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EMKNI - 08.11.2005   Zurück zur Übersicht

USA: Rechtsrat der EMK hat entschieden: Urteil gegen Elizabeth Stroud ist gültig

Im Fall von Irene Elizabeth „Beth“ Stroud hat der Rechtsrat (Judicial Council), das höchste Gericht der EMK, am 31. Oktober 2005 den Entscheid eines Berufungsausschusses aufgehoben, den Stroud wegen Verfahrensfehler als nicht schuldig erklärte, und hat das Originalurteil des Gerichts der ersten Instanz als gültig erklärt, das entschieden hatte, dass Stroud ihr Amt als Pfarrerin nicht mehr ausüben darf.

Elizabeth Stroud war Pfarrerin der First United Methodist Church of Germantown in Philadelphia. In einer Predigt am 27. April 2003 hatte sie erklärt, dass sie lesbisch sei und mit ihrer Partnerin seit zweieinhalb Jahren in einer festen Beziehung leben würde. Die Kirchenordnung der EMK verbietet eine „selbsterklärte, praktizierende Homosexualität“ bei ordinierten oder eingesetzten Pfarrpersonen. Bei einer kirchlichen Gerichtsverhandlung wurde sie im Dezember 2004 schuldig gesprochen. Ein solcher Prozess wird in der Kirchenordnung als "letzter Ausweg" beschrieben, wenn eine Beschwerde gegen eine Person nicht anderweitig gelöst werden kann. Das Northeastern Jurisdictional Committee on Appeals, ein kirchlicher Berufungsausschuss, hatte das Urteil aufgehoben, weil er zum Schluss gekommen war, es hätte Verfahrensfehler gegeben (siehe u.a. EMKNI-Meldungen vom 03.05.2005 und 14.01.2005).

"Das Northeastern Jurisdictional Committee on Appeals irrte sich, indem er das Urteil und die Strafmassnahme von Pfarrerin Strouds Gerichtsverhandlung aufhob und zurückdrehte", erklärte das Gericht jetzt in seiner achtseitigen Entscheidung. "Stroud wurden faire und entsprechende Prozessrechte erwiesen, wie sie in der Kirchenordnung und den Rechtsratsentscheidungen aufgelistet sind," sagte das Gericht. "Die Regulierung der Praxis der Homosexualität verstösse nicht gegen die "Statusbestimmungen" der Satzung. Der Berufungsausschuss war nicht befugt, zu erklären, dass § 304.3 einen anderslautenden neuen Doktrinstandard gegen unsere existierenden und festgesetzten Standards darstellt."

Elizabeth Stroud arbeitet heute als Laie bei der First United Methodist Church of Germantown in Philadelphia. In einem Telefoninterview am 31. Oktober 2005 mit United Methodist News Service erklärte Stroud, dass sie "weiter bei der Evangelisch-methodistischen Kirche bleiben und für eine Veränderung arbeiten werde. Das heutige Urteil zeigt, dass die Diskriminierung in der Evangelisch-methodistischen Kirche deutlich ist. Es gibt keinen Spielraum, es zu verleugnen. Aber wenn man in einem Verhältnis bleibt, gibt es immer Gesprächsmöglichkeiten. Das ist das Schöne an unserer Evangelisch-methodistischen Kirche. Wir sind alle dabei zusammen."


Quelle: EMKNI / United Methodist News Service

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