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EMKNI - 14.06.2006   Zurück zur Übersicht

Polen: Tagung der Jährlichen Konferenz in Grudziadz/Graudenz

Der ordinierte Pastor Janusz DaszutaDie 85. Tagung der Jährlichen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Polen war die erste, die in Grudziadz / Graudenz stattfand. Die Gemeinde in Graudenz ist älter als der Beginn der Mission durch die südstaatlichen Methodisten der USA im Jahr 1920. Graudenz feiert dieses Jahr bereits das 110-jährige Bestehen. Die Gemeinde geht auf die Arbeit der Bischöflichen Methodistenkirche im damaligen Deutschen Reich zurück. Nach dem 1. Weltkrieg wurde sie ein Teil Polens. Im 2. Weltkrieg wurde die Stadt Graudenz schwer beschädigt, und die Methodisten erhielten nach dem Krieg als Ersatz eine leer stehende Kapelle einer anderen deutschsprachigen Kirche.

In Graudenz und Umgebung gab es in kommunistischer Zeit Gummi- und Textilfabriken, die auf Hochtouren liefen. Nach der Wende mussten die Fabriken ihren Betrieb einstellen. Die Arbeitslosigkeit ist deshalb hoch, und manche in der jüngeren Generation versuchen ihr Glück im Ausland. Beim Jubiläum der EMK-Gemeinde drückten der Vize-Bürgermeister und ein Vertreter der Bezirksregierung ihre Dankbarkeit für den Dienst der Kirchen aus. Anwesend waren auch Vertreter der anderen christlichen Kirchen in Graudenz, von der katholischen Kirche bis zur Pfingstgemeinde. Für die kleine, aber aktive Methodistengemeinde war das Jubiläum eine willkommene Gelegenheit, um sich einer weiteren Öffentlichkeit vorzustellen.

An der Jährlichen Konferenz vom 9. bis 11. Juni konnte ein Bewerber, der schon während vieler Jahre als Predigthelfer arbeitet, auf Probe aufgenommen werden. Janusz Daszuta wurde zum Ältesten ordiniert. Besorgnis äusserte die Konferenz über die fehlenden finanziellen Mittel in der Ausbildung der zukünftigen Pfarrer. Wie im letzten Jahr beschränkte sich die Sitzungszeit auf zwei Tage. Am ersten Tag der Konferenz lösten die Berichte nur kurze Diskussionen aus. Die Sitzungszeit am Abend konnte verkürzt werden. Alle nahmen es dankbar an. Die meisten setzten sich dann vor einen Fernseher, um das erste Spiel der Polen an der Fussball-Weltmeisterschaft anzuschauen. Auch am zweiten Tag gingen die Verhandlungen in einer ruhigen Atmosphäre weiter. Für die Jährliche Konferenz im nächsten Jahr wird jedoch ein zusätzlicher Tag geplant, da die Wahl des Generalsuperintendenten ansteht sowie die Überarbeitung der bis jetzt gültigen Kichenordnung in Polen. Eine Kommission wird diese Überarbeitung auf dem Hintergrund der neuen Kirchenordnung der EMK in der Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa vorbereiten.

In der Laiensitzung wurde über das 50-Jahr-Jubiläum der Frauenordination in der EMK berichtet und eine offene Diskussion dazu geführt. Die Laien waren sich bewusst, dass an die erste Pfarrerin bestimmt höhere Ansprüche gestellt würden als an ihre männlichen Kollegen. Besonders Frauen betonten die Wünschbarkeit, dass die EMK auch in Polen Pfarrerinnen habe. Seit kurzem ist dies in der reformierten Kirche der Fall, und in der lutherischen Kirche möchten Diakoninnen ebenfalls Pfarrerinnen werden. In der Geschichte der EMK in Polen wurde bereits einmal eine Frau zur Diakonin ordiniert, trat aber kurz darauf in den Ruhestand. Die Laien riefen dazu auf, geeignete Kandidatinnen in den Gemeinden zu ermutigen, den Weg ins Predigtamt einzuschlagen.


Quelle: Bischof Dr. Patrick Streiff

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