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EMKNI - 04.10.2005   Zurück zur Übersicht

Europa/Schweiz: SEK besucht europäische Organisationen in Strassburg und Brüssel

Vom heute bis am Samstag, dem 8. Oktober 2005, unternimmt der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) eine Studienreise zu den ökumenischen Organisationen und europäischen Institutionen in Strassburg und Brüssel. Der Rat will sich über den aktuellen Stand verschiedener Fragen von europäischer Tragweite informieren und die Möglichkeiten künftiger Beiträge der Schweizer Mitgliedkirchen des SEK klären.

Nach dem Ja zu Schengen/Dublin im Juni hat das Schweizervolk am 25. September 2005 auch der Ausdehnung des Freizügigkeitsabkommens auf die zehn neuen EU-Staaten zugestimmt. Damit ist die europapolitische Diskussion in der Schweiz wieder in Bewegung geraten. Je nach politischem Lager wird eine Bekräftigung oder ein Rückzug des EU-Beitrittsgesuchs verlangt oder als Kompromiss ein Moratorium vorgeschlagen. Und der Bundesrat will seinen Europabericht früher als geplant vorlegen, wenn möglich schon 2006.

In diese Debatte wollen sich auch der Kirchenbund und seine Mitgliedkirchen aktiv einbringen. Das Europa-Dossier gehört seit jeher zu den zentralen Wirkungsfeldern des Kirchenbundes. Der Rat SEK pflegt eine enge Zusammenarbeit mit verschiedenen kirchlichen Organisationen, welche die Kirchen bei den Institutionen der Europäischen Union (EU) und gegenüber dem Europarat in Strassburg und in Brüssel vertreten.

Um die bestehenden Kontakte zu vertiefen und Fragen der Zusammenarbeit zu klären, wird eine Delegation des SEK mit verantwortlichen Vertretern der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) zusammentreffen und Gespräche führen mit Schweizer Vertreterinnen und Vertretern bei der EU und beim Europarat. Dabei wird es einerseits um grundsätzliche Themen gehen wie die Frage des EU-Beitritts der Schweiz, den Stand der bilateralen Verhandlungen, die Einflussmöglichkeiten der Kirchen und insbesondere, welchen Beitrag die Schweizer Kirchen zur Europa-Debatte leisten können – sowohl in der Schweiz als auch in Europa. Zum andern wird es um spezifische Aspekte gehen wie Menschenrechte, Bioethik, Sterbehilfe, Entwicklungspolitik oder Asyl- und Migrationsfragen.

Der Rat SEK setzt sich seit vielen Jahren für den europäischen Integrationsprozess ein und er ist überzeugt, dass die Kirchen dazu einen wichtigen Beitrag leisten können. Unabdingbar ist dafür eine kritische Solidarität mit den europäischen Institutionen: eine enge Zusammenarbeit mit dem Europarat und eine aktive Partizipation in der Europäischen Union. Der Kirchenbund lässt sich dabei von der Überzeugung leiten, dass es beim Thema Europa um weit mehr geht als um Wirtschaftsfragen. Europa ist eine vielseitige "Schicksalsgemeinschaft", die es aktiv mitzugestalten gilt. Die Kontakte und Gespräche in Strassburg und Brüssel werden den Kirchenbund befähigen, den eingeschlagenen Weg der Mitwirkung am Aufbau einer europäischen Wertegemeinschaft zielstrebig weiterzuverfolgen.


Quelle: Medienmitteilung SEK / EMKNI

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