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EMKNI - 06.07.2005   Zurück zur Übersicht

Deutschland: Veränderungen beim Theologischen Seminar Reutlingen

Die diesjährige Sitzung des Verwaltungsrates des Theologischen Seminars der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Reutlingen am 1. und 2. Juli 2005 zeigte in wichtigen Momenten Merkmale des Überganges:

- Zum einen scheiden elf Mitglieder aus dem Verwaltungsrat aus. Sie sind alle mit herzlichem Dank verabschiedet worden. Besonders gedankt wurde dem Schweizer Laien Dr. Hans Peter Müller, der in fast 20 Jahren Mitarbeit viel Energie eingesetzt hat, das Seminar voranzubringen und zugleich seine Qualität zu entwickeln und zu sichern; dem Laien der Süddeutschen Konferenz, Siegfried Herrmann, der in über 25 Jahren der Mitarbeit in den grossen Bauprojekten der 90-er Jahre unermüdlich und fachkundig tätig und als erster und bisher einziger Laie für eine Periode Vorsitzender des Verwaltungsrates war; dem Superintendenten Hans Michalski, der in den acht Jahren als Protokollant in den Sitzungen immer wieder die formale Korrektheit der Vorgänge angemahnt hat; und schliesslich der früheren Distriktsvorsteherin Pfarrerin Hanna Wilhelm-Zinser, die dem Vorstand hinzugewählt worden war und zweimal dem Wahlvorbereitungsauschuss vorgesessen hat. Einige der künftigen Mitglieder des Verwaltungsrates haben bereits an der diesjährigen Sitzung teilgenommen. Das Theologische Seminar ist dankbar, dass sich aus den Jährlichen Konferenzen der EMK wieder kompetente Personen für die verantwortungsvolle Aufgabe gefunden haben. Allerdings: Keine der Konferenzen hat auch nur eine einzige Frau nominiert!
Auch der Vorstand des Verwaltungsrates ist neu besetzt worden: Den Vorsitz hat Pastor Thomas Lessmann aus der Norddeutschen Konferenz der EMK übernommen; der vorherige Vorsitzende, Superintendent Dr. Hans-Martin Niethammer, bleibt dem Vorstand erhalten. Für die Konferenz Schweiz-Frankreich zieht der Laie Dr. Urs Baier in das Gremium ein, dem beratend auch der Österreicher Pastor Markus Fellinger angehören wird.

- Ein anderes Zeichen des Überganges sind die vielen offenen Türen, die durch den Erhalt der staatlichen Anerkennung geöffnet worden sind (siehe auch EMKNI-Meldung vom 05.07.2005). Durch welche der Türen soll, kann und wird man gehen? Welche Richtung ist dabei einzuschlagen? Der Verwaltungsrat diskutierte phasenweise Grundsätzliches, und es war spürbar, dass zwar zentrale Fragen mitschwangen, aber nicht in jedem Fall schon eine klare Richtung sichtbar ist. Davon allerdings, dass gewohnte Räume verlassen und Türen nach hinten zugeschlagen werden, ist keine Rede: Das Theologische Seminar Reutlingen ist die Ausbildungsstätte für künftige Pastoren und Pastorinnen und andere theologisch zu qualifizierende Mitarbeiter in der EMK. Dennoch folgen aus den neu gewonnenen Möglichkeiten auch Fragen, die die Identität des Seminars betreffen - etwa im Blick auf seine kirchliche Einbindung, an der keinerlei Zweifel laut geworden sind. Der Verwaltungsrat hat den Auftrag erteilt, ein Entwicklungskonzept zu erarbeiten, das möglichst viele Fragen sammelt und die denkbaren Antworten auf eine zukunftsfähige Strategie hin strukturiert.

- Schliesslich bedeutet die Verabschiedung des langjährigen Dozenten für Systematische Theologie und früheren Direktors, Dr. Manfred Marquardt, für das Theologische Seminar weniger einen Übergang als einen Einschnitt. Die Verabschiedung aus dem Kreis der Dozenten und der Gemeinschaft des Seminars wird in der Abschlussfeier am Ende des Sommersemesters (am Freitag, 22. Juli 2005, 10.00 Uhr) begangen. Darüber wird eigens berichtet werden.

Der Verwaltungsrat dankte allen Dozierenden für den ausserordentlichen Einsatz in den vergangenen Jahren, besonders aber dem Direktor, Dr. Holger Eschmann, und dem Stellvertreter, Dr. Roland Gebauer.


Quelle: Christof Voigt / EMKNI

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