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EMKNI - 01.12.2005   Zurück zur Übersicht

USA: EMK setzt Podcasting ein, um Menschen zu erreichen

Gemeinden der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in den Vereinigten Staaten benutzen Technologien des 21. Jahrhunderts, um ihre Mitglieder zu erreichen sowie neue Menschen mit dem Glauben an Jesus Christus vertraut zu machen. Zum Beispiel setzen sie Podcasting ein.

Podcasting erlaubt es Menschen, Predigten und anderes Material online zu hören, wann immer sie wollen, und den Inhalt mit anderen zu teilen. Im Alltag wird Podcasting verwendet, um Medienprogramme im Internet zu veröffentlichen. Diese Programme ähneln oft Radio- und Fernsehprogrammen und werden typischerweise in Hör- und Videodigitalformat zur Verfügung gestellt.

Anstatt dass ein traditionelles Programm durch den Äther ausgestrahlt wird, sind Podcasts dazu bestimmt, auf einen Computer oder ein tragbares Gerät heruntergeladen und später abgespielt zu werden. Mehr Informationen, was Podcasting ist, finden sich zum Beispiel unter http://de.wikipedia.org/wiki/Podcasting..

Podcasting "stellt noch eine Form von Bürgerjournalismus dar,“ sagt Pfarrer Larry Hollon, Vorsitzender von United Methodist Communications. "Es ermöglicht einem, ein Programm zu erstellen und es direkt beim Publikum zu verbreiten. Es ist eine Form von ‚ein an viele-Journalismus’." Laut „Podcasting News“ kann jeder mit einem Mikrofon, einem Computer und einer Internetverbindung Podcasting benutzen, um Hör- und Videoprogramme herzustellen, die von Menschen überall auf der Welt konsumiert werden können.

"Wenn wir auf die gesellschaftliche Landschaft und die Art, wie sich die Technologie entwickelt, blicken, so sieht man den weiteren Weg und alles wird sehr interessant und erscheint in einem hellen Licht. Wir sind ständig auf der Suche nach Wegen, um die Vorteile aus der Technologie zu ziehen, die da draussen ist," sagt Peter Metz, Direktor für Kommunikation der EMK.

Die Bozemann United Methodist Church im US-Bundesstaat Montana bietet wöchentlich Predigten durch Podcasting an. Diese Medienform hilft den Menschen, in Verbindung zu bleiben, erzählt Pfarrer Dave McConnell. "Es erlaubt den Mitgliedern, die Predigten zu hören, wenn sie unterwegs oder krank sind, oder sie einfach wieder zu hören, wenn sie wollen. Die Menschen haben darum gebeten, dass meine Predigten zur Verfügung gestellt werden, und dies ist der einfachste Weg, es zu tun. Wir benutzten Kassetten, auf die die Predigten aufgenommen wurden, aber dies ist einfacher, billiger, schneller." Die Gemeinde denkt momentan darüber nach, weitere Dienstleistungen und Aktivitäten neben Podcasts zur Verfügung zu stellen.

Eine andere Gemeinde, die Podcasting und eine Reihe weiterer Internettools verwendet, ist die United Methodist Church of the Resurrection in Leawood im US-Bundesstaat Kansas. In dieser Gemeinde werden Podcasts verwendet als "einen anderen Weg, neue und unterschiedliche Menschen zu erreichen," sagt Metz. "Was wirklich schön an Podcasting ist, dass es die jüngeren Menschen erreicht – diejenigen, die am Schwersten zu erreichen sind." Obwohl junge Menschen weniger fernsehen und keine Zeitungen lesen, sind sie sehr mit Technologie vertraut, so Metz. "Dies ist eine Möglichkeit, einige dieser Menschen auf Wegen zu erreichen, die wir in der Vergangenheit nicht nutzen konnten."

Metz sagte, dass es nicht so wichtig für die Kirchen sei, neu entstehende Technologien zu nutzen, aber was wichtig sei, ist, dass "wir ständig neue Wege suchen, die Menschen zu erreichen. Unsere Mission liegt darin, eine Kirche zu bauen, wo nichtreligiöse und nicht-nur-religiöse Menschen zu engagierten Christen werden. Diese Menschen sind schwer zu erreichen, und schwer in eine Kirche zu bringen. Also suchen wir einfach neue Wege, jene Menschen zu erreichen," mit nicht traditionellen Methoden. Diese Gemeinde in Leawood, so Metz, versucht, ‚auf der Welle zu reiten, anstatt hinter der Welle zu sein’.

Methodisten der Generation X verlassen sich nicht einfach auf das Gedruckte, auf Telefongespräche und E-Mails, um zu kommunizieren, sie texten und bloggen auch und "sie stellen jetzt ihre eigenen Basisbewegungen durch Podcasting-Technologie her,“ sagt Matt Carlisle, Direktor der Webabteilung bei United Methodist Communications. „Die Technologie wird nie unser echtes Bedürfnis nach menschlicher Fürsorge oder das geistliche Amt von Angesicht zu Angesicht ersetzen,“ sagt er und meint weiter: „Die Evangelisation und die Ausübung des geistlichen Amts gegenüber unserer Jugend und zukünftigen Generationen dieser Konfession werden sehr anders aussehen - und die Technologie wird bestimmt eine grosse Rolle in der Vermittlung spielen."

Video-Streaming ist ein anderes Hilfsmittel des Internets, das einst vor allem im Bereich der Wirtschaft genutzt wurde. Nun wird es von Kirchen eingesetzt, um Menschen zu ermöglichen, online dabei zu sein, wenn Pfarrpersonen predigen. Jeden Dienstag streamt die EMK-Gemeinde in Leawood die Predigten von Pfarrer Adam Hamilton auf ihrer Website, und der Gottesdienst "ist sehr gut angekommen", sagt Metz. "Abhängig vom Thema der Predigt werden rund 4’000 Menschen die Predigt verfolgen.“ Wer diese Menschen sind, ist nicht bekannt. "Wir wissen nicht, ob sie unsere Mitglieder sind, die zufällig nicht zu Hause sind und mit der Predigtserie auf dem Laufenden gehalten werden wollen, oder ob es Menschen sind, die nicht in die Kirche gehen oder nicht in die Kirche kommen können, oder ob es Menschen von ausserhalb der Stadt sind, die nur neugierig sind, worüber Adam predigt," sagt Metz. "Ich bin sicher, es ist eine breite Palette von Menschen."

Auch kirchliche Behörden wie United Methodist Communications und United Methodist Board of Discipleship benutzen Podcasts, um die Kirche zu informieren und Worte der Heilung, des Trosts und der Inspiration zu geben – als Hilfsmittel des Evangeliums.

Podcasting "ist eine weitere wichtige Neuheit, die für Menschen hilfreich sein kann, die Informationen über Glauben und geistliches Wachstum suchen, und wir glauben, dass es der Kirche die Möglichkeit bietet, einen hervorragenden Inhalt zu einem sehr angemessenen Preis anzubieten," sagt Pfarrer Larry Hollon.


Quelle: EMKNI / United Methodist News Service

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