Alte Version dieser Seite EMKNI en français
-
EMKNI - 07.11.2005   Zurück zur Übersicht

Jährliche Konferenz der EMK in Serbien und Makedonien tagte in Kisac

Unter dem Thema „Gott tut Wunder - geh tapfer weiter!“ fand in Kisac vom 26. – 30. Oktober 2005 die Tagung der Jährlichen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Serbien und in Makedonien statt.

Aktuelle Situation und Entwicklung

Die freie Marktwirtschaft konkurrenziert die Bauern in Makedonien. Der Staat erlaubt die Einfuhr landwirtschaftlicher Produkte aller Art zu Preisen, mit denen die Bauern nicht konkurrieren können! Trotz fleissiger Arbeit geraten sie in Schulden. Darum ist die Stimmung in manchen Dorfgemeinden sehr pessimistisch. Auch die Dörfer und Städte in der Woiwodina (Serbien) sind nicht aus der Lethargie erwacht. Viele der Produktionsstätten sind stillgelegt seit dem Bombardement durch die Nato-Truppen. Diese wirtschaftliche und emotionale Lage geht an den Gemeinden nicht spurlos vorbei. Aus diesem Horizont ist auch das Thema der Jährlichen Konferenz gewählt. “Geh tapfer weiter!“ Es soll zum Durchhalten ermutigen. Aber in den vergangenen 15 schwierigen Jahren haben die Gemeinden auch viel Grosses und Schönes miteinander erlebt. Sie haben neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewonnen. Sie haben zum Beispiel neue Kirchen und Kapellen gebaut in Strumica, Murtino, Veljussa, Dracevo, Kocani; oder in Serbien: Pivnice, Sid, Kisac und die Wiedereröffnung von Vrbas. Über diesen Weg von Freude und Last, von Angst und Befreiung, hat die Jährliche Konferenz nachgedacht. Dabei wurden die Psalmen, die Lieder und Gebete des alten Gottesvolkes, als Ermutigung erlebt. Sie verschweigen die Nöte nicht, sie decken die schweren Erfahrungen nicht zu, aber sie zeichnen auch die leuchtende Spur der Gegenwart Gottes im Leben und erzählen von seinen Wundern.

Gott tut Wunder...

Der Bericht der Superintendentin Anna Palik stand ganz im Zeichen der Wiedereröffnung der Kirche in Vrbas (siehe auch EMKNI-Meldung vom 12.09.2005). Sechzig Jahre sind seit der Vertreibung der Deutschen Gemeinde vergangen und gerade diese Vertriebenen und deren Angehörige haben geholfen, die Kirche wiederherzustellen. Sie wurde zu einem lebendigen Zeichen der Versöhnung zwischen Deutschen, Serben und Slowaken. Grosser Eindruck hinterliess der Anlass der Wiedereröffnung auch bei den lokalen Medien insbesondere die Rückgabe der Deutschen Altar-Bibel, welche bei der Einweihung im Jahre 1922 der Gemeinde geschenkt wurde. Heute ziert sie zusammen mit einer Serbischen Bibel den Altartisch. In diesem Zusammenhang der Historie wäre auch der 5. November 2005, der 50. Jahrestag des Heimgangs von Superintendent Sebele, zu erwähnen. Sebele hatte sich in den Krisenjahren nach dem Zweiten Weltkrieg für die Weiterexistenz der Methodistenkirche in der Woiwodina eingesetzt.

Kirche und Staat

In Makedonien geht es um die Verhandlungen eines neuen Religionsgesetzes. Dabei spielen Fragen eine Rolle wie zum Beispiel: Was bedeutet es, dass Kirche und Staat getrennt sind? Wieweit darf der Staat in die inneren Angelegenheiten der Religionsgemeinschaften eingreifen? Dürfen Kirchen Schulen und Sozialwerke haben? Zum ersten Mal in der Geschichte Makedoniens verhandeln die Kirchen und Religionsgemeinschaften gemeinsam mit dem Staat. Es sind dies die Orthodoxe Kirche, die Katholische Kirche, die Jüdische Gemeinde, die Evangelisch-methodistische Kirche und die Muslimische Religionsgemeinschaft. In Serbien ist im Blick auf das neue Religionsgesetz Funkstille. Auch ist es in Serbien nicht möglich, dass die Kirchen und Religionsgemeinschaften gemeinsam die Verhandlungen mit dem Staat führen. Die Rückerstattung des durch den Staat enteigneten Kircheneigentums geht auch nicht einen ordentlichen Weg. Die Serbisch-Orthodoxe Kirche hat praktisch alles Eigentum, das die Bischöfe für ihre Diözesen zurückverlangten, auch bekommen. Ebenso haben die Katholiken einzelne Objekte zurück erhalten. Aber die Evangelischen warten vergeblich auf einen Vergleich. Vieles funktioniert im serbischen Staat sehr schlecht oder nur über Beziehungen und gemeinsame Interessen. Die Evangelisch-methodistische Kirche bezahlt für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Sozialabgaben, welche auch die Krankenversicherung umfassen. Aber die Angestellten erhalten im Krankheitsfall keine Unterstützung aus der staatlichen Krankenkasse. Soll man resignieren? Die Jährliche Konferenz ruft ihren Kirchengliedern zu: Gott tut Wunder - geh tapfer weiter!


Quelle: Bischofssekretariat / EMKNI

-----------
Veröffentlichung nur mit Quellenangabe "EMK News" gestattet!
Bitte senden Sie Ihre Bemerkung an die folgende Mailadresse:
"emknews-redaktion at umc-europe punkt org"