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EMKNI - 15.04.2005   Zurück zur Übersicht

Berichte der Ausschüsse an der Tagung der Zentralkonferenz

An der Tagung der Zentralkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) von Mittel- und Südeuropa in Bern wurden heute die verschiedenen Berichte der an dieser Tagung gebildeten Ausschüsse zu der Arbeit der Arbeitsgruppen der Zentralkonferenz von den Delegierten diskutiert. Dabei wurden neue Aufträge, Empfehlungen und die neue personelle Zusammensetzung der Arbeitsgruppen beschlossen:

Die Arbeitsgruppe (AG) Jugend heisst in Zukunft "Arbeitsgruppe Kinder und Jugend" . In eine neue Struktur für Jugendarbeit der Generalkonferenz der EMK konnte noch kein Vertreter gewählt werden. Die Vorsitzenden der AG (Lukas Fankhauser und Anke Neufeld) wurden als korrespondierende Personen gewählt. Sie sammeln Informationen, damit zu einem späteren Zeitpunkt über eine eventuelle Delegation entschieden werden kann. Auf Antrag des Ausschusses soll eine neue Plattform im Internet für EMK-Jugendangebote geschaffen werden. Als internationale Begegnungen steht das Jugendtreffen der Zentralkonferenz im Sommer 2006 in Poust (Tschechien) bevor, das EMYC-Jugendtreffen 2007, sowie weitere Aktivitäten.

Gemäss dem gemeinsamen Antrag des Ausschusses Kinder und Jugend und des Ausschusses Mission und Evangelisation soll eine breitere Streuung des Arbeitspapiers "Kommunikation des Evangeliums in der postmodernen Gesellschaft" von Urs Rickenbacher erfolgen. Wie kann das Evangelium in einer Gesellschaft verbreitet werden, die einen absoluten, universalen Wahrheitsanspruch per se ablehnt. Der Autor schlägt acht Thesen vor, beispielsweise Authentizität, Begleiten statt Belehren, Erzählen statt Argumentieren oder Chrsitus predigen, nicht die Kirche. Als Teil des Heftes soll ein "study guide" mit vertiefenden Fragen erstellt werden für folgende Lebensbereiche: Jugend und junge Erwachsene, leitende Verantwortung in der Gemeinde und Gemeindegruppen, persönliches Leben. Als Auftrag soll die AG Beispiele suchen, die innerhalb der Zentralkonferenz die acht Schlussthesen des Arbeitspapiers illustriert.

Eine Regelung des Bischofstitels gemäss Kirchenordnung wurde vom Ausschuss für Theologie und Predigtamt als dringlich erachtet. In Polen ist für den General-Superintendenten der EMK die Bezeichnung des "Bischofs" in Gebrauch. Gründe sind Tradition, eine negative Konnotation des Begriffs im historischen Zusammenhang und Vereinfachung der Kontakte, insbesondere zu der römisch-katholischen Kirche. Begrifflich entstand damit aber eine gewisse Verwirrung. Die polnischen Vertreter baten um Verständnis für diese Situation. In Tschechien gibt es ähnliche Probleme. Die Delegierten beschlossen, dass das Thema geregelt werden soll.

Der Ausschuss für Kirche und Gesellschaft forderte eine "Reduktion der Sozialen Grundsätze aufs Grundsätzliche". Ein entsprechender Antrag soll der Konsultation Wien 2006 unterbreitet und dem General Board of Church and Society GBCS mitgeteilt werden. Im Jahr 2008 wird das "Soziale Bekenntnis" 100 Jahre alt.

Die Geschichte der Frauenarbeit in der Zentralkonferenz liegt als Broschüre vor (ohne Algerien). Neu in der Arbeitsgruppe Frauendienst ist Grethe Jenei (Ungarn). Regula Stotz wurde als Koordinatorin bestätigt.

Das Thema Internet bleibt weiter aktuell in der AG Medien und Kommunikation. In den Ostkirchen sollen flächendeckend Internetanschlüsse ermöglicht werden, ebenso mehr Schulung. Dazu sind Internetverantwortliche in allen Jährlichen Konferenzen der Zentralkonferenz einzusetzen. Auch sollen künftig nach Möglichkeit alle Pfarrer (oder weitere MitarbeiterInnen der Kirche) per Mail erreichbar werden. Der Nachrichtendienst EMKNI soll weiter ausgebaut werden. Den Jährlichen Konferenzen wird empfohlen, jeweils eine DVD oder CD mit einem Porträt der Kirche zu produzieren.

Die Arbeitsgruppe Liturgie hat im Jahrviert an verschiedenen Liturgietexten gearbeitet. Die Sammlung der deutschen Liturgietexte ist am Entstehen. Die Gestaltung der Liturgie soll in den einzelnen Jährlichen Konferenzen der Zentralkonferenz in die Ausbildung aufgenommen werden. Die AG soll bis 2008 eine Taufliturgie für Mündige erarbeiten, die sich an der Taufbekenntnis-Liturgie orientiert. Neu in der AG ist Nikolay Petrov (Bulgarien) dabei.

Bischof Heinrich Bolleter orientierte über das Thema Pfarrerausbildung im Osten, die vor allem von finanziellen Problemen geprägt ist. Mögliche Lösungswege könnten in einer Internet-Universität liegen. Im Februar 2006 werden die Probleme an einem Treffen der Seminare erörtert. Das Centre Méthodiste de Formation Théologique (CMFT) in Lausanne legte in Folge einer Reorganisation neue Statuten vor. Die Jährliche Konferenz der EMK Schweiz-Frankreich soll künftig für das CMFT allein zuständig sein. Die Delegierten genehmigten die neuen Statuten.

Die Verhandlungen wurden aufgelockert durch Grussbotschaften von Franz Schäfer, Bischof im Ruhestand, sowie von Bischof Peter Weaver, Präsident des Bischofsrates. Die Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa zeige, was eine vielfältige, internationale Kirche ausmacht: Lebendige Gemeinschaft jenseits aller Landesgrenzen. Weaver lobte das Engagement der Zentralkonferenz auch unter den Randgruppen (z. B. Roma, Immigranten) Europas. Diese von Bischof Heinrich Bolleter massgeblich beeinflusste Arbeit sei ein starkes christliches Zeugnis und ein Vorbild für alle Methodisten.

Der katholische Bischof Amédée Grab, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz (SBK), überbrachte die Grüsse der SBK und erinnerte an die gemeinsam unterschriebene Charta Oecumenica der Schweizer Kirchen. "Die Gemeinschaft lebt, wo die Türen offen sind und Gott dabei ist", sagte Grab. Die Christen müssten sich heute fragen, was Gott von ihnen erwarte und neue Formen zur Verkündigung des Evangeliums finden. Er bat auch um Gebet für eine erfolgreiche Papstwahl in Rom.

Ein Grusswort überbrachte ebenfalls die neue EMK-Bischöfin von Deutschland, Rosemarie Wenner.


Quelle: EMKNI

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