Alte Version dieser Seite EMKNI en français
-
EMKNI - 10.04.2006   Zurück zur Übersicht

Delegation der Weltmission und von Connexio besuchte Balkan

Vom 21. bis 30. März 2006 war eine Delegation der Weltmission der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) aus Deutschland und von Connexio, dem Netzwerk für Mission und Diakonie der EMK, aus der Schweiz zu Besuchen in den Partnerkonferenzen in Makedonien, Albanien und Bulgarien. Neben dem Besuch der Partner ging es darum, auch die gemeinsame Arbeit der Weltmission und Connexio weiter zu fördern. Andreas Stämpfli, Geschäftsleiter von Connexio Schweiz/Frankreich, berichtet über diese Reise:

„In Albanien, einem mehrheitlich atheistischen Land, betreibt Frieder Weinhold, ein EMK-Pfarrer aus Deutschland, seit 1991 ein kleines Hilfswerk. Zentrum der Arbeit ist die Gemeinde in Bishnica, einem Bergdorf in der Region von Pogradec. Die Gemeinde betreibt ein Internat für Schulkinder, die aus noch abgelegeneren Dörfern kommen sowie weitere Sozialprojekte in den umliegenden Orten. Frieder Weinhold führt Evangelisations- veranstaltungen durch und unterstützt die sehr armen Leute durch regelmässige Hilfsgütertransporte aus Deutschland. Neben der Arbeit der EMK besuchte unsere Delegation auch den orthodoxen Erzbischof Anastasios, die Leitungspersonen der Evangelischen Allianz sowie verschiede Projekte, welche durch den Evangelischen Entwicklungsdienst Deutschlands unterstützt werden.
Wir waren sehr beeindruckt vom Engagement der verschiedenen Kirchen und Hilfswerke, welche ihre Arbeit erst 1991, nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes, begonnen haben. Für die EMK stellt sich die Frage, ob sie die Arbeit in Albanien ausbauen möchte und könnte. Der Bedarf nach geistlicher und sozialer Unterstützung ist riesig in diesem Land, in welchem bis vor 15 Jahren Kirchen und Religionsgemeinschaften verboten waren.
In Makedonien hat die EMK eine lange Tradition. In den Dörfern rund um Strumica gibt es grosse Gemeinden, die seit mehr als hundert Jahren existieren und die ihre Arbeit auch während der kommunistischen Herrschaft ausüben konnten. Besonders beeindruckt hat mich die gute Zusammenarbeit unter den fünf vom Staat anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften, zu welchen neben der Orthodoxen und der Katholischen Kirche, der Israelitischen sowie der Islamischen Gemeinschaft auch die EMK zählt. Eindrücklich waren auch die Gespräche mit den aus dem Kosovo vertriebenen Roma in Skopje, für die sich EMK-Pfarrer Mihail Cekov ganz besonders einsetzt. Auch wenn die wirtschaftliche Situation in Makedonien heute besser ist, als in den umliegenden Ländern, gibt es noch viele Leute, die in grösster Armut leben. Einige davon haben wir in ihren Wohnungen und Hütten in Strumica besucht, zusammen mit Mitarbeitern des »Miss Stone«- Sozialzentrums, die ihnen jeden Tag eine warme Mahlzeit bringen.
Der Besuch in Bulgarien war sehr kurz und beschränkte sich auf die Hauptstadt Sofia. Auch hier betreiben die meisten Gemeinden Sozialzentren, um den in Armut lebenden Menschen zu helfen. In der EMK-Kapelle in Sofia werden beispielsweise jeden Tag kostenlos warme Mahlzeiten abgegeben, die von Leuten aus unterschiedlichsten Bevölkerungsschichten abgeholt werden.
Die EMK in Bulgarien wurde vor 150 Jahren durch den amerikanischen Missionar Dr. Long gegründet. In der Zeit des Kommunismus konnte sie kaum überleben und es gab bis zur politischen Wende nur drei Pastoren. Seit 1990 wurde die Kirche wieder aufgebaut und heute bestehen 34 Gemeinden. Viele davon haben Partnerschaften mit Gemeinden in der Schweiz, Deutschland und den USA. Solche Gemeindepartnerschaften können ein grosser Segen sein. Manchmal führen sie aber auch zu Schwierigkeiten, beispielsweise wenn die ausländischen Partner zu wenig Rücksicht auf die Interessen der Gesamtkirche nehmen oder wenn einzelne Gemeinden Dank ihren guten Beziehungen über wesentlich mehr Einnahmen verfügen, als ihre Nachbargemeinden.
Connexio wird sich an einer Retraite im nächsten August und an einer separaten Tagung am Anfang des nächsten Jahres ausführlich mit diesem Thema befassen.“


Quelle: Andreas Stämpfli / Weltmission / EMKNI

-----------
Veröffentlichung nur mit Quellenangabe "EMK News" gestattet!
Bitte senden Sie Ihre Bemerkung an die folgende Mailadresse:
"emknews-redaktion at umc-europe punkt org"