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EMKNI - 21.10.2005   Zurück zur Übersicht

Welt/USA/Irak: Aufruf, die militärische Präsenz der Vereinigten Staaten im Irak zu beenden

Mit deutlichen Worten ruft das „United Methodist General Board of Church & Society”, die weltweite Behörde für Kirche und Gesellschaft der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK), in dieser Woche die Regierung der Vereinigten Staaten auf, den Krieg im Irak zu beenden, ihre Truppen abzuziehen und die Bemühungen um Frieden zu verstärken. Wir publizieren hier eine von uns übersetzte Fassung des Aufrufs, der in englischer Sprache veröffentlicht worden ist:

"Ein Aufruf, die militärische Präsenz der Vereinigten Staaten im Irak zu beenden

Als Anhänger von Jesus Christus, dem Friedensfürst, beten wir für Frieden, Stabilität und Freiheit im Irak. Wir glauben, dass die irakische Bevölkerung letztlich selber entscheiden kann und soll, wie sie dies erreichen wird. Es ist Zeit, dass die Vereinigten Staaten um eine internationale Zusammenarbeit bitten, nicht um Krieg zu führen, aber um mit Irakern, die guten Willens sind, zusammen zu arbeiten, um ihre Nation auf Kurs in Richtung Frieden und Wohlstand zu bringen.

Als Menschen des Glaubens erheben wir unsere Stimme und protestieren gegen die Tragödie des ungerechten Krieges im Irak. Wir drängen die Regierung der Vereinigten Staaten darauf, einen Plan für den Rückzug ihrer Truppen zu entwickeln und durchzuführen. Die Invasion der Vereinigten Staaten hat einen Ablauf von Ereignissen in Gang gesetzt, die den Irak in einen Bürgerkrieg stürzen könnten.

Jeder Krieg ist eine Tragödie, die Gottes Herz verwundet. Dieser spezielle Krieg ist besonders tragisch, weil eine zwei Parteien-Kommission der Vereinigten Staaten, ernennt von Präsident Bush und geleitet durch den früheren Gouverneur Tom Keane und dem früheren Abgeordneten Lee Hamilton, festgestellt hat, dass:

- keine Massenvernichtungswaffen im Irak gelagert wurden;
- kein Versuch eines Teils der Regierung von Saddam Hussein unternommen wurde, Uran in Niger zu kaufen;
- es keine Verbindung zwischen Saddam Hussein und den Ereignissen vom 11. September 2001 gibt;
- es keine Verbindung zwischen Saddam Hussein und der Al-Kaida gibt.

Tausende haben ihr Leben gelassen und Hunderte von Milliarden vergeudeter Dollars wurden von den Vereinigten Staaten in einen Krieg initiiert, der nie hätte ausgefochten werden sollen. Die Vereinigten Staaten sind jetzt moralisch verpflichtet, die gewaltigen ökonomischen Ressourcen zu liefern, die benötigt werden, um beim Wiederaufbau des Iraks nach dem Krieg zu helfen. Die permanenten Kosten des Krieges fahren fort, die öffentlichen Ressourcen zu entleeren, die sowohl im Irak als auch in den Vereinigten Staaten verzweifelt erforderlich sind. Wir sind betrübt über all diejenigen, deren Leben in dieser unnötigen und vermeidbaren Tragödie verloren gegangen oder zerstört worden sind. Familien von Militärangehörigen haben eine ungebührliche Not durch die Verlängerung der Truppenstationierung und dem Verlust von geliebten Menschen erlitten. Es ist Zeit, sie nach Hause zu bringen.

Unser Widerstand gegen den Krieg vermindert auf keine Weise die demokratischen Ideale, Traditionen oder die eigentlichen Freiheiten, die von Männer und Frauen des Militärs verteidigt werden. Widerstand gegen Krieg ist nicht unpatriotisch. Wir ehren diejenigen, die dem gemeinsamen Wohl dienen und sind ihnen eine Verpflichtung schuldig, den friedliebenden Pfad zu gehen, damit sie nicht wieder in einem Weg des Schadens hineingesteckt sein mögen.

Wir bitten den Kongress der Vereinigten Staaten, Gesetze wie der "Homeward Bound Act" (H. J. Res. 55) zu verabschieden, die erste Zwei-Parteien-Anstrengung, um die Truppen der Vereinigten Staaten wieder nach Hause zu bringen. Wir ermutigen beide, eine umfassende Untersuchung durchzuführen und jene haftbar zu machen, die für die irreführenden Geheimdienstinformationen und die katastrophalen Entscheidungen verantwortlich sind, die diesen Krieg entzündet haben.

Wir rufen die Regierung der Vereinigten Staaten auf, mit den Vereinten Nationen, ihren Gesandten und speziellen Vertretern im Irak zusammen zu arbeiten, um eine friedliche, langanhaltende Lösung im Konflikt zu bewerkstelligen, und den Irak wieder aufzubauen.

Zuletzt rufen wir alle Menschen des Glaubens auf, für einen einfachen, gerechten Frieden des belagerten irakischen Volkes und für alle, deren Leben durch die Folgen des Krieges Schaden genommen haben, zu beten.“


Quelle: EMKNI / United Methodist General Board of Church & Society

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