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EMKNI - 16.08.2005   Zurück zur Übersicht

Grossbritannien: Lockerung des Ausschankgesetzes könnte Situation schlimmer machen

Seit einiger Zeit ist in Grossbritannien eine Debatte im Gang wegen des Ausschanks von Alkohol in den traditionellen Pubs und Clubs. Ausgelöst wurde die Diskussion durch die Ankündigung der Regierung, das Gesetz betreffend Ausschank zu lockern und so die seit rund 80 Jahren bestehende Tradition abzuschaffen, dass nach 23.00 Uhr (und nach 22.00 Uhr in den Clubs) kein Alkohol mehr in den Pubs ausgeschenkt werden darf. So soll ab November rund um die Uhr Alkohol ausgeschenkt werden dürfen. Diese Neuregelung stösst bei vielen auf Kritik; es wird befürchtet, dass es zu vermehrten Saufgelagen und Gewaltakten durch den Alkoholkonsum kommen könnte. Die Regierung hat nun Gesetzesentwürfe zu deren Bekämpfung vorgeschlagen. Unter anderem sollen Personen, die wegen Straftaten in Verbindung mit Alkohol drei Mal aufgefallen sind, vorübergehend Hausverbot in ihrem Stammlokal erhalten oder Bars sollen sofort geschlossen werden, die Alkohol an Minderjährige abgeben.

Anthea Cox, methodistische Koordinatorin des “Secretary for Public Life an Social Justice“ sagt: „Wir begrüssen die Ankündigung der Regierung, dass sie Teile der Gesetze zur Lockerung des Ausschanks überprüft oder sogar aufheben könnte. Die methodistische Kirche hat seit Beginn dieses Prozesses davor gewarnt, dass man die Sozialkultur nicht alleine durch eine Legalisierung ändern kann. Obwohl wir die Absicht hinter dem Gesetz begrüssen - nämlich die Verringerung, möglichst viel Alkohol vor 23.00 Uhr zu trinken –, könnte der wirkliche Effekt sein, dass es die Situation noch schlimmer macht.“

So findet Cox, dass viel Arbeit nötig ist, um die Einstellung der Leute bezüglich des Trinkens zu ändern. Es braucht eine aktive Kooperation zwischen Regierungsstellen, örtlichen Behörden, Geschäftsleuten, der Polizei und allen, die auf jene achten wollen, die Alkoholprobleme haben. „Es ist eine komplexe Angelegenheit, und die Kultur des Trinkens wird Jahre brauchen, um sich zu verändern, aber dieses Gesetz alleine ist nicht die Lösung, und kann die Dinge schlimmer machen.“


Quelle: EMKNI / Britische Methodistenkirche / sda / afp

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