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EMKNI - 27.04.2006   Zurück zur Übersicht

USA: Nach Massendemonstrationen gegen Verschärfung des Einwanderungsrechts sehen Methodisten Zeichen der Hoffnung

Die Massenproteste, die in den Vereinigten Staaten am 10. April 2006 stattfanden, signalisieren, dass etwas Hoffnungsvolles und Historisches aufbricht, sagen Verantwortliche der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in den Vereinigten Staaten. Schätzungsweise zwei Millionen Menschen demonstrierten in 140 Städten für die Rechte von Menschen, die sich ohne gültige Papiere im Land aufhielten. Darunter waren auch viele Farmarbeiter, Kellnerinnen, Hausmädchen, Gärtner und Köche, die auf die Strasse gingen. Für viele war es das erste Mal, dass sie an einer politischen Kundgebung teilnahmen.

"Es war ein mächtiges Zeugnis, eine tatsächlich viel breitere Bewegung, breiter als wir es seit Jahren beobachtet haben," sagte Pfarrer Eliezer Valentin-Castañon von der Kommission der EMK für Religion und Rasse. "Es ist etwas, dass Hoffnung in mein Herz und in meine Seele bringt, dass etwas im Gang ist.“

Hunderttausende von Menschen versammelten sich in Washington, der Hauptstadt der Vereinigten Staaten, wo Minerva Carcaño, Bischöfin der EMK, als eine von mehreren RednerInnen, zur Menge sprach. „Es war aufregend, zu sehen, wie die erste lateinamerikanische Bischöfin der EMK die eigene Geschichte über ihre Zuwandererfamilie erzählte," sagte Valentin-Castañon. "Es war ein hervorragendes Zeugnis für die Menschen, die sich dort versammelt hatten.“ Bischöfin Carcaño sagte zu den Menschen: "Ich bin ein Mensch des Glaubens, bin aber auch eine Tochter von Zuwanderern."

Für die Bischöfin war es sehr bewegend, dass Menschen aus allen Teilen der Welt sie gebeten hatten, für sie an dieser Demonstration zu sprechen. "Eine Frau erzählte mir, dass sie einfach mit ihren Kindern wieder vereint sein wolle," sagte sie. "Sie erzählte mir, dass sie vor vielen Jahren von ihnen getrennt wurde, und sie wollte, dass ich den Menschen erkläre, wie wichtig die Wiedervereinigung von Familien sei." Für die Bischöfin war es eine unglaubliche Erfahrung. "Ich fühle, als ob ich die heiligen Leben Anderer in meinen Händen halte, und dass wir, als Methodistinnen und Methodisten, die heiligen Leben von Menschen in unseren Händen halten, und dass wir jetzt nicht aufhören können," so Bischöfin Carcaño.

In New York leitete Jeremiah Park, Bischof der EMK, eine Gebetswache in der John Street United Methodist Church in Lower Manhatten, an der Geistliche und Laien teilnahmen, bevor sie sich einer Kundgebung für die Unterstützung von Einwanderern anschlossen, an der mehrere zehntausend Menschen teilnahmen. Bischof Park erinnerte die Menschen in der Kirche daran, dass er ein Zuwanderer aus Korea sei. "Heute sind wir hier, um mit dem Jesus zu gehen, der mit den Unterprivilegierten, den Verlorenen und den Geringsten geht. Zusammen mit ihm werden wir Amerika stärker, unsere Zukunft besser und unsere Leben reicher machen." Bischof Park war einer der vielen Rednerinnen und Redner, die an der Kundgebung sprachen, so u.a. auch Hillary Rodham Clinton, US-Senatorin von New York und Mitglied der EMK.

Die Debatte um die Verschärfung des Einwanderungsrechts wird Ende April 2006 im US-Senat wieder aufgenommen.


Quelle: EMKNI / United Methodist News Service / Spiegel Online

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