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EMKNI - 17.01.2006   Zurück zur Übersicht

USA/Philippinen: Delegation der EMK fordert das Ende des Mordens auf den Philippinen

Eine Delegation von Verantwortlichen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) aus den Vereinigten Staaten, die die Philippinen vom 3. bis 7. Januar 2006 besuchte, hat deren Präsidentin Glora Macapagal-Arroyo aufgerufen, eine energischere Rolle einzunehmen, um die Ermordung von Geistlichen, Laien, Journalisten und Menschenrechtsaktivisten zu stoppen. Die Delegation hatte das Land besucht, um sich über die Situation vor Ort ein eigenes Bild zu machen (siehe auch EMKNI-Meldung vom 04.01.2006).

Gemäss Bischof John Hopkins, Leiter der Delegation, hätten "aussergerichtliche" Morde im letzen Jahr im Land zugenommen. "Das Töten muss gestoppt werden," sagte Bischof Hopkins.

Konkret fordert die Delegation von Präsidentin Macapagal-Arroyo die Umsetzung folgender Punkte:

· Beginn einer unverzüglichen und unvoreingenommenen Untersuchung von allen unlängst geschehenen aussergerichtlichen Hinrichtungen.
· Erarbeitung einer Verpflichtung, worin keine streitbaren Regeln oder anderen Beschränkungen auf die persönliche Freiheit oder die Menschenrechte enthalten sind.
· Überprüfung der militärischen Strategie der Regierung über die Beendigung des Aufstands, um die Sicherheit von Nichtkämpfenden zu gewährleisten und die willkürliche Zerstörung von Eigentum zu vermeiden.
· Einstellung der Praxis der Regierung und des Militärs, die Menschen, die für das Recht und für die Armen arbeiten, als staatsgefährdend oder Kommunisten zu bezeichnen.
· Leitung von Nachfolgetreffen mit den drei Bischöfen der EMK auf den Philippinen, einschliesslich Missionspartnern von anderen Kirchen, um über die Fortschritte der Ermittlungen zu diskutieren.

Bischof John Hopkins erzählte, dass die Mitglieder der Delegation tief bewegt aus erster Hand Zeugnisse von mehr als zwanzig Opfern und Familienangehörigen, die überlebt hätten, aus vielen Landesteilen der Philippinen vernommen hätten, die genau die Schmerzen und Leiden beschrieben, die sie erlitten hatten. „Unsere Leute sind nicht bewaffnet,“ sagte Bischof Hopkins. „Sie unterrichten, versorgen Kranke, beraten und bilden aus. Wir bitten die Regierung und die offiziellen Verantwortlichen des Militärs, die wichtige Arbeit von denen, die mit den Armen und Randständigen leben und arbeiten, als Arbeit, die entscheidend und wichtig für das Land und die Menschen ist, anzuerkennen.“ In Gesprächen mit Opfern erfuhr die Delegation, dass solche Arbeiten oft als „staatsfeindlich“ bezeichnet werden, und Personen, die sich für die Menschenrechte einsetzen, fälschlicherweise beschuldigt werden, den Terrorismus zu unterstützten oder Mitglieder von politischen Gruppen zu sein, die den Widerstand gegen die Administration von Präsidentin Macapagal-Arroyo befürworten.

Jim Winkler, Vorsitzender der weltweiten Behörde für Kirche und Gesellschaft (General Board of Church and Society) der EMK berichtete, dass Zeugen von bewaffnetem Militärpersonal berichtet hätten, das in voller Uniform in der Nachbarschaft erschienen wäre und nach dem Aufenthalt von Geistlichen und anderen Arbeitern gefragt hätte. Solche wären dann verschwunden oder man hätte sie ermordet aufgefunden. „Wir hörten auch Fälle von systematischen aussergerichtlichen Tötungen,“ so Winkler.

Verschiedene Familien erzählten von bewaffneten Männern auf Motorrädern, die Skimasken und Helme trugen, die Menschen überfielen und sie dann töteten. Den Motorrädern fehlten die Zulassungsschilder oder sie hatten gefälschte Plaketten, um sie unauffindbar zu machen.

Die Delegation hofft auch, nach einem Gespräch mit dem höchsten amerikanischen Botschaftsangehörigen auf den Philippinen, auf die Unterstützung der amerikanischen Botschaft, um die philippinische Regierung dazu zu bringen, zwischen den bewaffneten Terroristen und den Kirchen und Gemeindemitarbeitern, die ihre Arbeit friedlich verrichten, zu vermitteln.

Die Mitglieder der Delegation bekundeten ihre Solidarität und Unterstützung gegenüber der Kirche auf den Philippinen „für ihren mutigen kirchlichen Dienst mit dem Armen und Randständigen.“


Quelle: EMKNI / United Methodist News Service

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