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EMKNI - 10.01.2005   Zurück zur Übersicht

USA: Verhaftung im Zusammenhang mit dem Tod von drei Bürgerrechtsaktivisten in den 60er Jahren

Mitglieder der EMK Mount Zion gedenken dreier getöteten BürgerrechtsaktivistenIm Jahr 1964 wurden in den Vereinigten Staaten drei junge Bürgerrechtsaktivisten ermordet, die in der kleinen Stadt Philadelphia im US-Bundesstaat Mississippi den Afro-Amerikanern zu ihrem Wahlrecht verhelfen und untersuchen wollten, wer die Kirche Mount Zion der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) niedergebrannt hatte (siehe auch EMKNI-Meldung vom 02.07.2004). 41 Jahre später wurde jetzt wieder ein Verdächtiger verhaftet.

Jahrzehntelang litten die Mitglieder dieser afro-amerikanischen EMK-Gemeinde darunter, dass sie wenig tun konnten, um Gerechtigkeit für den Tod dieser Bürgerrechtsaktivisten zu erlangen. Zwar wurden neunzehn Person im Jahr 1967 vor Gericht gestellt, wovon sieben Personen zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden, weil sie an einer Verschwörung des berüchtigten Ku-Klux-Klan beteiligt waren. Doch keiner dieser Personen sass länger als ein paar Jahre im Gefängnis und es wurde nie eine Anklage wegen Mordes erhoben. Der Fall erregte weltweit Aufsehen und bildete im Jahr 1988 auch den Hintergrund des bekannten Films „Mississippi Burning“.

Letzte Woche nun wurde der 79-jährige Edgar Ray Killen, ein ordinierter Pfarrer der Baptisten, der als Rechtsextremist gilt, festgenommen, da der Staatsanwaltschaft jetzt neue Beweise vorliegen. Killen hatte schon im Jahr 1967 zu den Angeklagten gehört und man vermutete, dass er einer der Drahtzieher war. Doch Killen entging einer Gefängnisstrafe, weil für die notwendige einstimmige Verurteilung durch die Jury ein weibliches Mitglied der Jury sagte, sie könne keinen Pfarrer verurteilen.

Die Gemeindeglieder der EMK Mount Zion erinnern sich bis heute schmerzlich an die damalige Zeit. Besonders auch an die Nacht vom 17. Juni 1964, als ihre Kirche niederbrannte. Damals wurden zuvor verschiedene Gemeindemitglieder, als sie nach einer Besprechung aus der Kirche kamen, durch Mitglieder des Ku-Klux-Klan geschlagen und bedroht.

Im letzten Jahr bat eine breite Bürgerkoalition aus Philadelphia das amerikanische Justizministerium, den Mord an den drei Bürgerrechtsaktivisten erneut zu untersuchen. Die Koalition glaubte, dass es auch nach vier Jahrzehnten immer noch genügend Beweise für die Mordfälle gibt. „Die Zeit ist gekommen,“ sagte der Methodist David Vovell, ein Mitglied der Koalition. Ein anonymer Auftraggeber setzte ausserdem umgerechnet 76.000 Euro Belohnung aus für Hinweise, die zur Verurteilung der Mörder führen.


Quelle: EMKNI / Der Standard / kps

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