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EMKNI - 24.04.2006   Zurück zur Übersicht

Grossbritannien: Debatte in der Methodistenkirche über Segnung für gleichgeschlechtliche Partnerschaften

Die britische Methodistenkirche denkt darüber nach, wie sie sich auf Anfragen gleichgeschlechtlicher Paare reagieren soll, die um den Segen der Kirche für ihre bürgerliche Partnerschaft bitten. Die Meinungen innerhalb der britischen Methodisten über die Art, wie die Kirche mit dieser Situation umgehen soll, gehen weit auseinander. An der nächsten Jahreskonferenz der Methodistenkirche in Edinburgh wird darüber debattiert werden.

Seit letztem Dezember können sich gleichgeschlechtliche Paare in Grossbritannien für eine Anerkennung ihrer Beziehung durch einen bürgerlichen Partnerschaftsvertrag entscheiden. Diese legalen Verträge geben ihnen viele der Rechte von verheirateten Paaren, einschliesslich einer Hinterbliebenenrente, einer Pensionsberechtigung und der Erziehungsverantwortung für jedes Kind des Partners.

Pfarrerin Cynthia Park ist sich klar darüber, was sie glaubt, dass das Evangelium sie ruft, zu tun. Zwei Frauen, die die allerersten in Grossbritannien waren, die diesen Partnerschaftsvertrag eingingen, baten Park, bei einer Feier nach ihrer offiziellen Unterzeichnung ein Gebet zu sprechen. Die Feier fand in einem Hotel in Brighton statt. Park sagte, sie war „begeistert, diesen Gefallen zu tun,“ und meinte, dass dies in Übereinstimmung mit den gegenwärtigen Richtlinien der Methodistenkirche sei, da sie ein Gebet sprach und keine Segnung durchführte. Die aus den Vereinigten Staaten stammende Park ist Pfarrerin in einer Methodistenkirche in Brighton und zwar in einem Viertel, in dem auch viele schwule und lesbische Menschen wohnen. „Es gibt das Gefühl, dass die Kirche Homosexuelle hasst. Wir sind stolz, eine Gemeinde zu sein, die sagt: „Das ist nicht wahr. Gott liebt jeden,“ so Pfarrerin Park. Aber sie sorgt sich auch um den Ausgang der gegenwärtigen Debatte. „Ich weiss, wie viel unsere Kirche Wert auf kirchliche Einheit legt. Ich hoffe, dass unsere Kirche den Pfad der Gerechtigkeit für jeden geht und nicht nur auf Einheit bedacht ist.“

Paul Smith, Pfarrer der Plymouth Mission und Vorsitzender der methodistisch evangelikalen Headway Organisation, sagte, dass die Angelegenheit „von tiefer Bedeutung“ für die Evangelikalen sei. „Zivile Partnerschaft ist ein Vertrag. Was das Landesgesetz über die zivile Partnerschaft sagt, damit müssen wir leben. Aber es ist eine Welt von Unterschieden, mit ihr zu leben oder ihr beizupflichten.“ Smith glaubt, dass die Segnung für gleichgeschlechtliche Partnerschaften den Lehren der Bibel, der 2000-jährigen Lehre der Kirche und der weltweiten Ansicht eines Grossteils der Christen widersprechen würde. „Wir haben einen Pilgerweg des Glaubens unternommen, wo wir versuchen, jedem zuzuhören und einander zu verstehen, und das alles zum Besten. Aber wenn wir alles gehört und alles getan haben, um es zu verstehen, müssen Entscheidungen gefällt werden.“

Die Angelegenheit wird offiziell bei der nächsten Jahreskonferenz der britischen Methodistenkirche im Juni in Edinburgh debattiert werden, wenn eine Arbeitsgruppe über die Ergebnisse einer nationalen Anhörung berichten wird. Bis dahin ermutigen die Verantwortlichen der Kirche die Pfarrpersonen, eine gute pastorale Praxis anzuwenden und Segnungszeremonien zu vermeiden.

In der weltweiten Evangelisch-methodistische Kirche (EMK), unabhängig von der britischen Methodistenkirche, ist es den Pfarrpersonen nicht erlaubt, kirchliche Handlungen bei gleichgeschlechtlichen Paaren vorzunehmen, so auch keine Segnungszeremonien.

Ann Leck, Co-Vorsitzende der Arbeitsgruppe, die an der Jahreskonferenz in Edinburgh berichten wird, bemerkte, dass als britischen Methodisten „wir Reisende und Forschende sind, und unsere Ansichten veränderbar sind,“ aber es brauche ein grosses Stück Sensibilität dazu. Margaret Parker, die zweite Co-Vorsitzende der Arbeitsgruppe, und Ann Leck erwarten eine lebhafte Debatte in Edinburgh, die die vielen Diskussionen, die überall im Land stattfanden, widerspiegeln werde. Wie das offizielle Ergebnis sein wird, kann niemand voraussagen. „Was für eine Entscheidung getroffen wird, ist sehr ungewiss,“ sagte Parker. „Es ist vollkommen offen.“


Quelle: United Methodist News Service / EMKNI

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