Alte Version dieser Seite EMKNI en français
-
EMKNI - 11.11.2005   Zurück zur Übersicht

Welt: Ein Aufruf zu Busse und zu Frieden mit Gerechtigkeit

Ein Aufruf des Bischofsrats der Evangelisch-methodistischen Kirche:

„Als Nachfolger und Nachfolgerinnen Jesus Christi, der Friedensstifter gesegnete Kinder Gottes nannte, rufen wir die Evangelisch-methodistische Kirche auf, sich mit uns in Busse zu verbinden und sich erneuert Christi Herrschaft des Erbarmen, der Gerechtigkeit, der Versöhnung, und des Friedens zu verpflichten.

Als gewählte und gesegnete Bischöfe und Bischöfinnen der Kirche bereuen wir unsere Mitschuld an der, wie wir glauben, ungerechten und unmoralischen Invasion und Besetzung des Irak.

Angesichts der Hast der US-Administration in Richtung militärischer Aktionen, die auf irreführenden Informationen beruhten, waren zu viele von uns still.

Wir bekennen, dass wir uns hauptsächlich mit institutioneller Qualitätssteigerung und engen Tagesordnungen beschäftigen, während amerikanische Männer und Frauen in den Irak geschickt werden, um zu töten und getötet zu werden; während Tausende irakische Menschen grundlos leiden und sterben; während Armut wächst und vermeidbare Krankheiten unbehandelt bleiben.

Obwohl wir die Opfer der Männer und Frauen anerkennen, die im Militär dienen, bekennen wir unseren Verrat an der biblischen und prophetischen Autorität, die Völker darauf hinzuweisen, dass wahre Sicherheit nicht in den Waffen des Krieges liegt, sondern darin, es den Armen, den Verletzlichen und Benachteiligten zu ermöglichen, als geliebte Söhne und Töchter Gottes zu wachsen.

Wir bekennen unser Versäumnis, Menschen in die Nachfolge Christi zu rufen und eine Gemeinschaft zu sein, die all jene willkommen heisst und liebt, für die Christus gestorben ist.

Wir sind uns bewusst, dass der Busse angemessene Früchte folgen sollen und verpflichten uns deshalb persönlich und als Bischöfe und Bischöfinnen:

- Täglich zu beten für das Ende von Krieg im allgemeinen und speziell im Irak, für die, die wegen des Krieges leiden, speziell für die Soldaten und ihre Familien, für das irakische Volk in seinem Bemühen, eine gangbare Form von Regierung zu finden, und für die Regierenden in den USA, dass sie umkehren hin zu Wahrheit, Menschlichkeit und einer Politik des Friedens durch Gerechtigkeit.

- Die prophetische Autorität wiederzugewinnen, die Völker, Einzelne und Gemeinschaften dazu aufruft, treu im Licht der neuen Schöpfung Gottes zu leben, wo alle Menschen sich ihrer Identität als geliebte Kinder Gottes bewusst sind, wo das Recht strömt wie Wasser und Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach, wo Grenzen entfernt werden und die ganze Schöpfung geheilt, versöhnt und erneuert ist.

- Uns selbst zu verpflichten, Friedenstiften zu einem wesentlichen Bestandteil unserer persönlichen christlichen Nachfolge zu machen, das bedeutet, durch Rat und aktives Tun den Frieden zu fördern: persönliche, institutionelle und die Regierung betreffende Prioritäten setzen, die Arme und Verletzliche schützen; das Ende der Vorurteile gegenüber Menschen anderen Glaubens und anderer Kulturen mit gestalten; Differenzen und Konflikten mit Gnade, Menschlichkeit, Dialogbereitschaft und Respekt begegnen, ohne so vorsichtig zu sein, dass wir unsere moralische Autorität verlieren.

Wir rufen alle Methodisten dazu auf, sich unserem Streben nach Frieden durch Gerechtigkeit, wie es in der Heiligen Schrift offenbart und in Jesus Christus verkörpert ist, anzuschliessen.

- Lasst uns über die Vorsicht hinausgehen, die verwurzelt ist im Selbstschutz und die moralische Autorität wiederentdecken, die verankert ist in der Verbindung zu Jesus Christus, dem Friedefürsten.

- Lasst uns mutig dagegen eintreten, wenn Regierungskräfte kriegerische Lösungen anbieten, die der Botschaft des Evangeliums von der selbstlosen Liebe widersprechen.

- Lasst uns mit Erbarmen die Schmerzen der Kinder Gottes teilen, die unter den Verwüstungen des Krieges leiden, und die auf Grund von falsch gesetzten Prioritäten und fehlgeleiteter öffentlicher Politik in Armut leben.

- Lasst uns in einer Welt der Trennung für die Einheit arbeiten, damit alle Menschen erfahren können, dass einer zum andern gehört, denn „Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung“ (2. Kor 5,19).“

Bischofsrat der Evangelisch-methodistischen Kirche, unterzeichnet von 95 Bischöfinnen und Bischöfen, November 2005

Übersetzung: EMK in Deutschland



-----------
Veröffentlichung nur mit Quellenangabe "EMK News" gestattet!
Bitte senden Sie Ihre Bemerkung an die folgende Mailadresse:
"emknews-redaktion at umc-europe punkt org"