Alte Version dieser Seite EMKNI en franšais
-
EMKNI - 23.08.2006   Zurück zur Übersicht

Serbien: Bischof Patrick Streiff besucht methodistische Gemeinden

Vom 12. bis 18. August 2006 hat Bischof Patrick Streiff eine Reise nach Serbien unternommen, um dort Gemeinden der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) zu besuchen. In einem Reisebericht schreibt er dazu:

«Neben den vielen Konferenzen ist es mir ein wichtiges Anliegen, auch die Gemeinden unserer Kirche kennen zu lernen, denn sie sind der entscheidende Ort, um die Mission der Kirche zu leben. Die methodistischen Gemeinden in Serbien liegen alle im nördlichen Teil des Landes, der Wojwodina. Sie entstanden unter Deutschsprachigen, wurden später mehrheitlich slowakischsprachig und sind heute mehr und mehr serbischsprachig. Als eine der wenigen Kirchen in Serbien arbeitet die EMK in unterschiedlichen Volkgruppen.

Bei einem Treffen mit allen Pfarrerinnen und Pfarrer stellten diese ihre Gemeinden vor. Unter den positiven Erfahrungen wurde an vielen Orten die Hilfsbereitschaft unter Gemeindegliedern hervorgehoben. Manche berichteten von erfreulichen Entwicklungen in der Arbeit mit Kindern und mit Erwachsenen, die neu zur Gemeinde kommen. Allerdings erzählten viele auch, wie die Kirchen während der Jugoslawienkriege und der anschliessenden Nothilfe aus dem Ausland gut besucht waren, wie die Menschen später aber wieder fernblieben. Heute habe das Suchen und Fragen nach Gott nachgelassen. Die anhaltend schwierige wirtschaftliche Lage, die Ermüdung in einem aufopfernden Dienst und die zunehmende Interesselosigkeit in der Bevölkerung macht manchen Pfarrerinnen und Pfarrern Mühe und belastet ihren Dienst.

Neben den Begegnungen und Gottesdiensten in den Gemeinden traf ich unter anderem auch den Minister für Religionsfragen. Im April dieses Jahres war ein Religionsgesetz verabschiedet worden, in dem die EMK nicht unter die historischen Kirchen aufgenommen wurde, weil sie nicht bereits vor dem Zweiten Weltkrieg öffentlich-rechtlich anerkannt war. Nach der Verabschiedung des Gesetzes hatte der Religionsminister unsere Kirchenzentrale in Novi Sad besucht, um der Superintendentin die Möglichkeiten zu erklären, wie die EMK anerkannt werden könne. Bei unserem jetzigen Besuch zeigte er wiederum seine Offenheit und sein grosses Interesse, dass die EMK als ökumenisch engagierte, protestantische Kirche die Anerkennung erhalte und sich für eine gute Zusammenarbeit zwischen den Kirchen einsetze. Es war eine interessante und ermutigende Begegnung.

Im Vergleich zu Makedonien und den südlichen Gebieten Serbiens erscheint die nördliche Wojwodina weniger ärmlich. Die Menschen in den Dörfern leben oft als Selbstversorger. Sie haben genug zu essen, aber kaum Bargeld, um sich etwas zu kaufen. Noch immer bezahlen viele Fabriken ihren Arbeitern keine regelmässigen Löhne. Die Gemeinden haben Mühe, nur schon die Auslagen für Strom, Heizung etc. zu bezahlen. Die Ausbildung der Studierenden, die Löhne der Pfarrerinnen und Pfarrer und die dringend nötigen Renovations- bzw. Bauprojekte müssen aus dem Ausland finanziert werden. So sind die Menschen sehr dankbar für die regelmässigen Zuwendungen aus dem Bischofsbüro bzw. von Connexio und gaben mir ihren herzlichen Dank an die Spenderinnen und Spender in der Schweiz mit.»


Quelle: Bischof Dr. Patrick Streiff

-----------
Ver÷ffentlichung nur mit Quellenangabe "EMK News" gestattet!
Bitte senden Sie Ihre Bemerkung an die folgende Mailadresse:
"emknews-redaktion at umc-europe punkt org"