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EMKNI - 20.01.2005   Zurück zur Übersicht

Europa/Schweiz: Unterzeichnung der Charta Oecumenica

Am Sonntag, den 23. Januar 2005, wird in der Collégiale von St-Ursanne (Jura/Schweiz) im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes die Charta Oecumenica unterzeichnet. Die Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK-CH) setzen damit ein starkes ökumenisches Zeichen. Die Charta Oecumenica, ausgearbeitet von der Konferenz Europäischer Kirchen und vom Rat der Europäischen Bischofskonferenzen, zeigt in zwölf Empfehlungen, was Kirchen in Europa gemeinsam haben. Christinnen und Christen leben und handeln mit einer gemeinsamen Hoffnung.

Die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) ist als Mitglied der Konferenz Europäischer Kirchen von allem Anfang an beim Erarbeiten der Charta dabeigewesen. Bischof Heinrich Bolleter wird die Charta im Namen der EMK mitunterzeichnen. Er betrachtet das Dokument als wichtige Hilfe in den vielen Ländern, wo die EMK als Minderheit auftritt. Die Charta gibt den kleinen Kirchen die Möglichkeit, ihre Rechte auch gegenüber dem Staat zur Sprache zu bringen und die Landeskirchen zur Unterstützung einzuladen. Selbstverständlich verpflichtet die Charta auch die kleinen Kirchen zu einem fairen Umgang mit allen anderen Denominationen.

Für die Situation in der Schweiz schreibt Bischof Heinrich Bolleter:

„Die Charta Oecumenica ist bei den kleineren Kirchen in der Schweiz als Leitlinie für eine wachsende Zusammenarbeit der Kirchen gut aufgenommen worden. Die Charta gibt einen Rahmen, in welchem die kleineren Kirchen Raum bekommen, um wahrgenommen und gehört zu werden. Es geht um die Wahrnehmung der kleineren Kirchen in der Öffentlichkeit und im ökumenischen Gespräch. In einer Gesellschaft, in der sich die Menschen zwar dem Faszinosum der Religion öffnen, aber mit der Institution “Kirche“ oft Mühe bekunden, besteht die Gefahr, dass die kleineren Kirchen einfach in den Winkel der Exoten und der Sekten gestellt werden. Vor den Kirchen liegt die gemeinsame Aufgabe, die Verpflichtungen der Charta auf der Ortsebene, der nationalen und der internationalen Ebene im Gespräch weiter zu konkretisieren. In der Charta Oecumenica heisst es zum Beispiel (III,7): “Wir wollen uns über unsere Visionen verständigen und sie gegenüber den säkularen Institutionen möglichst gemeinsam vertreten“. Als Modell in der jüngeren Geschichte kann in der Schweiz die Zusammenarbeit der Kirchen in der EXPO erwähnt werden. Auch die Initiative des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes für einen neuen Religionsartikel in der Bundesverfassung ist ein Schritt in diese Richtung.

Die Kirchen sind in der schweizerischen Öffentlichkeit weder gleich gestellt, noch gleich wahrgenommen. Die Wahrnehmung der Kirchen ist massgeblich durch die drei öffentlich-rechtlich anerkannten Landeskirchen bestimmt. Vieles trägt darum die Etikette einer bipolaren, reformiert/katholischen, Ökumene. Die Glaubwürdigkeit der Kirchen auf ihrem Weg, die von Gott vorgegebene Einheit zu verwirklichen, zeigt sich im nationalen Kontext der Schweiz nicht nur in der Dialogfähigkeit zwischen den Landeskirchen, sondern eben so sehr in der gelebten Partnerschaft mit den Denominationen, welche in der Schweiz als Minderheit präsent sind.“


Quelle: Evangelisch-methodistische Kirche Schweiz-Frankreich

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