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EMKNI - 27.01.2006   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Laut einem Bericht ist Schweizer Bankgeheimnis unethisch

Das Bankgeheimnis widerspreche grundlegenden ethischen Forderungen und müsse deshalb angepasst werden. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht, der anlässlich des Weltwirtschaftsforums in Davos vom VBG-Institut und von der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) in Auftrag gegeben worden ist.

Wie die SEA heute in einer Medienmitteilung schreibt, würden rund ein Drittel aller Off-Shore Vermögen der Welt auf Schweizer Banken liegen. Davon seien rund 70 bis 90 Prozent nicht versteuert worden. Viel Geld würde auch aus Staaten der Dritten Welt stammen, deren Eliten ihr Vermögen bei Schweizer Banken deponieren würden. So würden den Entwicklungsländern allein auf Vermögenserträgen – also ohne die Besteuerung des eigentlichen Vermögens – jährlich 15 Milliarden Dollar entgehen. "Das Schweizer Bankengeheimnis, das solche Machenschaften ermöglicht, hat also indirekt mit der Armut des Südens zu tun," schreibt die SEA in ihrer Mitteilung.

Während die Geldwäschereigesetzgebung in der Schweiz auf einem hohen Niveau geregelt sei, biete die Unterscheidung zwischen Steuerbetrug und Steuerhinterziehung Schlupflöcher. Dass die Banken über Steuerhinterziehung keine Auskunft geben dürfen, würde die Schweiz zum Paradies für Fluchtgelder machen. Dies würde den Steuerwettbewerb verfälschen, sei unsolidarisch und würde letztlich die Steuermoral untergraben.

Das Bulletin „Das kleine Geheimnis der Schweizer Banken“ kann als pdf-Dokument unter www.vbginstitut.ch heruntergeladen werden.


Quelle: Medienmitteilung SEA (fh./im.) / EMKNI

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