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EMKNI - 22.03.2005   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Freikirchen sagen Nein zum Partnerschaftsgesetz

Der Verband Evangelischer Freikirchen und Gemeinden (VFG – http://www.freikirchen.ch) lehnt die Einführung einer eingetragenen Partnerschaft ab. Der Vorstand begründet sein Nein vor allem damit, dass das zur Abstimmung gelangende Gesetz eine Lebensform privilegiert, die der Ehe ähnlich ist, ohne dass sie auch ähnliche Aufgaben zugunsten der Gesellschaft wahrnimmt.

Aufgrund der biblisch-abendländischen Tradition muss der Staat der Ehe weiterhin eine Sonderstellung einräumen und sie nicht von eheähnlichen Gemeinschaften konkurrenzieren und abwerten lassen, ist die Meinung des Freikirchenverbandes.
Der VFG-Vorstand weist darauf hin, dass die Ehe nicht deswegen vom Staat privilegiert wird, weil dieser damit eine sexuelle Orientierung schützt und fördert, sondern weil diese Institution für den Staat wichtige Aufgaben wie das Gebären und die Erziehung von Kindern wahrnimmt und damit die Zukunft der Gesellschaft sichert. Der im Alten und Neuen Testament der Bibel begründeten Ehe und Familie verdanken Gesellschaften mit christlicher und nichtchristlicher Tradition laut VFG ihre Stabilität.
Als stossend empfindet der VFG, dass homosexuelle Partnerschaften wie Ehen vor dem Standesbeamten geschlossen werden sollen. Dabei biete das geltende Recht die Möglichkeit, die wichtigen gegenseitigen Rechte und Pflichten einer Partnerschaft mit einem Vertrag – also vor dem Notar – zu lösen. Der Verbandsvorstand befürchtet auch, dass eine Annahme des Gesetzes bald den Ruf nach dem Adoptionsrecht für homophile Paare nach sich ziehen wird.
Im weiteren diskriminiert das Gesetz gemäss VFG eine Reihe von Lebensgemeinschaften, die mindestens ein ebenso legitimes Interesse an gesetzlicher Privilegierung haben, seien es Bruder- oder Schwesternschaften, Wohngemeinschaften von alten Menschen oder im gleichen Haushalt lebende Geschwister.

Die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) ist Mitgliedskirche im VFG, aber auch im Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund (SEK - http://www.sek-feps.ch), der zu diesem Gesetz die Ja-Parole herausgegeben hat.


Quelle: Reformierte Nachrichten (RNA)

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