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EMKNI - 22.06.2005   Zurück zur Übersicht

Jährliche Konferenz der EMK in den Tschechischen und Slowakischen Republiken tagte in Bratislava

Vom 27. bis 29. Mai 2005 tagte die Jährliche Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in den Tschechischen und Slowakischen Republiken in Bratislava.

Die Jährliche Konferenz hat sich schwerpunktmässig mit der Kirchenordnung befasst. Dabei wurde die Spannung zwischen Freiheit und Ordnung wahrgenommen. Die Ordnung ist für die anderen, aber die Freiheit nimmt man für sich selber in Anspruch. Die neue Kirchenordnung, welche von der Zentralkonferenz verabschiedet wurde, lag schon in einer tschechischen Fassung vor. Es gab jedoch auch eingearbeitete neue Vorschläge. Sie betreffen die besondere Situation der beiden administrativ und finanziell unabhängigen Distrikte in Tschechien und der Slowakei. Die eingearbeiteten Vorschläge über die Gestaltung der Verantwortung der Vorsitzenden des Distriktsrates in Verbindung mit der Funktion des Superintendenten fanden keine eindeutige Unterstützung. Die Konferenz beschloss deshalb, noch ein Jahr mit der alten Kirchenordnung zu arbeiten und den neuen Vorschlag im Januar 2006 vor zu besprechen, damit die nächste Jährliche Konferenz dann dem Text zustimmen kann. Neuer Vorsitzender des Ausschuss für Kirchenordnung ist Dr. Pavel Prochazka.

Wie frei ist ein Distrikt?

Der Superintendent Josef Cervenak stellte fest, dass der Schwerpunkt der Arbeit sich immer mehr auf die Distrikte konzentriert. Auf der Ebene der Jährlichen Konferenz, die die Arbeit in zwei Staaten beinhaltet, werden die gemeinsamen Anliegen immer weniger. Offenbar ist es nötig, einerseits wegen der Verschiedenheit des Kontextes in dem die Kirche lebt und andererseits in Beachtung der grossen Distanzen und Reisekosten, den Distrikten noch mehr Gewicht zu geben. Die Erwartungen, dass aus den beiden Distrikten zwei Provisorische Jährliche Konferenzen gebildet werden, nimmt immer konkretere Konturen an. Die Slowakische Distriktskonferenz hat Gedanken der Entwicklung in den nächsten zehn Jahren aufgenommen. Ein zahlenmässiges Wachstum der Gemeinden und der ordinierten Personen ist ihr Ziel. Die Gründung einer Provisorischen Jährlichen Konferenz wird von der Zahl der ordinierten Personen in voller Verbindung abhängen. In der Sitzung der MitarbeiterInnen und PastorInnen wurde sehr offen über diese Perspektive diskutiert. In der Slowakischen Republik lebt die Kirche bewusst in einer Missionssituation. Es scheint, dass sich in der Tschechischen Republik die Arbeit in den Gemeinden mehr auf die Sozialarbeit konzentriert.

Im Tschechischen Distrikt wurde im Jahr 1999 begonnen, Kriterien und Forderungen an eine funktionierende Gemeinde zu stellen: finanzielle und organisatorische, wenigstens 30 aktive Mitglieder etc. Wenn eine Gemeinde das nicht erreicht wird sie zur Missionsstation zurückgestuft. Aber es fällt der Jährlichen Konferenz sehr schwer, solche Beschlüsse dann auch zu vollziehen. Eine breite Diskussion fand über die Herabstufung der Gemeinden Prag-Versovice und Karlsbad statt.

Die Pastoren und Pastorinnen zwischen Ordnung und Freiheit

Im Gespräch mit den Pastorinnen und Pastoren wurde über die Evaluation ihres Dienstes und über Weiterbildung gesprochen. Wie begleitet die Kirche ihre MitarbeiterInnen? Wie kann eine Evaluation ihres Dienstes konkret aussehen? In den letzten Jahren ist es in der Kirche zu einem großen Generationenwechsel gekommen. Viele Mitarbeiter sind im vollen Diensteinsatz und gleichzeitig in ergänzender Ausbildung. Dennoch gibt es einen Mangel an ordinierten Mitarbeitern.
Im Projekt 2000 hatte die Kirche um eine bessere Kommunikation unter den Mitarbeitern und auch unter den Gemeinden gerungen. In einer Zukunftswerkstatt und vielen Begegnungen fand ein reger Austausch im Gespräch und im Gebet statt. Das Kabinett hat die Bildung von Kreisen und die Einsetzung von Kreisältesten (mit Begleitfunktion) empfohlen. Im Zusammenhang mit der neuen Kirchenordnung soll nun überlegt werden, ob diese Begleitstruktur in Kreisen festgeschrieben werden soll.
Ausserdem wurde neues Material für die Laienschulung vorgestellt (Erwachsenen-Sonntagschule).

Im Festgottesdienst mit Gästen wurde der neugewählte Bischof Patrick Streiff eingeladen, sich der Konferenzgemeinde vorzustellen. Im Sonntagsgottesdienst wurden zwei Älteste und zwei Diakone ordiniert. Ausserdem wurde ein in der hussitischen Tradition ordinierter Prediger auf Probe aufgenommen.


Quelle: Sekretariat von Bischof Heinrich Bolleter

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