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EMKNI - 24.01.2005   Zurück zur Übersicht

Europa/Schweiz: Charta Oecumenica wurde unterzeichnet

Gestern haben die Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK-CH) die Charta Oecumenica unterzeichnet (siehe auch EMKNI-Meldung vom 20.01.2004). Sie setzten damit keinen Schlusspunkt unter einen Text, sondern einen Doppelpunkt auf dem ökumenischen Weg.

Der festliche Gottesdienst in der Collégiale von St-Ursanne vereinigte rund 400 Menschen von St-Ursanne (Jura/Schweiz), aber auch Verantwortliche aus den Mitgliedskirchen der AGCK-CH und den umliegenden Pfarreien und Gemeinden. Mit dem Generalsekretär der Konferenz Europäischer Kirchen, Keith Clements, und dem Präsidenten des Rates der europäischen Bischofskonferenzen, Mgr Grab, waren auch die beiden Organisationen vertreten, die die Charta ursprünglich ausgearbeitet haben.

Mgr Amédée Grab, Präsident der Bischofskonferenz, hob in seiner Predigt hervor: „Wir unterzeichnen die Charta, um vorwärtszugehen: im Leben jeder Kirche, in der gemeinsamen Verantwortung, in der Treue zu Jesus Christus, der uns alle regiert, durch die Kraft seiner Liebe.“ Und Pfarrer Thomas Wipf, Ratspräsident des evangelischen Kirchenbundes drückte aus, was die AGCK bewog, die Charta zu unterzeichnen: „Durch die heutige Unterzeichnung machen die Kirchen den Menschen Mut, gemeinsam und respektvoll Wege des ökumenischen Zeugnisses zu gehen. Die Arbeitsgemeinschaft empfiehlt ihren Mitgliedern auf kantonaler und lokaler Ebene, die Charta zu studieren und umzusetzen.“

Bischof Heinrich Bolleter hob nach der Feier hervor, dass er sich besonders freue, weil die Charta als europäisches Dokument von den Schweizer Kirchen so positiv aufgenommen worden sei. "Für mich als Bischof der Evangelisch-methodistischen Minderheitskirchen in Mittel- und Südeuropa ist das Dokument eine zukunftsweisende Vereinbarung für den fairen Umgang von Mehrheits- und Minderheitskirchen im jeweiligen Kontext."

Ausgearbeitet von der Konferenz Europäischer Kirchen und vom Rat der Europäischen Bischofskonferenzen zeigt die Charta Oecumenica in zwölf Empfehlungen, was Kirchen in Europa gemeinsam haben. Christinnen und Christen leben und handeln mit einer gemeinsamen Hoffnung. Die Kirchen verpflichten sich zu einem Wechsel der Perspektive: Auf der Grundlage der Charta sollen die Kirchen nicht mehr begründen, warum sie etwas gemeinsam tun, sondern erklären, warum sie im Alleingang handeln.

Die Unterzeichnung der Charta Oecumenica bedeutet nun keinen Schlusspunkt unter einen Konsultationsprozess sondern einen Doppelpunkt auf dem ökumenischen Weg. Um die Umsetzung auf kantonaler und lokaler Ebene anzuregen, sammelt die AGCK-CH in den kommenden Monaten Beispiele aus Gemeinden und Pfarreien, in denen Projekte realisiert wurden, die die Charta konkret werden lassen. Denn „Ermutigen“ und „Umsetzen“ muss im praktischen Alltag der Gemeinden passieren. Gute Beispiele helfen, Ideen zu entwickeln. Bischof Fritz-René Müller, Präsident der AGCK-CH: „Ich freue mich, von Initiativen und Projekte zu hören, in denen die eine oder andere Verpflichtung der Charta gelebt wird. Denn Christsein bedeutet doch, dass etwas lebt, dass Menschen sich begegnen und gemeinsam Schritte wagen.“


Quelle: AGCK-CH / EMKNI

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