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EMKNI - 16.01.2006   Zurück zur Übersicht

USA: EMK-Gemeinde wurde Opfer eines Raubüberfalls während eines Gottesdienstes

Etwas Ungewöhnliches ereignete sich bei einem Gottesdienst einer Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in den Vereinigten Staaten: Am 1. Januar 2006 unterbrach ein bewaffneter Räuber den Abendgottesdienst in der Mount Zion United Methodist Church in Bel Air im US-Bundesstaat Maryland und schockte die Gemeinde, indem er eine unbekannte Menge an Geld und Wertsachen stahl. Besonders schockierend für die Gemeindemitglieder war, dass der Räuber drei Kinder aus der Gemeinde zwang, die Geldbörsen und Handtaschen einzusammeln. Die Polizei schätzt, dass der Vorfall höchstens zehn Minuten gedauert hat.

Kurz nach 18.30 Uhr stürmte ein Mann, der eine Skimaske und dunkle Kleider trug, in die Kirche und begann, mit einer Pistole umher zu fuchteln, erzählte Craig McLaughlin, Pfarrer der Gemeinde. Der Bewaffnete schien nervös zu sein und brüllte viel. Er befahl drei Kindern sowie deren Vater, die Geldbörsen und Handtaschen einzusammeln. Mindestens acht der anwesenden 50 Leute wurden beraubt. Nachdem er die Gemeindemitglieder zum vorderen Teil der Kirche befohlen hatte, floh der Räuber. Die Leute riefen danach mit ihrem Handy die Polizei an.

"Er muss verzweifelt gewesen sein, um eine Waffe auf die Kinder zu richten", so Pfarrer McLaughlin. "Das war böse. Ich dachte an den Text aus den Heiligen Schriften, 'die Tore zur Hölle werden sich nicht gegen die Kirche durchsetzen.' Das Böse wird die Leute nicht daran hindern, Gott zu dienen." Diese Gedanken erfüllten die Gebete von Pfarrer McLaughlin, als er vorne auf dem Kirchenbank sass und betete, dass seine Gemeinde ruhig und still bleiben würde. Die Leute haben genau das getan. "Sie waren erwachsen und gottesfürchtig. Sie haben genau das Richtige getan," sagte McLaughlin. "Anfangs wussten sie nicht genau, was wirklich passierte, aber es war schnell klar, dass dies ein echter Überfall war."

Bevor die Polizei eintraf, leitete McLaughlin die Gemeinde im Gebet, und bat Gott um einen Sinneswandel des Räubers. Mitglieder der Gemeinde sprachen danach mit der Presse über ihren Schock und ihre Unsicherheit und sagten, dass ihre Kirche dem Mann geholfen hätte, wenn er sie darum gebeten hätte. Die Kirche ist für ihre Grosszügigkeit in der Gegend bekannt, indem sie mindesten 30% ihrer Einkünfte für ausserkirchliche Aktivitäten ausgibt, ein Kinderheim in Namibia sowie viele weitere Zwecke unterstützt. Im März will die Kirche ein neues und grösseres Gebäude für den Gottesdienst einweihen.

In der Woche nach dem Überfall äusserten einige Methodisten aus der Gegend ihre Ängste und Sorgen darüber, sagte Barry Hidey, Pfarrer der benachbarten EMK-Gemeinde. Einige Kirchen trainieren Amtsdiener betreffend Schutzmassnahmen und bitten ihre Kirchenmitglieder, Wertgegenstände zu Hause zu lassen. Sie schlagen auch vor, dass diese ihre Spenden überweisen sollen, wenn sie sich dadurch besser fühlen. "Die beste Schutzmassnahme gegen Schaden liegt darin, eine aktive und voll beschäftigte Kirche zu haben, die mit Menschen gefüllt ist, die mit anderen sprechen und andere Leute treffen, die sie nicht kennen," sagte Pfarrer Hidey.

Pfarrer C. Anthony Hunt, Superintendent des Distrikts Baltimore-Harford, lobte das Verhalten der Gemeinde von Mount Zion nach dem Überfall. In einem Brief an die Pfarrpersonen seines Distrikts teilte Hunt mit, dass es während des Weihnachtswochendes auch einen Überfall auf ein Pfarrhaus in Baltimore gegeben hatte und bat darum, in den Gottesdiensten für diese und weitere Menschen, die von Gewalt betroffen sind, zu beten. "Ich glaube, dass diese Vorfälle ein grosses Leid in unserer Welt und von daher in solchen Zeiten auch die Notwendigkeit des auferstandenen Christus betonen," schrieb Superintendent Hunt.


Quelle: EMKNI / United Methodist News Service

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