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EMKNI - 21.11.2005   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Oberster Baselbieter besuchte Evangelisch-methodistische Kirche Gelterkinden-Sissach

Eric NussbaumerIm sonntäglichen Gottesdienst der Evangelisch-methodistischen Kirche Gelterkinden vom 13. November fühlte der Pfarrer dem Gast – Eric Nussbaumer, Landratspräsident für ein Jahr – auf den Zahn. Interessiert verfolgten die Gäste und die Gemeinde das Gespräch und hatten Gelegenheit, selbst Fragen stellen.

„Das ist meine Kirche, zu der ich gehöre,“ war Eric Nussbaumers spontane Aussage, als der Pfarrer Markus Da Rugna das Signet der Evangelisch-methodistischen Kirche in die Höhe streckte. Es war Sonntagmorgen zur gewohnten Gottesdienstzeit- am Radio DRS lief die Sendung „persönlich“ – als die Gäste in der Kapelle an der Turnhallenstrasse einen ungewohnten Gottesdienst miterlebten. Sie konnten auch einer Art „persönlich“ – aber live und mit Augenkontakt - zuhören und zum Teil selbst mitgestalten. Eric Nussbaumer, Landratspräsident, war auf Besuch. Im Gespräch mit Markus Da Rugna erfuhren die Besucher einiges über seinen Werdegang, seine Einstellung und Haltung dem Leben gegenüber. Nussbaumer wirkte echt, natürlich, spontan, unverkrampft und zeigte eine gesunde Portion Humor.
Eröffnet hatten den Gottesdienst die Musiker mit einer Triosonate von Johann Joachim Quantz. Zum Gespräch setzten sich Markus da Rugna und Eric Nussbaumer vor die Gemeinde. Der Pfarrer konfrontierte Eric Nussbaumer nach der kurzen Begrüssung und Vorstellung zuerst mit einem Windrädchen, einem Fussball und einem EMK-Signet und bat ihn, sich dazu zu äussern. Locker und spontan tat dies Nussbaumer. Dass beim Windrädchen seine berufliche Tätigkeit, wie auch das Windrad als Symbol des letzten Wahlkampfes zur Sprache kamen, versteht sich fast von selbst. Von seiner Spontaneität zeugte auch der erste Satz beim Anblick des Fussballs – mit einem Zwinkern hervorgebracht: „Wir haben gewonnen!“ in Anspielung auf das Fussball-Länderspiel vom Samstagabend.
Die Stichworte „Humor – Elsass – Mennoniten – faulenzen – Taizé – Züridütsch“ boten ihm Gelegenheit, eine Rückschau über seinen persönlichen Lebenslauf und seine Entwicklung zum heutigen Eric Nussbaumer zu geben. Geboren im Elsass, ausgewandert ins Züribiet, aufgewachsen in einem Elternhaus, wo Christensein gelebt wurde, wo der Umgang mit Gewalt einen besonderen Stellenwert hatte, das alles prägte sein Leben. Auch dass neben Zeiten grosser Produktivität das Faulenzen am Platz ist, davon ist Nussbaumer überzeugt.
Gezielte Fragen nach seinem Einstieg in die Politik, seinen politischen und ethischen Überzeugungen, die er vertritt, seinem Leitspruch, dem Ablauf der Parlamentsarbeit, der Zusammenarbeit mit Andersdenkenden oder dem Stellenwert seines Glaubens im Alltag beantwortete er souverän und gelassen. Sein Slogan „Den Menschen ins Spiel bringen“ interpretiert er so, dass sich Politiker bewusst sein müssen, dass hinter der eher abstrakten, oft eher etwas weit vom Menschen entfernten parlamentarischen und politischen Tätigkeit, der Mensch als Person nicht zu kurz kommen darf. Landratspräsident sein bedeute zwei Dinge. Auf der einen Seite müsse er die Sitzungen des Landrates leiten, auf der andern Seite sehe er durch seine Repräsentationsaufgaben in das vielseitige und breite Spektrum der Gruppierungen, welche die heutige Gesellschaft ausmachten. Er versuche immer wieder, Gott als ein Element in seinem Leben und seiner Tätigkeit zu integrieren.
Aus den Reihen der Gottesdienstbesucher wurde unter anderem nach seinem Umgang mit Niederlagen gefragt. „Sie tun einem weh, machen einem traurig, fordern aber auch heraus, weiterzukämpfen und neue Visionen zu haben.“ Die Rolle der Kirche sieht er darin, sich mit der Gesellschaft auseinanderzusetzen. Es sei falsch, Rezepte zu geben, die Gemeinden sollten selbst herausfinden, was zu tun sei.
Ein Besucher meinte nach Abschluss dieses besonderen Gottesdienstes: „Das Gespräch war eine Ermutigung zum glaubwürdig Christsein in den Anforderungen des alltäglichen Lebens und im Umgang mit den Gegebenheiten der Gesellschaft.“


Quelle: EMKNI

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