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EMKNI - 02.05.2005   Zurück zur Übersicht

Ungarn: Jährliche Konferenz der EMK tagte in Biscerd

Vom 26. - 30. April 2005 tagte die Jährliche Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) von Ungarn in Bicserd bei Pecs. Dazu ein Bericht von Heinrich Bolleter, Bischof der EMK von Mittel- und Südeuropa:

Eine überschaubare Kirche

Die kleine Jährliche Konferenz mit insgesamt 34 stimmberechtigten Mitgliedern hat unter dem Motto aus 2. Timotheus 1, 7 getagt: „Gott hat uns nicht gegeben einen Geist der Furcht sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“.
Das 1000 Seelen Dorf Bicserd hat die Konferenz sehr freundlich aufgenommen und beherbergt. Der Eröffnungsgottesdienst fand in der Römisch-katholischen Kirche statt. Die Methodisten sind im Dorf eine Minderheit. Seit 45 Jahren gibt es einen Hauskreis in diesem Ort. Diese Methodisten gehören zur EMK-Gemeinde in Pecs (Süd-Ungarn). In der Stadt Pecs gehen die ersten christlichen Zeugen bis ins 3. Jahrhundert zurück.

Eine kleine Kirche muss die Zukunft planen

Zum Beispiel in personellen Bereich: Von den zwölf ordinierten und aktiven Personen werden in den nächsten 10 - 15 Jahren sieben in den Ruhestand gehen. Drei junge Leute studieren zur Zeit im Auftrag der Kirche Theologie. Auf dem Weg mit einer neuen Generation in die Zukunft spielen die haushälterischen Fragen eine grosse Rolle. Wird die Kirche die notwendige Ueberlappung der Generationen finanzieren können? In diesem Zusammenhang wurde der freiwillige Dienst gut geschulter Laien hervorgehoben.

Klein, aber nicht zu übersehen

Dr. Friedrich Hecker, der vormalige Superintendent der Kirche, wurde vom zuständigen Ministerium und dem Staatspräsidenten mit dem Ritterkreuz des Verdienstordens der Ungarischen Republik geehrt für seine theologische Tätigkeit und für die Leitung der Kirche in schwierigem politischen Umfeld. Die Jährliche Konferenz hat Dr. Hecker in seinem 70. Lebensjahr nun endgültig in den Ruhestand versetzt.
Pastor Josef Gyurko wurde vom Vorsitzenden des Ungarischen Rundfunks mit einem Preis für das sehr hohe Niveau seiner ökumenischen Sendungen bedacht.

Klein, aber qualitätsbewusst

Im Bericht des Superintendenten wird die Qualität der Wortverkündigung angesprochen. In der Balance dazu wurde die Rolle des „Gemeinschaft bauenden Pastors“ unterstrichen. Als wichtige Charakterzüge der EMK in Ungarn hebt der Superintendent hervor: „Wir haben für jedermann und jedefrau ein Wort. Unsere Arbeit beschränkt sich nicht auf eine bestimmte Schicht oder Gruppe in der Gesellschaft“. „Überall, wo der Methodismus sich ausbreitete, waren die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie der diakonische Auftrag zentrale Anliegen“. „Wir sollen unsere Kirche lieben, weil der Herr es ist, der sie für den uns bevorstehenden Zeitraum vorbereiten und beleben will“.

Alle an der Arbeit

Die Jährliche Konferenz hat allen Verfassungsänderungen der Generalkonferenz zugestimmt und eine Arbeitsgruppe beauftragt, die neuen Teile der Kirchenordnung, welche an der Zentralkonferenz in Bern verabschiedet wurden, ins Ungarische zu übersetzen.
Im Bericht der Kommission für Mission wurde klar, dass die Pastoren zentrierte Arbeit der ungarischen Gemeinden durch neue Kleingruppen und Hauskreise nun aufgebrochen wird. Die Ausbildung der Leiter der verschiedensten Gruppen ist ein zentrales Anliegen. Sechs Kirchen wesleyanischer Tradition bilden zur Zeit 10 Laien als freiwillige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus. Ein methodistischer Katechismus soll noch in diesem Jahr in Druck gehen.
Beide Häuser des Diakoniewerkes in Budakeszi und in Kaposszekcsö haben nun die staatliche Anerkennung und bekommen damit auch die staatlichen Zuschüsse. Das wird ihre finanzielle Lage deutlich verbessern. Sie bieten zusammen 52 Plätze für betreutes Wohnen im Alter an.
Aus eigner Kraft will die Ungarische Methodistenkirche die Gehälter der Pastoren ab 1. Januar 2005 um 10 Prozent und ab 2006 um 12,5 Prozent erhöhen.

Klein sein bedeutet, verletzbar sein

Durch ein aussergewöhnliches Hagelwetter wurde das Schieferdach der Kirche in Kistokaj vollständig zerstört. Das Dach musste völlig neu eingedeckt werden. Da die reguläre Gebäudeversicherung nicht für Hagelschäden aufkommt, bewirkt eine solche Reparatur einen tiefen Einbruch im sorgfältig geplanten Kirchenbudget.
Der Kirchenneubau in Miskolc ist durch Einsprachen der Nachbarn und durch die Baubehörden der Stadt immer noch blockiert.


Quelle: Heinrich Bolleter, Bischof der EMK von Mittel- und Südeuropa

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