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EMKNI - 01.11.2005   Zurück zur Übersicht

Welt / Österreich: Achte Dialogrunde zwischen der Römisch-katholischen Kirche und dem Weltrat Methodistischer Kirchen ist beendet

Die achte Dialogrunde zwischen der Römisch-katholischen Kirche und dem Weltrat Methodistischer Kirchen hat am Freitag, den 28. Oktober 2005, ihren Abschluss gefunden. (siehe auch EMKNI-Meldung vom 14.10.2005). Die achte Dialogrunde hat sich fünf Mal getroffen, in Klingental (Elsass), in York (Großbritannien), in Krakau (Polen), in Dallas, Texas (USA), und in Klosterneuburg (Österreich).

Auch in dieser Dialogrunde ging es um die Frage der Ekklesiologie, aber aus einem besonderen Blickwinkel. Den Gesprächen war die Aufgabe gestellt, wo Methodisten Kirchesein im Leben der Römisch-katholischen Kirche verwirklicht sehen und umgekehrt. Das gleichzeitige gemeinsame Hören auf Gottes Wort hat hier wie in den vorangegangenen Dialogen eine wichtige Rolle gespielt. In der achten Dialogrunde hat vor allem der Beginn des 1. Korintherbriefes, Kapitel 1, 1- 10, das Denken, die Diskussion und alle anderen Gespräche bestimmt. Aus dem Hören auf diesen Text ist auch das Thema für den Bericht herausgewachsen: »Die Gnade, die euch gegeben ist in Christus«. So heißt es in der einleitenden biblischen Besinnung: »Wir haben die Gnade zu sehen begonnen, die Gott der Gemeinschaft des Glaubens gibt. Katholiken entdeckten und benannten die Gaben, die Gott den Methodisten gegeben hat und genauso taten es die Methodisten. Diese Entdeckung hat unsere Herzen erwärmt und wir konnten mit dem heiligen Paulus sagen: „Wir danken Gott eurethalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christus Jesus“ (1. Kor. 1,4)

Das Dokument hat vier umfangreiche Kapitel. Im ersten geht es darum, die zum Teil von Vorurteilen und Feindseligkeiten belastete Vergangenheit darzustellen und die Veränderungen zu zeigen, die jedenfalls seit dem 2. Vatikanischen Konzil stattgefunden haben. In Kapitel zwei wird gemeinsam Kirche Jesu Christi beschrieben, um zu erproben, was die beiden kirchlichen Traditionen gemeinsam sagen können. In Kapitel drei geht es um die Vertiefung und Erweiterung der gegenseitigen Anerkennung. In diesem Kapitel wird dann auch detailliert ausgesprochen, was die eine Kirche in der anderen Kirche an Kirchesein verwirklicht sieht. Im vierten Kapitel geht es dann um Vorschläge für konkrete gemeinsame Schritte auf verschiedenen Ebenen der Kirche.
Die Formulierung von Papst Johannes Paul II. in seinem Schreiben Ut Unum Sint, in dem er von dem »Austausch von Gaben« (exchange of gifts) spricht, hat die Gespräche begleitet. Diese achte Dialogrunde hat sehr konkrete Gaben genannt, die die eine Kirche von der anderen empfangen kann. Die gemeinsame Kommission meint, dass mit dieser Dialogrunde eine weiteren Schritt gesetzt wurde im Blick auf das 1986 formulierte Ziel, »volle Gemeinschaft zu suchen in Glaube, Mission und sakramentalem Leben.«

Der fertige Text wird am Anfang des Jahres 2006 dem Vatikan und der Vollversammlung des Weltrates Methodistischer Kirche übergeben werden. Nach der Annahme durch die beiden Auftraggeber wird dann der Text der Öffentlichkeit übergeben werden.

Das Stift Klosterneuburg hat der gemeinsamen Dialogkommission Gastfreundschaft gewährt und eine Atmosphäre geschaffen, die die Arbeit der Kommission gefördert hat.


Quelle: Pressemeldung (Helmut Nausner) / EMKNI

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