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EMKNI - 25.07.2006   Zurück zur Übersicht

Südkorea: Herausfordernde Worte des Generalsekretärs des Weltrates methodistischer Kirchen

Rev. George FreemanMit seiner Ansprache vom 21. Juli 2006 forderte der Generalsekretär des Weltrates methodistischer Kirchen, Pfarrer George Freeman, die mehr als 2000 Teilnehmenden der World Methodist Conference heraus: «In einer Welt von AIDS, Krieg, Unmenschlichkeit, Rassismus und beispielloser Gewalt, welche Versöhnung lächerlich macht, muss die Stimme des Methodismus und der wesleyanischen Familie, welche die Wahrheit in Liebe ausspricht, klar und deutlich gehört werden. Wenn die Kirche nicht die Menschen der Nationen in die Nachfolge Christi ruft, werden die Nationen die Menschen der Kirche in ihre Nachfolge rufen.»

Pfarrer Freeman baute auch eine Brücke zum Konferenzthema: «Es ist Aufgabe der Kirche, den Menschen zu helfen, wieder mit Gott versöhnt zu werden - durch Jesus Christus. Wenn wir mit Gott versöhnt sind, können wir uns auch miteinander versöhnen. In Christus hat Gott allen Menschen einen Weg angeboten, sich mit ihm zu versöhnen.»

Auf das Bild der weltweiten methodistischen Familie zu sprechen kommend, meinte Freeman: «Die Realität so vieler von uns ist heute, dass wir reich sein wollen - reich an Dingen dieser Welt. Wir wissen aber von der Bibel, dass die Dinge dieser Welt nicht ewigen Bestand haben werden. Warum haben wir nicht dasselbe Verlangen nach dem Reichtum Gottes? Ich träume davon, dass unsere Familie unendlich reich wird. Nicht reich an Dingen dieser Welt, sondern reich an der Gnade Gottes.»

Pfarrer Freeman bezeichnete den diesjährigen Gewinner des methodistischen Friedenspreises, Bischof Lawi Imathiu (Kenia), als ein exemplarisches Vorbild, als ein Mensch, der sich mit ganzer Kraft für Gnade, Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit einsetzt. Die Überreichung des Preises an der Kenianischen Methodistischen Universität in Meru vor mehr als 3000 Menschen - viele von ihnen mussten mehrere Stunden zu Fuss gehen, um mitfeiern zu können - war für Freeman denn auch einer der grossartigsten Momente seiner bisher fünfjährigen Amtszeit.

Schliesslich bekräftigte Freeman auch den Beschluss des Weltrates methodistischer Kirchen, den Dialog mit anderen Kirchen fortzusetzen - so jenen mit der Römisch-katholischen Kirche und jenen mit der Heilsarmee. Der ökumenische Gottesdienst vom Sonntag, 23. Juli 2006, werde in die Geschichte eingehen, fügte er an. In diesem Gottesdienst wurde die vom Weltrat methodistischer Kirchen beschlossene Zustimmung zur Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre des Lutherischen Weltbundes und der Römisch-katholischen Kirche offiziell unterzeichnet.

Mit einem Ausblick in die Zukunft schloss Freeman seine Rede ab: «Wir müssen mit Menschen, die einen anderen Glauben haben, ins Gespräch kommen, geduldig ihre Geschichte hören und uns den Respekt verdienen, auch unsere eigene Geschichte erzählen zu können. Wir haben den Nationen dieser Welt eine Botschaft zu bringen. Und es liegt an uns allen, dafür zu sorgen, dass die Stimme des Methodismus auch wirklich gehört wird.»


Quelle: United Methodist News Service / Urs Schweizer, Assistent des Bischofs Dr. Patrick Streiff

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