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EMKNI - 18.07.2006   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Die «5 Wesley-Hoppers» am Gigathlon 2006

Das Team der 5 Wesley HoppersWer in diesen Sommertagen von Genf nach Bern reisen will, tut dies mit Vorteil in einem klimatisierten Wagen der Schweizerischen Bundesbahnen und braucht dafür gerade mal 100 Minuten. Wer es trotz der Hitze etwas ausgefallener mag, nimmt am Gigathlon teil. 329,5 Kilometer mit 4470 zu überwindenden Höhenmetern, zurückgelegt auf dem Rennrad, dem Mountain-Bike, schwimmend, auf Inline-Skates und joggend — das stand für 5000 mehr oder weniger angefressene Ausdauersportler am 7./8. Juli 2006 auf dem Programm. Und wenn danach in den Ranglisten «5 Wesley-Hoppers» auftauchen, ist dies ein Grund, näher hinzuschauen.

Doris und René Haas, Christine und Stefan Hafner sowie Markus Vestner - alle vom EMK-Bezirk der Region Schaffhausen – wagten trotz beruflich wie familiär bedingt sehr begrenzter Trainingsressourcen die Teilnahme als Fünfer-Team an diesem aussergewöhnlichen sportlichen Anlass. Und wurden - übrigens schon zum vierten Mal - nicht enttäuscht.

Während vier Gigathleten des Teams noch in der imposanten Gigathlon-Zeltstadt in La Chaux-de-Fonds schliefen (oder dies zumindest versuchten), reiste Stefan Hafner mit einem von vier Extrazügen nach Genf, um dort um 02.00 Uhr bei sternenklarer Nacht das Rennen zu beginnen. Nach rasanten Abfahrten im 70 km/h-Tempo und Kräfte raubenden Anstiegen erreichte er mit seinem Rennrad um etwa 08.30 Uhr La Chaux-de-Fonds, wo Markus Vestner mit dem Mountain-Bike übernahm. In der Folge sollte sich sehr bald zeigen, dass dem Material etwas schneller die Luft ausging als dem Sportler... Der Schaden wurde jedoch sehr rasch und fachgerecht durch den Fahrer selber behoben. Allerdings folgte das nächste Malheur schon bei der Abfahrt vom Chasseral. Nach einem glücklicherweise glimpflich verlaufenen Sturz war beim Mountain-Bike der Kettenwechsler gebrochen - ein irreparabler Schaden. So schnell gibt aber ein wesleyanischer Hüpfer nicht auf. Während der folgenden ca. 10 Kilometer durch den Jura brach Markus Vestner sämtliche Rekorde im «Bike-Trottinett-Fahren» sowie im «Velo-Rennen». Bis er einen Single-Gigathlet traf, der den Wettkampf aufgeben musste. Dieser lieh ihm sein Bike, worauf Markus Vestner seine Etappe mit ca. 45-minütiger Verspätung doch noch zu Ende fahren konnte. Irgendwie speziell: Während ein unbekannter Sportler einem «wildfremden» Mitstreiter sein Bike lieh, wurde in derselben Nacht einem anderen Sportler aus Schaffhausen das Bike vom abgeschlossenen Autoträger weg gestohlen...

Christine Hafner musste etwas länger als vorgesehen in Aegerten warten, bis sie sich in die Fluten der Aare stürzen und nach Büren a.A. schwimmen konnte. Dort übernahm Doris Haas, um mit ihren Inline-Skates bei zunehmenden Temperaturen auf einem flachen Parcours nach Murten zu flitzen. Ihr Mann René schliesslich absolvierte zum Schluss den Marathon nach Bern. Der grossen Hitze und der hügeligen Strecke wegen war der Lauf sehr Kräft raubend. Je näher Bern kam, desto mehr Marathonläufer mutierten zu «Spaziergängern». Dann, nach rund 19 Stunden, fand das eindrückliche Gruppenerlebnis endlich mit dem Zieleinlauf einen erfolgreichen Abschluss.

Sportlich nicht so angehauchte Menschen mögen ob solcher Anlässe den Kopf schütteln. Man kann es aber auch so sehen: Wo Menschen einander mit ihren jeweiligen Möglichkeiten und Fähigkeiten helfen, eine gemeinsame Sache zu einem guten Ziel zu bringen, über Hügel und durch Täler, beschwingt und auch mal frustriert, dabei unterwegs dank des geliehenen Bikes noch unverdientes Glück erfahrend, da ist zumindest der Name «Wesley-Hoppers» nicht unpassend...


Quelle: Urs Schweizer, Assistent des Bischofs Dr. Patrick Streiff

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