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EMKNI - 09.11.2005   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Abgeordnetenversammlung des SEK tagte in Bern

Die Herbst-Abgeordnetenversammlung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) fand am 7. und 8. November 2005 im Rathaus in Bern statt.

Die Abgeordnetenversammlung (AV) beriet das Thema Ordination. Nicht im Widerspruch zur Leuenberger Konkordie – der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa, welcher der SEK angehört – steht die Ordination von unterschiedlichen Diensten über den Kreis von Pfarrerinnen und Pfarrern hinaus. Damit will nicht gesagt sein, dass die Ordination mehrerer Dienste (z.B. Diakone, Katecheten) angestrebt werden soll. Theologisch und historisch kann die Ordination sowohl eines Dienstes als auch mehrerer Dienste mit der Verkündigung des Evangeliums begründet werden. Zu diskutieren bleibt die Frage, welche Form der Ordination die heutige gesellschaftliche, kirchliche und ökumenische Lage erfordert. In der Diskussion wurde die Dringlichkeit unterstrichen, die grundlegenden Fragen zur Ordination wie zum Beispiel das Amt in der evangelischen Tradition, das Verhältnis zwischen Ordination und Installation oder die Möglichkeit der Sistierung der Ordination zu behandeln.

Globalisierung

Zustimmend zur Kenntnis genommen wurde das Positionspapier des Rates SEK «Globalance – Christliche Perspektiven für eine menschengerechte Globalisierung». Das Papier leistet einen Beitrag zur kirchlichen, wirtschaftlichen und politischen Meinungsbildung. Globalance als Wertebalance – das ist das Konzept des SEK für eine menschengerechte Globalisierung aus ethischer Sicht, mit dem er zahlreiche konkrete Empfehlungen an Kirche, Politik und Wirtschaft verbindet (siehe auch EMKNI-Meldung vom 25.10.2005). In ihren Beratungen gaben die Delegierten dem Wunsch nach höherer Verbindlichkeit und konkreten Umsetzungsmassnahmen Ausdruck. Ein entsprechender Antrag wurde überwiesen. Nach der Vollversammlung des ÖRK in Porto Alegre soll der Rat SEK zu einem Hearing einladen, um den Mitgliedkirchen die Möglichkeit zu geben, mit den Teilnehmenden von Porto Alegre einen Aktionsplan zu erarbeiten.

Reduktion der Anzahl Mitglieder des Rates SEK

Die AV folgte dem Ratsantrag auf Reduktion der Zahl Ratsmitglieder von neun auf sieben. Dieses Ziel ist bis Ende der Amtsdauer 2007 bis 2010 zu erreichen.

Wahlen

Die AV wählte Dr. Margrit Schneider-Schardt (BS) in die Geschäftsprüfungskommission für den Rest der Amtsperiode 2003 bis 2006.

Des weiteren wählte die AV für den Rest der Amtsdauer 2004 bis 2007 Ulrich Siegrist in das Präsidium der Stiftung Brot für alle (BFA). Siegrist (geboren 1945), verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Töchtern, ist seit 1999 SVP-Nationalrat für den Kanton Aargau. Er ist Mitglied der ständigen Kommission für Rechtsfragen und der Sicherheitspolitischen Kommission. Siegrist hat das Präsidium der parlamentarischen Gruppe gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und ist unter anderem Ko-Präsident der parlamentarischen Gruppe für Naturschutz und Biodiversität sowie Mitglied der Vereinigung europäischer Parlamentarier für Afrika.

Siegrist tritt die Nachfolge von Heiner Studer an, der im Juni 2001 von der Abgeordnetenversammlung des Vereins Brot für alle zum Präsidenten der Evangelischen Entwicklungsorganisation gewählt worden war. Nach der Umwandlung von Brot für alle in eine Stiftung wurde er Präsident des Stiftungsrates. Als ehemaliges Mitglied des Rates SEK, früherer Präsident des Schweizerischen Evangelischen Missionsrates und seit 1999 Nationalrat der Evangelischen Volkspartei (EVP) für den Kanton Aargau vermochte Studer seine vielfältigen Beziehungen für BFA fruchtbar zu machen. Mit grossem Engagement hat er in seiner fünfjährigen Amtszeit die Anliegen einer solidarischen Entwicklungspolitik im Bereich der Politik, der Kirchen und der Hilfswerke zur Geltung gebracht. Die Beanspruchung durch seine verschiedenen Ämter bewogen Heiner Studer zum Rücktritt vom Amt des Präsidenten BFA.

Die AV des SEK wählte im weitern zum neuen Mitglied des Stiftungsrates BFA Ursula Walti Debrunner, Fachstelle Ökumene, Mission und Entwicklungsfragen (OeME), Aarau, sowie in den Stiftungsrat der Stiftung Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS) Dr. Walter Schmid, Rektor der Hochschule für soziale Arbeit, Luzern. Zur neuen Präsidentin von fondia, Stiftung zur Förderung der Gemeindediakonie im SEK wurde Nicolasina ten Doornkaat, Kreisrichterin Bern-Laupen (Strafgericht) gewählt. Zum neuen Mitglied in den Stiftungsrat fondia wählte die AV Helen Gucker-Vontobel, Mitglied des Rates SEK, sowie Franz Kurer, Leiter Finanzen HEKS.


Quelle: Medienmitteilungen SEK / EMKNI

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