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EMKNI - 07.07.2005   Zurück zur Übersicht

Grossbritannien: Methodistenkirche prüft die Einführung des Bischofsamts

Die methodistische Kirche in Grossbritannien bewegt sich in Richtung einer möglichen Einführung des Bischofsamts. An der Tagung der methodistischen Konferenz, die vom 25. bis 30. Juni 2005 in Torquay stattfand, wurde ein vorgelegter Report mit dem Titel „What Sort of Bishops“ verabschiedet, wonach bis zur Tagung im Jahr 2007 geprüft und diskutiert werden soll, ob das Bischofsamt in der methodistischen Kirche eingeführt wird. Der nun verabschiedete Report gehört zu einer Reihe von Berichten, die sich mit Strukturfragen der Kirche befasst, inklusive der Rolle der Distriktsvorsteher oder der methodistischen Konferenz.

„Wir möchten wissen, ob unsere Kirchenglieder Bischöfe als methodistisch anerkennen können oder für unmethodistisch halten,“ meinte Pfarrer Kenneth Howcroft, Assistenzsekretär der Konferenz, gemäss eines Berichts der anglikanischen Wochenzeitung „Church Times“. So lehnten einige Methodisten Bischöfe ab und würden sich vor dem anglikanischen Modell des Episkopats fürchten. Methodistische Bischöfe sollten aber keine Kopie anglikanischer Bischöfe werden. Je weiter sich Methodisten und Anglikaner in den letzten Jahren annäherten, umso mehr habe man festgestellt, dass die Methodisten ein eigenes Konzept des Bischofsamtes entwickeln mussten, um ihre Vorstellungen in die Gespräche einbringen zu können. „Mangels eigener Vorstellungen hätten wir sonst das Modell der Kirche von England einfach übernommen,“ so Howcroft.

Pfarrer David Deeks, Generalsekretär der methodistischen Kirche, sagte, „dass es wichtig ist, dass die Kirche so strukturiert ist, damit sie ihren Auftrag so wirksam wie möglich wahrnehmen kann und keine der Entscheidungen, die sich darauf beziehen, zu leicht genommen werden.“ Er meinte weiter: „Es sind viele komplexe biblische, theologische und praktische Angelegenheiten, die die Bischöfe betreffen und ich bin sicher, dass es weitgehende und leidenschaftliche Diskussionen dazu geben wird, bevor es wieder an der Tagung der Konferenz im Jahr 2007 behandelt wird.“

Der an der Tagung verabschiedete Report beschäftigt sich mit den Aufgaben von Bischöfen und deren Einbindung in die verschiedenen Gremien und Organe der methodistischen Kirche. Der Report stellt fest, dass im britischen Methodismus bislang sowohl „gemeinschaftliche, kollegiale und personale“ Formen des Episkopats geübt werden. Aber der Report fragt auch, ob Bischöfe in den pastoralen und missionarischen Aufgaben wie in den ökumenischen Beziehungen eine Hilfe sein können. Die Einführung des Bischofsamtes dürfe nicht als Zugeständnis eines substanziellen Mangels betrachtet werden, macht der Report klar. Die Kirche könne das Zeichen der episkopalen Sukzession nur annehmen, wenn sie dafür nicht abgeben müsse, was sie an besonderen Formen der kirchlichen Struktur „aus Gottes Händen empfangen hat“. Bischöfe wären weder isoliert noch eine übergeordnete Autorität, sondern würden „die Aufsicht innerhalb des Dienstes des gesamten Volkes Gottes und zu dessen Unterstützung tun“. Im Report werden die Methodisten auch aufgefordert, fünf Vorschläge zu prüfen, welche Personen zu Bischöfen geweiht werden sollen. Ein Vorschlag sieht vor, nur einen Bischof zu haben: den Präsidenten der Konferenz. Ein zweiter Vorschlag fügt diesem weitere, ausgewählte Vorgänger hinzu. Ein dritter Vorschlag nennt den Präsidenten der Konferenz und die Distriktsvorsteher. Vorschlag vier stellt zu diesen noch den Generalsekretär der Konferenz. Das letzte Modell sieht nur den jeweils amtierenden Präsidenten der Konferenz vor, unterstützt durch jeweils drei Superintendenten oder andere Pfarrer aus jedem Distrikt.

Falls einer Einführung des Bischofsamtes an der Tagung der methodistischen Konferenz im Jahr 2007 zugestimmt wird, könnten zwischen dem Jahr 2010 und 2012 eine oder mehrere Personen erstmals zu Bischöfen geweiht werden.


Quelle: EMKNI / Methodistenkirche von England / Church Times, Bill Bowder / Podium, Thomas Kraft

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