teufels. Er schlug die Bibel auf gut Glück auf, und sah in zufällig gelesenen Versen Gottes Führung. Ob er heiraten solle, versuchter er durch das Ziehen von Losen aus einem Hut zu erfahren.

3. Urheberrecht – Wesley gab oft vor, Texte anderer Personen seien von ihm geschrieben. Anders herum unterschob er eigene Aussagen andern Personen. Er bekam Schwierigkeiten, als er ein antiamerikanisches Traktat von Dr. Johnson als seins ausgab. Ein Buch von Augustus Montague Toplady griff er an, indem er eine billige Karikatur davon zur gleichen Zeit unter Toplady Namen veröffentlichte. Toplady bezeichnete ihn daraufhin als gemeinen Ganoven, den man besser nach Amerika deportieren würde.

4. Trauer – Er hielt nichts von der Trauer, da Christen doch fröhlich sein sollten, wenn jemand in den Himmel komme. "Ich glaube, der Tod deiner Kinder ist ein gutes Beispiel für die Güte Gottes dir gegenüber," sagte er seiner Schwester. "Du hast mir gegenüber oft erwähnt, wie oft sie dir die Zeit genommen haben. Nun bekommst du diese Zeit wieder zurück, und du sollst dafür nichts anderer tun, als dem Herrn ohne Sorgen und Ablenkungen dienen."

5. Trinken – Wesley war nicht wirklich gegen den Alkohol wie die späteren Methodisten. Während er Spirituosen verbot, liebte er Wein und Bier, veröffentlichte Tipps, wie man zuhause Bier brauen könne und setzte sich ein für reines Bier. Ebenso erlaubte er den Konsum von Tabak aus medizinischen Gründen. Gleichzeitig redete er den Methodisten das Teetrinken aus, weil es eine Verschwendung von Zeit und Geld bedeute.

6. Verachtung der Charismatiker – Wesley sah in seinen Zuhörer oft nur zu ekstatischen Ausbrüchen, Schreikrämpfen, Gestöhne, Erschöpfungszuständen, Stürzen und unkontrollierbarem Lachen neigende Menschen. Er forderte Exorzismen und Heilungen, und einmal dachte er sogar, er habe jemanden vom Tod erweckt.

7. Begrenztheit – Nach seiner Bekehrung nannte er alle nicht-evangelikalen Menschen "Beinahe-Christen". Einen der grössten lebenden Glaubenszeugen seiner Zeit hielt er für einen "Erben der Hölle". In späteren Jahren mässigte er sich bei diesen Ansichten sehr.

8. Frauen – Trotz des grossen Verdienstes für die Rolle der Frauen in der Kirche und der vielen Verehrerinnen, die Wesley hatte, zeichnete in "eine unentschuldbare Schwäche" für das schöne Geschlecht aus. Ohne Böses zu wollen und sogar als verheirateter Mann, waren seine überschwänglichen und intimen Briefe zu seinem Kreis von jungen weiblichen Verehrerinnen weder gut für die Ehe noch gut für den Dienst als Pfarrer. Und die Sache mit seiner Beinahe-Ehe in Georgia führte sogar zu einer nächtlichen, überstürzten Flucht nach Europa.

9. Vollkommenheit – Während seines ganzen Lebens verkündigte Wesley die ziemlich exzentrische Lehre, dass Christen vollkommen, voller Liebe und ohne Sünde leben können. Später erwartete er die christlichen Vollkommenheit als ein geheimnisvoller, schlagartiger Wandel, so wie bei der Heilung. Und doch war niemand so überrascht wie er, als Methodisten behaupteten, sie hätten die Vollkommenheit erlangt.

10. Klartext – Wesley glaubte, es sei wichtig, die Fehler und Irrtümer von Andern öffentlich anzusprechen. Als "eine der grössten Zeichen von Freundschaft" teilte er einer alten Freundin, deren einziges Kind gestorben war, mit, dieses Kind sei das verwöhnteste gewesen, das er je gesehen habe. "Ihr beide, du und es, können glücklich sein, dass Gottes es so schnell wie möglich zu sich genommen hat!"


Quelle: shipoffools.com

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