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EMKNI - 11.04.2006   Zurück zur Übersicht

Makedonien: Interreligiöse Tagung in Strumica

Auf Initiative der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Makedonien wurde, unterstützt vom Makedonian Center for International Cooperation, vom 3. - 5. April 2006 eine interreligiöse Tagung in Strumica abgehalten. Eingeladen waren Vertreter der Orthodoxen Kirche, der Römisch-katholischen Kirche, des Judentums und der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Das Thema der Tagung lautete: ”Wie verhalten sich Religionen zueinander in einer pluralistisch gewordenen Welt?“

Als Referenten wurden gewonnen Prof. Dr. Robert Hunt (Methodist) aus Dallas, Texas, von der Southern Methodist University, Prof. Helmut Nausner (Methodist) aus Wien, Prof. Dr. Jovan Belcevski (Orthodox) von der orthodoxen theologischen Fakultät an der Universität in Skopje und Dr. Musa Musai (Muslim) von der Fakultät für islamische Theologie in Skopje.

Der Leiter der Tagung, der methodistische Pfarrer Mihail Cekov aus Strumica, hielt das Einleitungsreferat über die gegenwärtigen Beziehungen der Religionen zueinander in Makedonien. Cekov unterstrich, dass nach der langen Zeit kommunistischer Unterdrückung die Kirchen und Religionen zu einem konstruktiven und friedlichen Miteinander gefunden haben und dass die Bereitschaft besteht, aufbrechende Probleme in gegenseitiger Toleranz und mit gegenseitigem Respekt zu besprechen und nach Lösungen zu suchen.

Eine pluralistisch gewordene Welt ist eine Herausforderung für alle Religionen. Sich abzukapseln und zurückzuziehen, darin waren sich alle Teilnehmer einig, ist kein vernünftiger und in die Zukunft weisender Weg. Religionen können voneinander lernen, ein besseres gegenseitiges Verstehen fördern und vielleicht in bestimmten Situationen auch zusammenarbeiten. Besonders intensiv wurde die Auswirkung des modernen Individualismus diskutiert, der in allen Gesellschaften anzutreffen ist, und die neue Rolle der Frau. Welche Rolle die Menschenrechte in den verschiedenen Religionen spielen und die Frage, wie sich nationale und religiöse Identität aufeinander beziehen, waren weitere Themen, die zum Teil leidenschaftlich diskutiert wurden. Religionen können friedlich zusammen leben, wenn der Wille dazu da ist. Zu einem friedlichen Zusammenleben sollte ermutigt werden.

Die Teilnahme internationaler Experten wurde als bereichernd erlebt und der Wunsch geäussert, solche Konferenzen für die nicht zu ferne Zukunft zu planen und durchzuführen.


Quelle: Helmut Nausner / EMKNI

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