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EMKNI - 20.09.2005   Zurück zur Übersicht

Bulgarien: Gemeinschaft bewusst gestalten!

Die Jährliche Konferenz (JK) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) tagte vom 15. - 18. September 2005 in Varna, Bulgarien.
In seinem Votum zum Abschluss der Tagung betonte Pedros Altunian, Superintendent der EMK in Bulgarien, die Wichtigkeit der Pflege der Gemeinschaft. Das muss sich zuerst in der Seelsorge zeigen, aber auch in der Zusammenarbeit auf allen Ebenen der Kirche. „Wir wollen den Gemeinschaftsgeist und den Zusammenhalt der Connexio fördern und behalten.“

Die Tagung der Jährlichen Konferenz stand unter dem Bibelwort aus Johannes 14, 6: „Christus spricht: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“. Wo Christus in der Mitte ist, da entsteht Gemeinschaft. Im Bericht der Evangelisations-Kommission wird jedoch darauf aufmerksam gemacht, dass die Gemeindebezirke zu viele Menschen, welche sie als Mitglieder gewonnen haben, auch wieder verlieren.

Gemeinschaft hilft in Not

Es gibt eine grosse Landflucht in Bulgarien. Die Ortschaften und Kleinstädte entleeren sich, da es dort keine Arbeit gibt. Die Kirche erreicht viele arme Leute, welche beständig mit der Frage leben, wie es morgen weitergeht. Die jüngsten Überschwemmungen im Land haben zusätzliche Probleme geschaffen und gezeigt, dass die Behörden völlig überfordert sind. Für die Soforthilfe aus der Schweiz (Connexio) und aus Deutschland haben die Mitglieder der Konferenz ihren tiefen Dank ausgesprochen. Auch Kirchen wurden vom Unwetter beschädigt: Das Dach der Kirche in Sofia, und die Überflutungen hatten auch die Kirchen von Lovec und Veliko Trnovo erreicht. Solidarisch wird betroffenen Nachbarn geholfen.

Die Kirche hat in der türkisch-sprachigen Arbeit einige Schwierigkeiten zu verzeichnen. Einzelne Prediger haben sich hoch verschuldet und sind oft zur Schwarzarbeit im Ausland unterwegs, damit sie ihre Schulden bezahlen können.

Die Beziehung zu den Partnergemeinden ist wichtig. Ohne diese Unterstützung könnte die Sozialarbeit in den Gemeinden (Suppenküchen und Kinderspeisung) nicht weitergeführt werden.

Gemeinschaft mit Kindern und Jugendlichen

Es ist nicht einfach, als Kirche die Jugend zu erreichen. Aber die durchgeführten Sommerfreizeiten waren ein voller Erfolg. Die arbeitslose Jugend, aber auch die Schuljugend, lebt in einem „Dschungel von Problemen“.

Für das Studienprogramm in Graz-Waiern zur Ausbildung von Pastoren fehlt es momentan an neuen Studenten aus Bulgarien.

Gemeinschaft realisiert sich im Teilen

Die Herausgabe verschiedener Arbeitshilfen für Frauengruppen sowie Kinder- und Jugendarbeit, oder auch für Elternseminare, sowie die Herausgabe des Kurses Glaubensschritte zeigt, wie intensiv im Bereich Literatur gearbeitet wird.

In Pleven und Veliko Trnovo kann mit Hilfe von Partnern im Ausland die Bausubstanz verbessert werden. Das Programm mit den kleineren Kapellen, welche alle nach dem gleichen Modell gebaut werden, wird momentan in Votevgrad und in zwei Minderheits-Siedlungen umgesetzt. Für die Entwicklung der Gemeinden ist es wichtig, ein eigenes Gebäude zur Verfügung zu haben.
In Varna soll eine EMK-Liegenschaft in Zukunft mehr Gewinn abwerfen, weshalb sich die Kirche mit ihrer Liegenschaft an einer grossen Überbauung zusammen mit den Nachbarn beteiligt.

Im Bereich des Kirchenvorstandes und der Finanzen ist das zweijährige Projekt unter dem Titel „Transparenz“ zu einem Ende gekommen. Es hat wesentliche Verbesserungen und neues Vertrauen geschaffen. Für die JK 2007 wird noch einmal eine Evaluation in diesen Bereichen durchgeführt werden. Ulrich Bolleter, ein ehemaliges Kadermitglied von Sulzer Winterthur, hat dieses Projekt begleitet.
Nun gibt es eine Finanz- und Kompetenzordnung im Blick auf die Bauprojekte. Für die Führung der Sozialwerke oder deren Verselbständigung soll auf die nächste JK hin eine Regelung erarbeitet werden.
Nach wie vor ist die Bulgarische Kirche auf Unterstützung für die Pastorengehälter angewiesen. Aber die Gemeinden werden trotz grosser Armut zu mehr Eigenleistung ermuntert.

Eine Konferenz mit zwei Bischöfen

Im Gottesdienst am Freitagabend wurde Bischof Heinrich Bolleter mit seiner Frau Marta verabschiedet. Er tritt im Mai 2006 in den Ruhestand. „Bischof Heinrich Bolleter hat einen äusserst bedeutsamen Beitrag zur Wiederherstellung der Evangelisch-methodistischen Kirche in Bulgarien auf ihrem Weg zurück ins Leben geleistet. Er ist ein Teil von uns geworden. Ihm gehört die Liebe und Dankbarkeit der EMK in Bulgarien,“ sagte Superintendent Pedros Altunian.

Marta Bolleter wurde insbesondere gedankt für die zwölf Frauenseminare, welche sie in Bulgarien initiiert und geleitet hat. Sie hat damit einen wichtigen Beitrag zum Aufbau der Beziehungen zwischen den verschiedenen Gemeinden geleistet. Die Frauen in Bulgarien leisten oft mit ihren Gebetskreisen und Frauenstunden, was die Pastoren in der Seelsorge nicht abdecken.

Am Sonntag wurde Dr. Patrick Streiff im Gottesdienst als neuer Bischof vorgestellt und willkommen geheissen. Gemeinsam haben die Bischöfe einen Ältesten ordiniert und vier Laienprediger aufgrund ihrer vierjährigen Ausbildung gesegnet und eingesetzt.


Quelle: Sekretariat von Bischof Heinrich Bolleter

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